Was ist Zeitmanagement? Ein kritischer Blick auf ein altes Konzept, das heute wichtiger denn je ist.

Die Frage „Was ist Zeitmanagement?“ wird oft gestellt. Zu Recht, denn Zeitmanagement ist genau genommen ein verfehlter Begriff. Zeit kann man nicht managen: Du kannst die Batterien aus deiner Armbanduhr herausnehmen oder den Wecker kaputtschlagen – die Zeit läuft dennoch weiter. Wichtiger ist, was du mit ihr anstellst. Welche Dinge du tust, wie motiviert, lustvoll und konzentriert du lebst, lernst, arbeitest. Das subjektive Zeitgefühl ist entscheidend! Und dies wird durch Faktoren wie Motivation, Konzentration und Klarheit geprägt. Deswegen passt das Wort „persönliche Produktivität“ oder „mentaler Fokus“ als Begriff in meinen Augen besser.

Auch Selbstmanagement als Begriff finde ich etwas eingestaubt und überholt. Wir sind ja auch nicht alle total rationale Manager, sondern Menschen mit Herz und Verstand, mit Gefühlen, Gewohnheiten, Macken. „Selbstmanagement“ suggeriert mir irgendwie, dass ich die alle wegzaubern soll. Nein danke.

Golden Rules – Zeitmanagement, Motivation, Konzentration von Martin KrengelIch persönlich sehe „Zeitmanagement“ als Schlüssel zu einem erfüllten Leben – egal ob du es nun als Stressbewältigung, Selbstmanagement, Energiebalance (oder what-so-ever) bezeichnest. Ich fasse den Begriff sehr weit, weil Motivation, Konzentration und persönliche Priorisierung eng verwoben sind und auch einer geschickten Ordnung und Organisation bedürfen. Näheres zu dieser ganzheitlichen Auffassung des Zeitmanagements mit konkreten Hands-on-Tipps findest du in den Golden Rules.

 

Im folgenden beschreibe ich verschiedene Sichtweisen des Zeitmanagements. Es sind Gedanken, die mir nach der Diskussion auf einer Management-Konferenz gekommen sind.

Zeit-Zauber-Box


Was ist Zeitmanagement?

1. Zeitmanagement ist Ressourcenmanagement

Deswegen ist Zeitmanagement für mich in erster Linie Ressourcenmanagement: Wir haben nur begrenzt Aufmerksamkeit, Zeit, Energie, Geduld, Geld und weitere Ressourcen zur Verfügung. Und das in einer Welt, die doch soooo viel bietet: Tausende Optionen für den Traumjob, den Traumurlaub, den Traumpartner. Unzählige Möglichkeiten, sein Leben, Studium, Praktikum zu gestalten. Im Supermarkt symbolisieren ca. 20.000 Produkte unsere heutige „Multioptionsgesellschaft“.

Da kann einem schon mal der Kopf rauchen. Diese Vielfalt an Entscheidungen, Aufgaben, E-Mails, Webseiten, Lernstoff und Informationen überwältigt unsere mentalen Fähigkeiten. Menschen reagieren darauf auf zwei Arten:

  • Die „gestresstes-Glühwürmchen-auf-Speed-Strategie“: Diese Menschen sind ständig hier und da, im Kopf aber immer woanders. Sie haben 237 Dinge auf ihrer To-Do-Liste und dabei ständig Angst, noch etwas zu verpassen. Sie sind immerfort aktiv und schwirren umher. Beantworten Telefonate, Mails, übernehmen Initiative, Verantwortung, Projekte und Pläne. Oder sie lernen rund um die Uhr, lesen jede Fußnote und wühlen sich durch jedes Buch der Literaturliste. Du ahnst, wohin das führt. Wer ständig Vollgas gibt, dem geht irgendwann der Sprit aus oder er verheizt sich – wenn er nicht vorher vom Weg abkommt. Das Ergebnis sind oft Burnout, Depressionen und andere psychosomatische Krankheiten wie Verspannungen, Migräne, Schuppen, Magengeschwüre, Bluthochdruck etc.
  • Die „entnervtes-Opposum-verteckt-sich-hinterm-Baum-Strategie“: Diese Menschen erstarren im Meer der Optionen. Ich habe meine Doktorarbeit in diesem Bereich geschrieben und viele entscheidungs-, lern- und motivationspsychologische Studien gelesen. Es scheint gesichert, dass die Vielfalt an Optionen Menschen demotiviert, verwirrt und frustriert. Wenn die Belastung zur groß wird, sinkt die Motivation, überhaupt erst anzufangen. Das ist wie bei einem Opossum, das bei Gefahr erstarrt. Deswegen besteht bei vielen der Wunsch, einfach auszusteigen, aufzuhören, zu verreisen. Oder sie reden ständig vom „man müsste, man sollte, man könnte“, bekommen aber den ersten Schritt nicht hin. „Man“ versteckt sich dann hinter Ausreden, Hindernissen und „anderen Projekten“.

