Blackout? Dein Lichtschalter und Arschretter-Taktiken bei Black Out in mündlichen Prüfungen, Klausuren, Vorträgen und Referaten

Du sitzt in der Prüfung oder musst ein Referat halten, aber in deinem Kopf herrscht gähnende Leere? Wahrscheinlich hatte jeder Schüler und Student schonmal einen Blackout. Das ist aber kein Grund zur Panik – jedenfalls nicht, wenn du gut gelernt hast. In diesem Artikel zeige ich dir meine besten Strategien gegen Blackout und Co.

Meine Geheimwaffen gegen einen Blackout

Der Notfall-Koffer: Arschretter-Taktiken

Grundsätzlich gilt: Verzettele dich nicht in Nebensächlichkeiten. Wenn du gut gelernt hast, entwickele eine starke Struktur und bringe die Dinge prägnant zu Papier. Hast du offensichtliche Lücken, hole etwas weiter aus.

Schreib, was das Zeug hält! Je mehr, desto besser. So hast du die Chance auf Zusatzpunkte. Nutze deine Argumentation und die Beispiele, um strukturiert Wissen und Details hervorblitzen zu lassen. Ich habe nie verstanden, wie man vor Ende der Bearbeitungszeit abgeben kann. Bringe weitere Beispiele und Querverweise ein. Denke weiter. Hinterfrage Theorien. Prüfer sind Menschen: Sie suchen nach konkreten Dingen, hinter die sie ein Häkchen setzen können. Jeder weitere Satz birgt die Chance, eines der begehrten Kopfnicken zu ergattern!

Lass keine Frage aus! Selbst mit oberflächlichen Bemerkungen und Stichpunkten kannst du Gnadenpunkte erhaschen. Setze auf jeden Fall Zeitbudgets pro Frage, sodass du keine auslassen musst.

Der Rettungsplan bei Blackout und Co.

Hast du einen Hänger? Hier ist der SOS-Rettungsplan

Einen Blackout hat jeder mal. Bitte um eine kurze Auszeit, schließe die Augen, atme l-a-a-a-n-g-s-a-m durch. Nur keine Panik. Wenn man beim Fußball mal den Ball verliert, ist das Spiel noch lange nicht verloren! Stattdessen müssen wir im Falle eines Blackout die Taktik anpassen:

Gehe in die Verlängerung. Lass den Prüfer die Frage nochmals mit anderen Worten wiederholen: „Was meinen Sie mit XY?“, „Ich verstehe den Zusammenhang nicht ganz: Worauf wollen Sie hinaus?“

Hinhalten. Beginne mit ein paar weitschweifigen Aus- und Hinführungen: „Diesen Aspekt möchte ich kurz zurückstellen und mit einem kurzen Fakt beginnen, der mir als Voraussetzung wichtig erscheint“. Oft kommen beim Sprechen gute Ideen für das Thema.

Richtungswechsel. Hängst du in der Klausur fest, mache eine Mini- Mindmap oder wechsle zu einer anderen Aufgabe. Ich habe mich gern mit kleinen Skizzen beholfen und so einige Blockaden umschifft.

Von hinten anschleichen. Wenn wir in der Prüfung nicht auf einen bestimmten Begriff kommen, konzentrieren wir uns auf diesen Begriff. Das ist aber unlogisch, denn genau dieser Begriff fällt uns ja gerade nicht ein. Wir verkrampfen. Versuche lieber, über Assoziationen, die mit dem gesuchten Begriff verknüpft sind, auf das gesuchte Wort zu kommen:

  1. Überlege, in welchem Kontext du den Begriff gelernt hast: Wo und wann war das? Was hast du zuvor gemacht? Wie sah das Papier aus? Stand es oben oder unten, links oder rechts? Was hast du an diesem Tag noch gemacht?
  2. Klemmt der Groschen noch? Gehe innerlich das Alphabet durch. Oft merkt man, wenn man am Anfangsbuchstaben des gesuchten Wortes ankommt.
  3. Das hilft immer noch nicht? Spiele mit offenen Karten und bitte um Bedenkzeit: „Mir liegt es auf der Zunge! Gleich wird es mir wieder einfallen, können wir kurz über einen anderen Aspekt sprechen?“

Blackout ? Der SOS Notfallplan rettet dich!

Ablenkungsmanöver. Stelle Bezüge her, nach dem Motto „So könnte die Frage / das Thema auch aufgefasst werden.

  • „Die Frage nach X kann man so und so interpretieren. Ich finde, dass der zweite Aspekt (der nicht so direkt gefragt ist, bei dem du dich aber besser auskennst) vernachlässigt wird. Das hat zwei Hauptgründe: 1.) …“ Wichtig ist hier, dass du dich emotional ins Zeug legst, so als sei es dir wirklich wichtig, und ein feuriges Plädoyer hältst. Der Prüfer darf nicht zu Wort kommen! Die Chancen stehen gut, dass er den Gedanken spannend findet oder danach mit der nächsten Frage fortfährt.
  • Versuche, die Frage zu umschreiben – wiederhole sie laut mit anderen Worten, erkläre dir die Frage selbst laut und stelle Rückfragen: „Wenn ich Sie richtig verstanden habe, meinen Sie…“
  • Denke laut auf die Lösung hin. („Man könnte jetzt an X oder Y denken, das scheidet aber aus, weil …“). Achte dabei auf die Reaktionen des Prüfers. So gewinnst du Zeit und durch das Assoziieren kommst du vielleicht wieder drauf.

