Lernen mit Spaß? Das geht! 6 Wege, für mehr Motivation bei Hausaufgaben, Vorlesungen und beim Lernen in der Uni oder fürs Abitur

Lernen mit Spaß? Ernsthaft? Warum denn nicht? In diesem Artikel zeige ich dir, wie du selbst dem langweiligsten Fach oder dem ödesten Seminar etwas Positives abgewinnen kannst und Lernen mit Spaß tatsächlich möglich wird!

Lernen mit Spaß – woran es häufig scheitert und wie du das ändern kannst

Mit Spaß zur Höchstleistung

Ich frage Seminarteilnehmer gern nach ihren schlimmsten Lernerfahrungen – hier Beispiele von Juristen:

Das Normenkontrollverfahren – viel zu abstrakt | Die Zwangsvollstreckung – ein Zwang, das zu wiederholen | Verwaltungsrecht – so langweilig wie der Name | Staatsrecht – da ist nichts hängen geblieben | römische Rechtsgeschichte – trocken | Latein – was soll man noch damit? | Zivilrecht – hatte kein System | Rechtsgeschichte – ich hatte keinen Bezug dazu

Was fällt auf? Es sind immer dieselben drei Dinge, die das Lernen erschweren: Der Stoff ist zu abstrakt, zu trocken vermittelt oder man hat keinen Bezug zu den Informationen. Unter diesen Umständen entsteht ein Teufelskreis: Wenn wir uns unsicher oder überwältigt fühlen, überkommen uns negative Gefühle. Diese behindern die Verarbeitung. Das Gefühl der Ohnmacht verstärkt sich. Damit distanzieren wir uns noch mehr vom Lernstoff.

Positive Einstellung, Offenheit und Ausgeglichenheit sind Voraussetzung für die Infoaufnahme! Sie steigern die Lernlust, Vorstellungskraft und Konzentration. Neue Studien zeigen sogar, dass wir bei guter Laune besser abstrahieren, flexibler denken und es uns leichter fällt, das große Ganze zu sehen. Woher kommt das?

Unser Gehirn besteht evolutionsgeschichtlich aus drei Teilen: Im ältesten Teil, dem Stammhirn, werden die grundsätzlichen Körperfunktionen wie der Herzschlag geregelt. Dieser Teil ist nicht willentlich beeinflussbar. Dann kommt das Mittelhirn mit dem limbischen System, das für die Emotionen verantwortlich ist. Die jüngste Schicht ist das Großhirn, das alle bewussten Vorgänge wie Denken, Lernen, Entscheiden, Kreativität steuert. Es gilt dabei: Emotion vor Kognition (Denken). Durch die schnelle Unterscheidung der grundlegenden Emotion „gut“ (das, was wir kennen und uns beim letzten Mal nicht umgebracht hat) und „böse“ (alles Unbekannte – die große Miezekatze mit den zwei spitzen Säbelzähnen) konnten wir überleben. War ein Umweltreiz „böse“, reagierten wir mit Abwehr und Flucht. Zeit für langes Nachdenken blieb nicht. Heute behindert uns dieser Schutzmechanismus: Wenn wir in Stress geraten oder negativ gestimmt sind, sinkt die Denkleistung.

Das limbische System ist eine Schaltzentrale: Ankommende Infos werden hier bewertet und erst dann, wenn der Weg frei ist, werden die Infos ans Großhirn zur Verarbeitung geschickt.

Lernen mit Spaß - Was dein Gehirn damit zu tun hat

Kinder sind perfekte Forscher. Unvoreingenommen beobachten sie neue Dinge, beäugen sie, wollen sie anfassen und ausprobieren. Sie imitieren alles und lernen extrem schnell. Jeden Tag strömen Hunderte neue Situationen und Eindrücke auf sie ein. Hast du mal ein Kind gesehen, das gestresst davon war? Leider schaffen nur wenige, ihre Neugier ins Erwachsenenleben hinüberzuretten. Sind das alles Kindsköpfe? Keineswegs! Der Motivationsforscher Csikszentmihalyi untersuchte Nobelpreisträger, Wissenschaftler und Musiker. Er fand zwei Gemeinsamkeiten bei diesen High-Performern: ausgesprochene Neugier und ausdauernde Leidenschaft. Wer sich selbst hinterfragen kann, für Vorschläge offen ist und Fehler zugeben kann, hat demnach gute Chancen auf eine großartige Karriere.

Wir lernen mit dem Kopf und dem Herzen. Die Frage ist nicht: „Kann lernen Spaß machen?“ Lernen muss Spaß machen!

Neugier ist der Treibstoff des Lernens. Wie können wir diese Offenheit fördern?

Es ist nicht immer einfach, aber Lernen mit Spaß ist möglich!