Ihr merkt schon: Beides sind keine Strategien, sondern unfreiwillige, von unserem psychischen System unbewusst gesteuerte Reiz-Reaktions-Schemata, die gewissen angeeigneten oder veranlagten Denk- und Handlungsmustern folgen. Die gute Nachricht ist, dass man seine Kapazität, also seine Ressourcen bewusst verbessern kann durch einen guten Mix aus Konzentrations-, Motivations– und –ähm, nun ja: Zeitmanagementmethoden – im engeren Sinne. Ergänzen sollte man das in jedem Fall durch Techniken für schnelleres Lesen und man sollte lernen, besser zu lernen – sonst steht man in der Wissens- und Informationsgesellschaft echt dumm da. Also definieren wir die Zeitmanagement-Techniken, Methoden, Konzepte oder wie auch immer du sie nennen magst, einmal genauer …

Was ist Zeitmanagement?

2. Zeitmanagement ist ein Mix aus verschiedenen Soft Skills!

Effizienz: Rein ökonomisch ist man produktiv, wenn man effizienter arbeitet. Entweder schafft man mehr mit gleichem Aufwand, braucht weniger Zeit oder steigert seine Qualität. Produktivität ist also ein Mittel, Ressourcen (Zeit, Energie, Geld) zu sparen und seine Wünsche und Aufgaben zu erfüllen.

Work-Life-BalanceWährend „Zeit- & Selbstmanagement“ eine Anmutung des „Sich-Disziplinierens“, also Pflicht und Strenge mit sich bringt, nimmt der Begriff „persönliche Produktivität“ eine ganzheitlichere Perspektive ein: Langfristig leistungsfähig, motiviert, konzentriert, aufnahmebereit, zufrieden und gut gelaunt sind wir eben nur, wenn wir eine gute Mischung aus Anspannung und Entspannung finden.

Selbstcoaching: Wie ein Trainer einen Sportler, kannst du dich selbst zu Höchstleistungen anspornen. Nicht nur als junger Mensch muss man immer mal wieder sein Selbstvertrauen stärken, innere Blockaden lösen und aktiv seinen Entwicklungsprozess voranzutreiben.

Motivation ist der Schlüssel, etwas zu verändern und voranzubringen. Es geht hier um deine Ziel- und Selbstfindung, aber auch darum, die notwendigen energetischen Ressourcen kurz- und langfristig bereitzustellen. Ist die Grundenergie aufgebaut, hilft dir Zeitmanagement bei der Umsetzung deiner Ziele. Und erst dann. Was bringen dir die besten Zeitmanagement-Tools und Techniken, wenn du keine Lust hast, sie anzuwenden?

Durch Konzentrationsmethoden lassen sich Klarheit und Tiefe deiner Gedanken steigern und auf ein Ziel richten.

Durch eine gute Ordnung und Organisation lassen sich die Methoden, Prioritäten und Handlungsroutinen besser im Alltag verankern. Eine gute Arbeitsumgebung kann enorm produktivitätsfördernd – oder -hemmend sein!

Dies sind in meinen Augen wichtige Softskills, die alle wie ein Team zusammenspielen, wenn es darum geht, unseren Umgang mit Aufgaben, Informationen, Optionen und Prioritäten (eben „Zeitmanagement“) zu verbessern.

Weil ich unzufrieden mit den meisten Ratgebern war, die Zeitmanagement sehr eng definieren, habe ich all das in 50 goldene Regeln gegossen und die „Golden Rules“ veröffentlicht. Diese geben wichtige Denk- und Handlungsweisen prägnant auf maximal je 5 Seiten mit sehr konkreten Tipps wieder und sind so ein kleines Zeitmanagement-Lexikon und Umsetzungshelfer in einem. Das Buch habe ich auch für mich geschrieben (wie egoistisch!), denn ich wollte mir und euch (geht doch) einen Begleiter durch alle Lebens-, Lern- und Arbeitsphasen schaffen. Eine Ressource, um sich immer mal wieder inspirieren und motivieren zu lassen durch neue Ideen. Oder um sich Techniken ins Gedächtnis zu rufen, die man(n) vielleicht kennt, aber nicht beherzt genug anwendet. Hier erhältst du weitere Informationen zu diesem Zeitmanagement-Ratgeber / Zeitmanagement-Buch.

