Die besten Last-Minute Tipps zum Lernen. Und was ein Kuss damit zu tun hat …? 

Du sitzt in der Prüfung und hast keinen Plan, wie es weitergehen soll? Nicht, wenn du gut vorbereitet bist! Ich zeige dir meine besten Last Minute Tipps zum Lernen, mit denen du jede Prüfungsform meisterst!

Tipps zum Lernen bei Klausuren

Klausuren

Eine Klausur misst, wie gut du innerhalb kurzer Zeit möglichst passendes Wissen mit guter Struktur, Querverbindungen und treffenden Beispielen prägnant aufs Papier bringst. Dies gelingt nur durch absolute Routine und präzise Vorarbeit. Übe das Schreiben von Klausuren sooft es geht! Stelle dir Aufgaben, beantworte diese in voller Länge. Bereite Musterantworten und Prüfschemata vor. Überlege, wie du Antworten strukturieren kannst. Ein Argumentationsschema für wenige Seiten darf nicht zu kompliziert sein, muss aber alles Wesentliche enthalten! Für Klausuren gilt deshalb:

Tipps zum Lernen in einer Formel - KISS Keep it simple and significant

Es geht los, die Klausur liegt auf dem Tisch:

Halte inne. Leg nicht gleich los, achte genau auf die Hinweise und Erläuterungen des Lehrers bzw. Dozenten. Ist eine Aufgabenstellung unklar? Unbedingt nachfragen!

Was möchte der Prüfer wissen? Denke vom Standpunkt des Prüfers her: Welche Kernpunkte, Fakten, Vergleiche, Anwendungen möchte er sehen? Mach eine Checkliste.

Lies die Fragen. „Diskutiere“ heißt etwas anderes als „Beschreibe“. Oft haben Fragen zwei Komponenten, z. B. eine Theorie erklären und auf eine bestimmte Sache anwenden. Weil sie in der Hektik oft übersehen werden, noch mal: Lies die Fragen!

Lieblingsthemen. Hast du eine Auswahl, nimm Themen, die du magst, die du schon bearbeitet hast. Spiele deine Stärken aus!

Reihenfolge festlegen. Beginne mit dem Filetstück der Prüfung, mit dem, was die meisten Punkte bringt. Nervöse Gemüter halten dagegen ihr Selbstvertrauen bei Laune, wenn sie mit leichten Aufgaben starten.

Brainstorming. Schreibe nun alles auf, was dir einfällt. Das kann eine Strukturkarte sein oder eine Sammlung von Stichpunkten. Achte insbesondere auf die W-Fragen des Global Pictures und definiere entscheidende Analysekriterien (Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Stärken, Anwendungsgebiete etc.). Wähle nach der Ideensammlung eine passende Gliederung (S. 213).

Verteile gleichmäßig. Viele können es nicht lassen, bei einer Aufgabe doppelt so viel zu schreiben wie bei einer anderen. Eine weitere Zeile einer umfangreich abgearbeiteten Aufgabe bringt aber weniger als eine weitere Zeile einer unfertigen Aufgabe. Beim Pokern nützt ein einzelnes Ass schließlich auch nichts.

Abgrenzen. Um eine umfassende Frage zu beantworten, kannst du alle Themen anreißen und vage bleiben. Nur macht das keinen durchdachten Eindruck und gibt schlechtere Noten. Konzentriere dich lieber auf das Kernproblem. Oder diskutiere in einer Einleitung die verschiedenen Facetten der Frage kurz an, wähle dann aber die wichtigsten Aspekte aus und arbeite diese ab.

Suche Muster. Für Naturwissenschaften gilt: Habe ich eine ähnliche Aufgabe schon einmal gelöst? Welcher Lösungsweg soll hier unter Beweis gestellt werden?

Keine Rechtschreibkontrolle. Im Zweifel kommt es auf den Inhalt, nicht auf Schönschrift an. Es bringt mehr, in den letzten Minuten inhaltliche statt formelle Ergänzungen zu machen. Das ist jedenfalls meine Erfahrung. Leider gilt dies nicht für Fächer wie Germanistik und bei Dozenten auf Detailfuchs-Mission.

