Lernmethoden: 2 unterschätzte Methoden zum Lernen die deinen Prüfungserfolg auf das nächste Level bringen!

Bist du auf der Suche nach einfachen, aber effektiven Lernmethoden? Dann bist du hier genau richtig! Denn Mitschreiben und Notizen machen in der Uni und in der Schule ist ja schön und gut. Durch Mindmaps, Strukturkarten und das Aufbereiten unser Notizen haben wir die inneren Zusammenhänge eines Themas erarbeitet. Dieses Wissen nützt leider nichts, wenn wir es nicht anwenden und kommunizieren können. Darin liegt die wahre Herausforderung: das, was man gelernt hat, elegant und präzise zur Sprache zu bringen.

In diesem Artikel zeige ich dir, wie du das Verbalisieren und das Schreiben als Lernmethoden nutzen kannst. Viel Spaß!

Verbalisieren und Schreiben als Lernmethoden – Teil 1

Warum fällt es so schwer, die passenden Worte zu finden?

Kennst du das? Du hast beim Lesen das Gefühl, alles gut zu verstehen, fliegst über die Zeilen, kannst der Argumentationslinie folgen und denkst: „klingt alles logisch“. Später möchtest du es einer Freundin erklären und stockst plötzlich: „Womit soll ich anfangen? Berichte ich chronologisch oder beginne ich mit den Beispielen?“ Auch beim Lernen paukst du Fakten und meinst, du hättest sie verstanden. Doch dann überkommt dich in der Prüfung ein Anflug von Panik: Wie formuliere ich die Gedanken? Was muss ich zuerst erklären, was später? Du verlierst Zeit. Andere wiederholen sich ständig, ohne etwas Konkretes zu sagen.

Etwas zu verstehen und etwas erklären zu können ist nicht dasselbe.

Von innerem Wissen zu externem Wissen

Unser Wissen ist in keiner fertigen Struktur im Kopf gespeichert. Es ist assoziativ, vernetzt, multidimensional. Unser Gehirn gleicht einem dreidimensionalen Spinnennetz, in dem Gedanken durch elektrische Impulse entstehen. Das Wissen ist in keiner festen Form vorhanden. Die Informationen sind in verschiedenen Teilen des Gehirns abgelegt, die erst durch den Prozess des Denkens immer wieder neu produziert werden. Man kann sich das wie ein Wollknäuel vorstellen, bei dem viele Fäden verwickelt sind. Wenn wir das Wissen jemandem erklären sollen, dann kann der mit dem Wirrwarr nicht viel anfangen. Das Wollknäuel muss erst auseinandergefrickelt werden. Und so muss man, wenn man etwas verbalisiert, die Dinge ordnen, priorisieren und aus der Sicht des anderen darstellen. Wissen wird durch das Sprechen reorganisiert und gleichsam gefestigt.

Zudem ist unsere Gedankenwelt bunt gemischt: Es gibt Träume, innere Bilder, Bewegungsvorstellungen, Töne, vorbewusste Gedanken. All das kann man nur schwer in Worte fassen. Warum gibt es Kunst und Musik? Weil wir Dinge wie Emotionen, Liebe, Trauer nicht so recht in Worte fassen können. Manchmal liegt uns etwas „auf der Zunge“, aber wir kommen einfach nicht drauf. Genau das ist der Zustand des Vor-Wissens. Solange es nicht rauskommt, ist es nicht abrufbar. Wenn wir sprechen oder schreiben, müssen wir all diese Gedankenformen in Wörter und Sätze übertragen.

Dieser Übersetzungsprozess ist oft langsam und schwerfällig. Zu langsam, um es im Zeitdruck der Prüfung sofort präzise zu schaffen. Deswegen bekommt dein innerer Dolmetscher einen weiteren Job: deine Gedanken in eine klare, vermittelbare Sprache zu kleiden. Häufig gilt nämlich folgendes Zitat:

Wie soll ich wissen, was ich denke, bevor ich gehört habe, was ich sage?

Der Konkretisierungs-Effekt beim Sprechen

  • Die Intensität des Denkens nimmt zu. Beim Durchsprechen müssen wir Gedanken ordnen und mit konkreten Begriffen versehen. Damit werden Sie griffiger – die lose Form des Wissens wird in eine festere überführt.
  • Wir erhalten Input und Feedback.
  • Durch das Sprechen werden Inhalte in eine Reihenfolge So werden Gedächtnisinhalte sortiert und strukturiert. Lücken in der Gedankenkette treten zutage.
  • Den Aha-Effekt kennt jeder: Man lernt und lernt und plötzlich fällt es einem beim Reden wie Schuppen von den Augen: So ist das also! Darum funktioniert es! Da wurden plötzlich zwei einzelne Konzepte im Kopf durch den Gesprächsfaden verbunden.
  • Weil wir beim Durchsprechen mehr Energie und Konzentration aufbringen, brennt sich das Gesagte intensiver ins Gehirn ein. Du wirst sicherer, flexibler, kritikresistenter und trittst in Prüfungen souveräner auf.