 

Golden Rules – Zeitmanagement, Motivation, Konzentration von Martin KrengelZeitmanagement-Bestseller-Ratgeber für besseres Selbstmanagement

Wünscht du dir einen 48-Stunden-Tag?

Glaub mir, das ist gar nicht nötig. Kopf und Körper spielen optimal zusammen, wenn du weißt, wie du deinen Tag perfekt strukturierst. Der 192-Seiten starke Ratgeber „Golden Rules“ ist ein handlicher Methodenkoffer, ein 1×1 des Zeitmanagements, proppevoll mit erprobten Ninja-Guerilla-Tricks für einen klaren Kopf und einen entspannten Körper, mit Methoden, die dich schnell und effizient in die Zielgeraden katapultieren. Du glaubst mir nicht? Sieh dir doch einfach die Erfahrungen der 30.000 Leser an … 


Was ist Zeitmanagement?

3. Zeitmanagement im engeren Sinn ist ein Kanon aus bestimmten Methoden und Konzepten

Zeitmanagement soll animieren, bewusster mit deiner Zeit umzugehen, und Denkkategorien vermitteln, mit denen es leichter fällt, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Einige wichtige Methoden und Prinzipien zählen zum „Standard“ des Zeitmanagements und sind dir wahrscheinlich schon bekannt, daher hier nur in Kürze zur Erinnerung:

Setzen von Prioritäten: Pareto-Prinzip & Eisenhower-Methode.

 

Eisenhower-Prinzip Matrix-Grafik

Ablenkungen reduzieren: „Nein sagen“, „stille Stunde“, Telefon und Internet ausschalten, Zeitdiebe fangen.

Zielen: To-Do-Liste erstellen, SMART Ziele setzen, ALPEN Methode (maßgeblich von Prof. Zeitmanager Dr. Lothar Seiwert propagiert.

Energie finden: Arbeiten gemäß dem Biorhythmus, Biorhythmus, Schlaf und Pausen beachten, einhalten und optimieren.

 

Zeit-Zauber-Box

 

Was ist Zeitmanagement?

4. Zeitmanagement verfolgt bestimmte Ziele

Man kann Zeitmanagement auch als ein Set an bestimmten Zielen definieren, die man verfolgt, u.a.:

  1. Arbeitsmethodik verbessern
  2. Bestehende Handlungsweisen hinterfragen
  3. Neue Routinen etablieren
  4. Gelassener und ausgeglichener werden
  5. Sich immer wieder neu motivieren
  6. Komplexe Denkaufgaben steuern
  7. Gut organisiert sein
  8. Mit neuen Herausforderungen umgehen
  9. Zielgeleitetes, strukturiertes und dennoch flexibles Handeln/Planen
  10. Sich schnell in Aufgaben einarbeiten
  11. Stress reduzieren
  12. Mehr schaffen
  13. Mit seiner Energie haushalten
  14. Selbstmotivation
  15. Größeres Selbstvertrauen
  16. Bessere Konzentration
  17. Mehr Freizeit
  18. Lange Studienarbeiten meistern
  19. Ablenkungen reduzieren
  20. Geschickte Planung und Zeiteinteilung
  21. Effizienteres Lernen
  22. Bessere Noten erreichen

Golden Rules – Zeitmanagement, Motivation, Konzentration von Martin Krengel

Nun hast du erfahren, was unter dem Begriff Zeitmanagement zu verstehen ist. In den nächsten Schritten verrate ich dir, wie du mehr aus deinem Tag machen und deine Ziele erreichen kannst.
Mit 50 sehr wertvollen Regeln zeige ich dir in den Golden Rules, wie du nicht nur Zeit sparen kannst, sondern dich aufrappelst, deine Ziele anzupacken, leichter und fokussierter arbeitest und lernst, dich richtig gut zu organisieren.

Jetzt durchsstarten!

 







2 Kommentare
Maria
14.04.2014

Da kann ich meinem Vorredner nur zustimmen, ein wirklich gelungener Artikel, der zum Nachdenken anstößt. Vielen Dank dafür.
Damit ich meinen Tag so effizient wie möglich gestalten kann, verwende ich teamelio.com. Ein intuitiv zu bedienender Online Aufgabenverwalter. Nur zu empfehlen!

Christoph
09.09.2013

Alle reden vom Zeitmanagement und keiner weiß wirklich was das sein soll. Immer nur leere Worthülsen. Deine Aufstellung finde ich wirklich mal gelungen, werd sie bestimmt weiterempfehlen!
LG Christoph

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