Tipps zum Lernen bei Open-Book Klausuren

Open-Book-Klausuren

Hier darf man Bücher, Gesetzestexte und evtl. Mitschriften oder Formelsammlungen mitnehmen. Aus diesem Umstand wird klar: Verständnis und praktische Anwendung sind gefragt! Für die Vorbereitung heißt das: viel diskutieren, Beispiele finden, durchdenken, üben, Probeessays schreiben, rechnen. Dennoch bleibt keine Zeit für langes

Suchen, Blättern und Einlesen. Für ein optimales Ergebnis musst du die Zugriffsgeschwindigkeit erhöhen. Dabei helfen:

  • ein Index aus Post-its, der am Buchrand wichtige Kapitel oder Teilbereiche des Gesetzes anzeigt
  • ein selbsterstelltes Inhaltsverzeichnis des Skriptes / deines Ordners mit Musterlösungen, Hinweisen zu Fallarten bzw. wichtigen Unterthemen
  • Farbschemen: Im Gegensatz zu Notizen sind Textmarker-Markierungen oft erlaubt. Wer clever ist, ordnet verschiedenen Farben einen gewissen Inhalt zu, z. B.:

Gelb = Kernaussage

Orange = Wichtiges Argument

Blau = Definition bzw. Annahme

Ein Klassiker ist auch das „Ampelschema“ für Gesetze:

Grün = Gebote

Gelb = Wahlrechte

Rot = Verbote

Blindenschrift. Meist muss man jegliche Notizen aus den Gesetzbüchern ausradieren. Warte aber damit bis zum Vorabend der Prüfung, dann sind diese Anmerkungen frisch im Gedächtnis. Und du wirst am nächsten Tag die verbleibenden leichten Abdrücke gerade noch erkennen können.

Tipps zum Lernen bei Multiple Choice Tests

Multiple Choice

Multiple-Choice-Tests klingen einfacher als sie sind. Klar ist die richtige Antwort irgendwo vorgegeben, aber die Fragen können irreführend und richtig fies sein. Für Patrick, einen Mediziner, ist es daher wichtig, die Fragen äußerst gründlich und mindestens 3-mal zu lesen. Ein gängiger Mythos ist zudem, dass man eine einmal getroffene Wahl nicht mehr ändern soll – das glauben einer Umfrage zufolge 56 Prozent der Studenten. Doch eine Auswertung von 20 Studien zeigte, dass nur 20 Prozent eine richtige Antwort wegstreichen und eine falsche wählen. 60 Prozent hingegen schaffen es, eine falsche Antwort durch eine richtige Lösung zu korrigieren. Deine Chance, dass du durch wiederholtes Nachdenken besser abschneidest, ist demnach fast dreimal so groß! Folgende Strategie:

  1. Erst mal schnell den Text durchgehen und die Antworten, bei denen du zu 90 Prozent sicher bist, ankreuzen.
  2. Halte dich nicht an schweren Fragen auf. Markiere Zweifelsfälle bzw. die wahrscheinlichsten Möglichkeiten.
  3. Bist du einmal durch, gehe zurück und arbeite die unklaren Fragen auf.

Wenn du die Antwortmöglichkeiten noch nie gehört hast, impliziert das häufig, dass sie falsch sind. Achte peinlichst auf kleine Wörter wie „nicht“, „und / oder“, die dich hinters Licht führen können. Klammere in Härtefällen unplausible Antworten aus und rate zwischen den verbliebenen Möglichkeiten. Überlege bereits beim Lernen, bei welchen Inhalten gemeine Fragen auftauchen könnten.

Tipps zum Lernen bei mündlichen Prüfungen

Mündliche Prüfungen

Oft gleichen „Mündliche“ eher einem Fachgespräch als einer rigorosen Prüfung. Hier musst du in Interaktion mit deinem Gegenüber einen Standpunkt vertreten und in der Lage sein, flexibel zu denken. Versuche nicht, die Prüfer mit komplizierten Beispielen und Worten zu beeindrucken. Denk dran:

Die hohe Kunst des Wissens zeigt sich darin, dass man Kompliziertes einfach erklären kann.