Frontal-Angriff. Erzähle lieber zu viel als zu wenig. Schweife notfalls ein wenig ab, bringe mehr Beispiele, lenke zu verwandten Themen hin. So erweckst du zumindest einen redegewandten Eindruck und der Prüfer hat weniger Zeit für unangenehme Zwischenfragen.

Zeit schinden. Wenn du eine Frage gut beantworten kannst, aber Gefahren in anderen Gebieten lauern, lass dir für sichere Fragen Zeit. Leite die Antworten ein, hole aus, bringe Abwandlungen und Beispiele. Versuche, im Gespräch Querverbindungen zu sicheren Themen zu schlagen. Damit punktest du für guten Überblick und die Chancen, dass man unbemerkt in einfachere Themen abgleitet, stehen nicht schlecht.

Sowohl-als-auch-Taktik. In schöngeistigen Fächern folgen Lehrer und Dozenten oft unbewusst ihrem Geschmack. Es gibt keine objektive Wirklichkeit. Die eine Meinung gilt, die andere aber auch. Wer sich zu sehr festlegt, wird leicht in eine Ecke gedrängt. Lass, wenn möglich, immer einen Fluchtweg offen, nimm dir ein Beispiel an Politikern, die sich nie wirklich festlegen, Dinge relativieren und so immer behaupten können: „Das habe ich in dieser Ausschließlichkeit doch niemals gesagt“.

Umlenken. Wird ein Teilaspekt gefragt, bei dem du schwach bist, versuche, die Sache auf einen anderen Teilaspekt oder eine allgemeinere Ebene umzulenken: „Die Herrschaft von Mao Tse-tung hat viele Schrecken hinterlassen. Es ist ein typisches Beispiel für eine Diktatur, wie sie bereits Stalin auf grausame Weise durchgezogen hat. Typische Kennzeichen waren dort …“ Nun erklärst du die generellen Prinzipien anhand eines Beispiels, bei dem du dich besser auskennst und streust immer wieder Parallelen zur eigentlichen Frage ein.

An dieser Stelle kann ich zum Stichwort „Themen umlenken“ die Gelegenheit nutzen, meinen Vater mit seinem Lieblings-Prüfungswitz zu verewigen. Der geht so:

Der Schüler hat für Biologie intensiv alles über Würmer gelernt und andere Themen vernachlässigt. In der Prüfung fragt der Lehrer:

„Erzähle alles, was du über Elefanten weißt!“

Der Schüler läuft rot an, überlegt und beginnt dennoch: „Elefanten sind große Herdentiere, die im Dschungel leben. Sie haben vier Füße, einen großen Rüssel und einen Schwanz. Der Rüssel und der Schwanz sehen aus wie Würmer. Ebenso gibt es dicke und dünne Würmer. Würmer sind …“

Zu guter Letzt habe ich eine Übung für dich vorbereitet, die dir auch auf den letzten Drücker ein akzeptables Ergebnis garantiert. Du kannst die Übung hier als PDF downloaden.


Blackout? Dein Lichtschalter und Arschretter-Taktiken bei Black Out in mündlichen Prüfungen, Klausuren, Vorträgen und ReferatenTrotz Blackout zur Bestnote? Ich hoffe, dass dir meine Tipps in jeder noch so unangenehmen Prüfungssituation zur Seite stehen!

Noch mehr hilfreiche Lerntipps und Tricks findest du in meinem Buch „Bestnote: Lernerfolg verdoppeln, Prüfungsangst halbieren“.

Ich wünsche Dir bei deiner Prüfung / Klausur / Referat viel Erfolg!

Dein Dr. Martin Krengel








Spare mindestens 1 Stunde Zeit am Tag! Innerhalb der nächsten 10 Tage lernst du, wie du deine Effizienz verdoppeln und deinen Stress halbieren kannst.



  • Merktricks - spielend einfach schneller clever lernen und Vokabeln Fakten Lernstoff auswendig lernen und einprägen - pauken leicht gemacht - Lern Experte Dr Martin Krengel
    Last-Minute-Merktricks

    Verdoppele deine Erinnerungsleistung. Mit nur (m)einer einfachen, aber extrem mächtigen "3-2-1 Methode". Sie lässt sich ...

  • Stoppt-die-Welt
    Stoppt die Welt, ich will aussteigen!

    Wie fühlt es sich an, loszulassen und das Leben zu Leben, das man leben möchte?...

  • ebook Cover Lesen von Martin Krengel
    eBook Lesen

    Dieses eBook zeigt dir wie du schneller liest als auch wie du Informationen gezielt filterst und selbst komplizierte Texte besser verstehst....

  • ebook Cover Motivation von Martin Krengel
    eBook Motivation

    Was ist Motivation? + Sich motivieren + träumen und zielen + Ablenkungen ausschalten + Tricks gegen Aufschieberitis + mehr Motivation i...

Ja, ich möchte täglich 1 Stunde Zeit sparen

Spare mindestens 1 Stunde Zeit am Tag! Innerhalb der nächsten 10 Tage lernst du, wie du deine Effizienz verdoppeln und deinen Stress halbieren kannst.



Um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwendet diese Website Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos

Diese Webseite verwendet Cookies, damit wir sie noch besser machen können. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu.

Schließen