Suche die positiven Seiten

Viele Grundlagenfächer sind eine Herausforderung für unsere Motivation. Statistik ist z. B. für viele ein zähes Fach mit schwer greifbaren Fragestellungen. Und die meisten Dozenten brillieren nicht gerade darin, diese abstrakten Konzepte und ihre verwurstete Fachsprache in simples Deutsch zu übersetzen. Auch ich war damals gelangweilt und frustriert. Ich wollte ins Marketing – in eine Welt mit bunten Bildern, Kreativität und schönen Frauen. Statistik passte nicht in diese Reihe. Bis jemand mir erklärte, dass Marketing und Marktforschung eng verbunden sind und keine Werbekampagne ohne statistische Daten abgesegnet wird. Plötzlich war Statistik keine unliebsame Nebengeschichte mehr, sondern Grundlage für meinen späteren Erfolg. Während der Unterricht objektiv dröge blieb, änderte sich aber meine Einstellung und damit meine Motivation.

Buchtipp: Für alle Leidensgenossen erklären Markus Oestrich und Oliver Romberg in „Keine Panik vor Statistik“ auf unterhaltsame Art mit vielen Comics und zeigen durch studentennahe Beispiele („Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kondom reißt?“), dass Statistik wirklich sinnvoll sein kann. Erschienen bei Vieweg + Teubner, 3. Auflage, 2010.

Trockene Fächer, Bücher und Dozenten ziehen die Motivation in den Keller. Oft gibt es einen Überstrahlungseffekt und man findet alles schlecht. Damit macht man sich aber mehr Mühe und Aufwand als nötig!

Folgendes Motto zum Thema „geistige Offenheit“ fand ich sehr inspirierend:

„Ich will so leben, als ob jeder Tag der erste ist, und die Welt vorurteilsfrei jeden Tag aufs Neue entdecken.“

Amir Kassaei

Jeder hat ein Leidensfach, durch das man einfach durch muss. Versuche, das Beste draus zu machen! Schalte dein Gehirn von „Unlust“ auf „Aufnahme“. Suche die Lust am Detail, am komplexen Denken. Eine kleine Übung dazu? Spitze den Bleistift und wage dich an ein unliebsames Fach, ein schweres Thema oder eine langweilige Vorlesung. Sicher gibt es auch positive Aspekte. Finde fünf Gründe, warum dieses Fach bzw. der Dozent herausfordernd, motivierend, inspirierend ist:

Beispiele von Schülern und Studenten:

Positive Aspekte von Mathe: Es ist ein Grundlagenfach | Man braucht es, um mitreden zu können | Mathe ist in vielen Bereichen anwendbar | Wenn ich mit Zahlen umgehen kann, werde ich nicht übers Ohr gehauen | Es ist ein logisches Fach und baut aufeinander auf | Es wird nicht so viel geschwafelt wie in anderen Fächern | Zahlen lügen nicht | Man muss Dinge ausrechnen können, um Entscheidungen zu treffen | Man muss nicht so viel auswendig lernen | Man kann es praktisch anwenden | Es hat bis jetzt jeder geschafft | Rechnen ist etwas Aktives, das Spaß machen kann

Drei Dinge haben sich für „Horror-Fächer“ immer bewahrheitet:

Sie sind langfristig sinnvoll. Jedes Fach ist ein Puzzleteil, das dir einmal beim Verständnis eines anderen Themas helfen wird. Man ärgert sich später, dass man nicht besser aufgepasst hat. Bei mir war es Statistik. Die Ironie des Schicksals will es, dass ich als Doktorand später wochenlang über statistischen Auswertungen gebrütet habe.

Sie sind eine Herausforderung. Es wird uns im Job immer wieder begegnen, dass wir gewisse Dinge einfach tun müssen. Wer sich dagegen sträubt, macht die Aufgaben noch schwieriger und schiebt sie auf.

Der Dozent ist nicht der Inhalt. Es ist meist nicht der Inhalt, der langweilig ist. Ein schlechter Referent kann einem das Interesse an einem Thema fürs Leben versauen. Lass das nicht zu! Suche andere Wege – Videos, Bücher, Online-Vorlesungen, die dich faszinieren. Lass es auf einen zweiten Versuch ankommen.

Das Fach mag nach wie vor nicht zu deinen Favoriten gehören, aber die Einstellung macht’s! Eckhart von Hirschhausen meint zu Recht: „Shit happens. Die Frage dabei ist nur, ob du Taube bist oder Denkmal.“ Was ist mit dir? Ist dein Glas halb leer oder halb voll? Ein schwerer Text ist nichts weiter als ein schwerer Text. Er ist nun mal etwas sperriger zu lesen als dein Nachttisch-Roman. Aber dafür lernst du ja! Wir brauchen eine Möglichkeit, unsere Lernmotivation zu steigern. Ein paar Ideen dafür gefällig?

Mit konkreten Lernzielen mehr Lernen mit Spaß

Setze dir konkrete Lernziele für das aktuelle Fach

Aufmerksamkeit ist mentale Energie. Wir müssen sorgsam mit ihr umgehen, sonst verpufft sie. Bündele deine Aufmerksamkeit auf konkrete Ziele in verschiedenen Ebenen, z. B.:

Mehr Spaß beim Lernen dank konkreter Lernziele

Endlich Lernen mit Spaß!