Im Normalfall ist der Prüfer dein Freund: Er wird versuchen, dich auf die richtige Fährte zu locken. Mit Andeutungen und Fragen will er / sie dich testen oder auf eine andere Lösung hinlenken. Diese Rückmeldungen sind der Seismograph mündlicher Prüfungen. Achte auf kleine Anzeichen: ein zufriedenes Lächeln, der entspannt zurückgelehnte Prüfer, der stolz schauende Seminarleiter und zustimmende Bemerkungen sind positive Signale. Wirst du nicht unterbrochen, heißt das: „No news are good news!“ Selbst wenn die Mimik starr und der Blick gesenkt ist – fahre fort. Lass dich nicht nervös machen! Wenn aber die Kursleiterin nervös an ihren Haaren spielt oder die Augenbrauen des Lehrers langsam zur Stirn wandern, der Blick verkrampft oder jemand plötzlich einen Asthma-Anfall bekommt, solltest du eine Kurskorrektur in Erwägung ziehen. Erkundige dich: „Bin ich richtig oder meinten Sie etwas anderes?“ Drei Wege zu mehr Feingefühl:

Schau „Wer wird Millionär?“ Achte darauf, wie Günther Jauch Rückfragen stellt und versucht, Kandidaten auf die richtige Fährte zu lenken.

Achte auf Nicht-Gesagtes. Analysiere Gespräche und Konflikte mit Eltern, Freunden, dem Partner: Welche Erwartungen hast du überh.rt? Warum kam es zum Streit? Lerne, Andeutungen ernst zu nehmen und „zwischen den Zeilen“ zu lesen.

Gasthörer. In vielen Studienfächern kannst du bei anderen Prüfungen lauschen. Warum begleitest du nicht einen Freund in die Prüfung? Der ist vielleicht weniger unsicher, du lernst und kannst ihm hinterher Feedback geben!

Tipps zum Lernen bei Haus- und Abschlussarbeiten

Haus- und Abschlussarbeiten

Gedanken brauchen viele Schleifen, bis sie ausgereift sind. Dein Zeitmanagement muss absolut sitzen! Dann kannst du den Zeit-Effekt nutzen: Lasse nach ein paar intensiven Schreibtagen den Text zwei Tage liegen und schau dann mit frischen Augen drauf. Mit ein wenig Abstand fällt es wesentlich leichter, seinen eigenen Text infrage zu stellen und logische Brüche zu erkennen. Deswegen gilt: Je länger man am Stück durchackert, desto mehr leidet die Qualität des Textes. Wer sich keinerlei Pausen gönnt, produziert oft nur Mist, den man hinterher mühsam redigieren muss.

Schreiben ist mühsam und man ist froh, das leere Blatt überhaupt gefüllt zu haben. Dann hängt man geistig und emotional an dem Text, weil man so viel investiert hat. Doch oft ist die erste Version nichts anderes als eine erste Version! Die Faustregel: Gib nie, niemals, die erste Version eines Textes ab! Ein Text wird erst richtig gut, wenn er zerstört und wieder neu aufgebaut wird. Betrachte deinen ersten Entwurf als eine Diskussionsgrundlage, als Sammlung deines Wissens. Hole dir Feedback und ziehe ein Zwischenfazit: Was hast du durch das Schreiben gelernt? Wie müsste man das Thema nun aufziehen? Wenn du das Gefühl hast, da geht noch mehr: Tu es! Erst ist es qualvoll, dann entzücken die erfrischenden Gedanken. Und hinterher ist man froh, etwas Neues vollbracht und weitergedacht zu haben.

Das Tolle daran: Viele Schreibblockaden erledigen sich von selbst, wenn man die erste Schreibversion als Test der eigenen Gedanken ansieht. Was am meisten lähmt, ist der perfektionistische Anspruch, sofort einen gut strukturierten, toll formulierten Text zu Papier zu bringen.