„Lass uns darüber reden, Schatz!“

Kläre deine Gedanken, berichte spannende Erkenntnisse, halte Probevorträge vor Eltern, Geschwistern, Freunden. Wer viel mit anderen spricht, dem fällt das Formulieren eigener Gedanken auch im Unterricht oder in der Prüfung leichter. Zudem sinkt die Hemmschwelle, überhaupt etwas zu sagen.

Traue dich, das, was du denkst, laut mitzuteilen! Schüchternheit ist beim Lernen fehl am Platz. Die wenigsten Fragen sind unpassend, nur keiner traut sich. Hab Mut, es lohnt sich. Stelle Rückfragen, bitte um die Klärung von Details:

  • „Habe ich richtig verstanden, dass X aus Y folgt?“
  • „Was bedeutet Theorie A in Anwendung auf B?“
  • „Können Sie die beiden Epochen noch einmal voneinander abgrenzen?“

Ein netter Nebeneffekt für Schüler: Das zählt mit in die mündliche Note!

Verbalisieren und Schreiben als Lernmethoden – Teil 2

Warum schreiben das Denken beflügelt

Der ideale Schreibprozess ist eine Fiktion

Oft lautet der Rat, ein Thema gründlich zu durchdenken, bevor man mit dem Schreiben beginnt. Dies ist jedoch nicht realistisch. Meist kommt der Durchblick erst durch das Schreiben selbst: Für einen umfangreichen Essay, den ich zu Beginn meines Psychologiestudiums schreiben musste, hatte ich nur wenig Zeit, um mich in vier Theorien einzuarbeiten. Unmöglich, eine Argumentationsstruktur des Textes aufzubauen, denn ich hatte die Komplexität des Themas nicht verarbeitet! Durch den Zeitdruck musste ich anfangen zu schreiben: So kopierte ich alle Notizen in ein „Masterdokument“ und begann, die einzelnen theoretischen Bausteine zu Sinneinheiten zu clustern. Ich druckte den Text oft aus, schob diese Inhaltsblöcke hin und her, bis ich eine Struktur gefunden hatte, die logisch erschien. Mit jeder Überarbeitung kamen neue Fragen. Es zeigten sich Aha-Effekte, Wissen festigte sich. Ich konnte Schwachstellen erkennen und Details ergänzen.

Ich puzzelte ein Textbild zusammen, ohne zu wissen, wie das Bild aussehen sollte. Dieses Tappen im Dunkeln war leidvoll. Ich schwor mir: nie wieder! Denn immer schon – sei es bei meiner Diplomarbeit, beim Schreiben meines ersten Buches, selbst bei kürzeren Texten – nie schaffte ich es, dem gerecht zu werden, was Schule, Universität und Ratgeber als ideale Schreibstrategie lehren: 1. Gedanken ordnen und Kernaussagen bestimmen und 2. diese kontinuierlich herunterschreiben. So sehr ich es auch versuchte, die Menge an neuen Informationen überforderte mich jedes Mal aufs Neue. Dementsprechend schlecht fühlte ich mich auch hier … bis ich die Bestnote für den Essay bekam!

Ich stand vor einem Paradox – irgendetwas musste ich intuitiv richtig gemacht haben. Ich beschloss, dem Phänomen auf die Spur zu gehen und erforschte in meiner Masterarbeit den Lerneffekt beim Schreiben. Das Fazit in Kürze:

Schreiben ist ein unterschätztes Lernmedium

Es ist leichter, im Gespräch einen Gedanken unverbindlich zu äußern, als diesen in einem Text griffig zu formulieren. Erst wenn man das geschafft hat, ist der Gedanke voll ausgereift. Der Konkretisierungseffekt wird durchs Schreiben noch verstärkt:

  • Wer schreibt, braucht Zeit, Energie und Ausdauer. Das zwingt zur Fokussierung auf wichtige Punkte.
  • Wir schreiben langsamer als wir sprechen und haben mehr Zeit zum tiefgründigen Denken.
  • Aufschreiben entlastet das Gedächtnis. Kapazität wird frei, um das Niedergeschriebene zu prüfen.
  • Wir können unsere Gedanken distanziert betrachten, an wichtigen Stellen verstärken oder umstrukturieren.