6 Wege, um sich mit einem Thema anzufreunden

  1. Beginne leicht, um ins Thema kommen: Allein die Beschäftigung mit einer Sache generiert ein gewisses Interesse. Je leichter du reinkommst, desto besser. Wähle entsprechende Einstiegspfade: Der eine mag Praktiker-Guides, der andere Taschenbücher, manch einer arbeitet mit Online-Vorlesungen. Persönlich fand ich Philosophie-Comics witzig. So etwas gibt es auch für Quantenphysik, Psychologie etc. Eine Liste dazu findest du auf studienstrategie.de.
  2. Lerne den Autor kennen: Wer war er? Wie lebte er? Lasse die Helden der Forschung und der Geschichte keine unbekannten Geister bleiben! Wenn man weiß, dass Kant Königsberg nie verlassen hat und Casinonarr war, dass Dalí mit Hilfe von Drogen seinen surrealen Bildern neuen Schwung verliehen hat oder dass Alexander der Große bereits im Alter von 33 Jahren verstorben ist, dann hat man auch mehr Interesse an ihren Theorien und Taten.
  3. Vernetze. Suche dir Leute, mit denen du über die Inhalte debattieren kannst. Dinge, über die wir reden, signalisieren dem Gehirn, dass sie wichtig sind. Damit ist man aufmerksamer bei der Sache (à Kapitel 5).
  4. Tu es! Dasselbe gilt für Dinge, die wir selbst anwenden, dann haben wir einen Bezug dazu. Ein BWLer könnte sich z. B. ein Musterdepot halten, eine Buchhaltung für seine Ausgaben führen, eine kleine Webfirma betreiben oder Statistiken für das Geschäft seiner Eltern erstellen.
  5. Du bist Einstein! Gibt es jemanden, den du bewunderst? Schlüpfe in seine Rolle. Frage dich, wie Mr. X oder Mrs. Y deine Themen beschreiben würde. Forscher haben herausgefunden, dass amerikanische Mädchen bessere Noten in technischen Fächern schreiben, wenn man sie vorher daran erinnert, dass sie asiatischer Herkunft sind (wird assoziiert mit technischen Kompetenzen) als wenn man sie vorher daran erinnert, dass sie weiblich sind (wird mit schlechtem technischen Verständnis assoziiert). Also: Versuche, ein kleiner Forscher, Entdecker oder Entrepreneur zu sein. Je deutlicher dieses Bild in deinem Kopf entsteht, desto besser. Lies Biografien deiner Vorbilder, imitiere sie!
  6. Verdeutliche den Nutzen. Es gibt sicher einen Grund, warum du ausgerechnet das Studienfach belegt hast. Was ist dein persönlicher Nutzen – für dich, den Alltag, für deinen Beruf oder dein Hobby?

Belohne dich

Die Lernzeit ist eine schöne Zeit! Statt in der Prüfungszeit zu jammern, schaffe dir lieber eine angenehme Lernatmosphäre! Man kann sich die Zeit sehr angenehm gestalten: Du musst nicht raus, hast den Tag für dich. Du kannst fünf Cappuccino-Sorten zurechtlegen, im Bett lernen, dich mit Kommilitonen im Café treffen, ein kurzes Nickerchen halten oder das Mountainbike mal für eine Stunde auf Hochleistung trimmen, damit der Kopf wieder frei wird. Lernzeit ist ein „produktives Eingeigeltsein“, das echt Spaß machen kann!

Glaub an dich

Studien zeigen: Schüler, die sich für wenig begabt halten, entfalten ihre Fähigkeiten nicht. Nicht, weil sie nicht intelligent oder talentiert genug wären, sondern weil sie einfach nicht an sich glauben: Sie geben früher auf, obwohl sie mit etwas Geduld eine passable Lösung oder einen Ansatz finden würden. Hartnäckige und Selbstbewusste schneiden besser ab, auch wenn sie weniger begabt sind!

Lust auf noch mehr Tipps zum Thema Lernen mit Spaß? Dann habe ich hier extra für dich meine 9 Ideen zum Lernen mit Spaß zum Downloaden!


Lernen mit Spaß? Das geht! 6 Wege, für mehr Motivation bei Hausaufgaben, Vorlesungen und beim Lernen in der Uni oder fürs AbiturIch hoffe, dass dir meine 6 Wege zu mehr Lernen mit Spaß und mehr Motivation helfen werden. Noch mehr hilfreiche Lerntipps und Tricks findest du in meinem Buch „Bestnote: Lernerfolg verdoppeln, Prüfungsangst halbieren“.

Ich wünsche Dir bei deiner Prüfung / Klausur / Referat viel Erfolg!

Dein Dr. Martin Krengel








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