Tipps zum Lernen bei Referaten

Referate

Referate sollen strukturiert informieren. Doch spielen viele „weiche“ Faktoren mit: Wie ist deine Haltung? Wirkst du jämmerlich-nervös oder zuversichtlich? Ist deine Stimme klar? Verleihst du deinen Argumenten Nachdruck? Sprichst du frei? Sind die Beispiele gut? Sitzen die Überleitungen? Ein paar Tipps:

5 x 5 Regel. Eine Folie ist keine Textwüste. Halte es einfach. Nimm nicht mehr als fünf Aufzählungszeichen mit maximal je fünf Wörtern! Formuliere einheitlich.

Scheibenwischer. Präsentiere einen Fakt, daneben eine Grafik / ein Bild / Zitat / Chart. Dann den nächsten Fakt. So wandern Fakten und Belege hin und her. Eine Visualisierung pro Folie ist Pflicht! Das können auch Pfeile, Kästchen etc. sein. Gute Bilder findest du auf Fotolia.de und Getty-images.com.

Den Anfang und Schluss solltest du besonders üben. Das gibt einen sicheren Einstieg und der Nachhall-Effekt wird gut. Dazwischen achtet man nicht so stark auf Formulierungen.

Sprich den Vortrag vorher mindestens zweimal laut durch.

Nicht kleiner machen als man ist. „Entschuldigung“, „Ich hoffe, ich konnte es gut erklären“ oder „Das war nur ein Versuch“ sind tabu. Steh zu deiner Leistung!

Gegen die Schüchternheit: Bist du introvertiert, dann rede, rede, rede! Folgende Maßnahmen solltest du in Betracht ziehen:

Rhetorikseminar | Improvisationstheater-Kurs | Debating Club | Lerngruppen | viele Seminarpräsentationen freiwillig übernehmen | in Vorlesungen mitdiskutieren | im Freundeskreis deinen Standpunkt darlegen | deine Eltern von etwas überzeugen (Wochenendausflug, Kino, Renovierung, Urlaubs-Sponsoring)


Die besten Last-Minute Tipps zum Lernen. Und was ein Kuss damit zu tun hatIch hoffe, dass dir meine Last Minute Tipps zum Lernen in jeder Prüfungsform zur Bestnote verhelfen!

Noch mehr hilfreiche Tricks und Tipps zum Lernen findest du in meinem Buch „Bestnote: Lernerfolg verdoppeln, Prüfungsangst halbieren“.

Ich wünsche Dir bei deiner Prüfung / Klausur / Referat viel Erfolg!

Dein Dr. Martin Krengel








Spare mindestens 1 Stunde Zeit am Tag! Innerhalb der nächsten 10 Tage lernst du, wie du deine Effizienz verdoppeln und deinen Stress halbieren kannst.



  • merktricks-spielend-einfach-schneller-clever-lernen-und-vokabeln-fakten-lernstoff-auswendig-lernen-und-einpraegen-pauken-leicht-gemacht-lern-experte-dr-martin-krengel-2-526x800
    Last-Minute-Merktricks

    Verdoppele deine Erinnerungsleistung. Mit nur (m)einer einfachen, aber extrem mächtigen "3-2-1 Methode". Sie lässt sich ...

  • Stoppt-die-Welt
    Stoppt die Welt, ich will aussteigen!

    Wie fühlt es sich an, loszulassen und das Leben zu Leben, das man leben möchte?...

  • ebook Cover Lesen von Martin Krengel
    eBook Lesen

    Dieses eBook zeigt dir wie du schneller liest als auch wie du Informationen gezielt filterst und selbst komplizierte Texte besser verstehst....

  • ebook Cover Motivation von Martin Krengel
    eBook Motivation

    Was ist Motivation? + Sich motivieren + träumen und zielen + Ablenkungen ausschalten + Tricks gegen Aufschieberitis + mehr Motivation i...

Ja, ich möchte täglich 1 Stunde Zeit sparen

Diese Bücher sind wirkliche Arschretter
mehr findest du hier

Spare mindestens 1 Stunde Zeit am Tag! Innerhalb der nächsten 10 Tage lernst du, wie du deine Effizienz verdoppeln und deinen Stress halbieren kannst.



Send this to friend

Um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwendet diese Website Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos

Diese Webseite verwendet Cookies, damit wir sie noch besser machen können. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu.

Schließen