Interne und externe Wissensstrukturen

Das Schreiben schafft einen Spiegel der eigenen Gedanken. Durch den Vergleich zweier Wissensrepräsentationen – der inneren Struktur im Kopf und der sichtbaren externen Wissensstruktur – können wir prüfen, ob das, was wir ausdrücken wollten, mit dem übereinstimmt, was wir geschrieben haben. Gibt es Abweichungen, wird erneut geplant, geschrieben, ergänzt und evaluiert. So lange, bis Gedanken gereift und die beiden Wissensformen kohärent sind. Deswegen brauchen Texte mehrere Überarbeitungsrunden.

So nutzt du das Schreiben zum Lernen

Selbstreflexion. Beobachte deinen Schreibprozess und ob das Schreiben dir beim Denken hilft: Welche spontanen Einsichten kommen dir? Nutzt du die Chance, den fertigen Text noch einmal umzuschreiben, oder dokterst du nur an der Oberfläche herum?

Gedankenbuch. Schreib ein Lern-Tagebuch und halte darin die wesentlichen Erkenntnisse einer Vorlesung, eines Tages oder eines Faches fest. Wenige Minuten reichen. Schreib so lange, bis nichts Neues mehr hinzukommt. Überarbeite später diesen Versuch und markiere Kernaussagen.

Brainwriting. Nimm dir 15 oder 30 Minuten, um schreibend zu denken: Halte alles fest, was dir zu einem bestimmten Thema einfällt. Das können Einfälle, Gedankenfetzen, Erinnerungen sein.

Eine Frage klären. Durch konkrete Fragen, z. B. „Wie kann man den Begriff XY erklären?“ | „Was ist der Unterschied zwischen X und Y?“ | „Wie funktioniert Z?“ bekommt das Schreiben eine Richtung. Zeichne eine kleine Strukturskizze oder schreib einfach drauf los. Vergiss nicht, hinterher ein Fazit zu ziehen und die Frage zu beantworten. Ich nutzte diese Methode oft, wenn ich in meiner Promotion nicht weiterkam. So habe ich freiwillig Hausarbeiten zu spezifischen Fragen („Was heißt Komplexität in der Werbung?“ | „Wie kann man Sortimente strukturieren?“) geschrieben.

Back to the roots. Damit meine ich nicht, dass du zu Steinplatte, Hammer und Meißel greifen sollst, aber Stift und Papier sind einfach besser zum Denken als der Computer! Auf dem Papier kann man Gedanken visuell anordnen oder zeichnen. Dieser Effekt wird durch die mechanischen Bewegungen beim Schreiben verstärkt: Handschriftliches wird besser als das Tippen auf der Tastatur erinnert, weil dort jeder Buchstabe mit einer einzigartigen Handbewegung kodiert wird.

Gedanken-Überfall. Die besten Einfälle kommen in den ungewöhnlichsten Situationen: im Park, auf dem Rückweg vom Sport oder beim Drink mit Freunden. Leider vergisst man häufig gute Gedanken genauso plötzlich, wie sie gekommen sind. Sei deswegen immer mit einem kleinen Notizbuch und Stift bewaffnet!

Das Gedanken erkundende Schreiben – wie hier beschrieben – hat zwei nette Nebeneffekte:

    • Kurzfristig: Oftmals gelingen in diesen Schreibsessions richtig gute Formulierungen und es kommen kreative Ideen, die man direkt in die Hausarbeit oder Klausur einfließen lassen kann.
    • Langfristig: Du übst Schreiben. Im Studium schreiben wir viel zu wenig und trainieren diese Fertigkeit zu wenig! Da du nur für dich schreibst, kannst du den Perfektionismus ausblenden und deine Gedanken in einfachen Worten ausdrücken. Du wirst geschulter im Umgang mit dem geschriebenen Wort. So haben Leute, die regelmäßig Tagebuch schreiben, weniger Hemmungen beim Schreiben.

Zwei völlig unterschätzte LernmethodenMit Visualisieren und Schreiben als Lernmethoden kannst du deine Notizen und Mitschriften aus Vorlesungen, Seminaren und Unterricht verinnerlichen und wiedergeben. Probiere es doch einfach mal auf diesem Sheet aus!

Noch mehr hilfreiche Lerntipps und Lernmethoden findest du in meinem Buch „Bestnote: Lernerfolg verdoppeln, Prüfungsangst halbieren“.

Ich wünsche Dir bei deiner Prüfung / Klausur / Referat viel Erfolg!

Dein Dr. Martin Krengel

 








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