Vom Umgang mit kleinen und großen Fehlern: Perspektivwechsel macht Sinn





Projekt vergeigt, Klausur versemmelt oder Abschlussprüfung in den Sand gesetzt: Abhängig von der Schwere der Folgen Deines Fehlers trifft er Dich als peinliches, ärgerliches oder schmerzhaftes und mitunter kostenintensives Ereignis. Du kannst den Fehler nicht rückgängig machen. Doch Du kannst Deine Sicht auf den Fehler ändern: Betrachte ihn als Helfer. Damit nimmst Du ihm seine lähmende Last und setzt Energie frei für neue Aktivitäten. Die folgenden Grundgedanken ebnen den Weg für einen konstruktiven Umgang mit kleinen und großen Fehlern.

 

Das Geheimnis des frühkindlichen Lernens zurückerobern

Nie wieder lernt ein Mensch so rasch wie in seinen ersten Lebensjahren. So wird beispielsweise das Aufrichten und Fortbewegen auf zwei Beinen so oft wiederholt, bis es funktioniert. Anders als bei reiferen Menschen wird der innere Antrieb nicht durch Gedanken an mögliche Misserfolge blockiert. Die Frage, wie das Umfeld gescheiterte Gehversuche bewertet, bleibt aus. Erst später fragt sich der Mensch, was andere über ihn denken und wie er vor den Mitmenschen bei einem Misserfolg dasteht – er regiert abhängig vom Naturell mit Unwohlsein und Scham. Im ungünstigsten Fall münden die trüben Gedanken in einer depressiven Episode. Hier heißt das Geheimnis: Gedanken-Stopp. Gelingt es Dir, nach einem Fehler die Gedanken an Reaktionen der Außenwelt auszublenden, hast Du ein Stückweit kindliche Unbefangenheit zurückerobert und zugleich Dein Selbstbewusstsein aufpoliert. Synergie-Effekt: Die Furcht, dass ein Vorhaben zukünftig nicht gelingen könnte, wird bereits im Vorfeld geringer.

 

Aus F wie Fehler und Feind wird F wie Freund

Als Freund kann ein Fehler für Dich tun, was Du vielleicht auch von einem Freund aus Fleisch und Blut erwartest: Er begleitet Dich und bringt Dich dabei ein Stück nach vorn auf Deinem Weg. Die Wandlung vom Feind zum Freund funktioniert in fünf Schritten:

  • Du akzeptierst das misslungenes Ereignis als Fehler
  • Du übernimmst die Verantwortung ohne Wenn und Aber: Auch wenn unfähige Dozenten, eine belastende Familiensituation oder andere Unwägbarkeiten dazu beigetragen haben, dass Du Dein Ziel nicht erreicht hast, so prangt allein Dein Name auf dem Endergebnis
  • Du analysierst den Fehler ergebnisorientiert: Fokussiere Dich auf die Frage, welche Kompetenz(en) Dir zum Erfolg fehlte(n)
  • Du fixierst eine Verhaltensstrategie für den nächsten Anlauf
  • Du schiebst den nächsten Anlauf nicht in weite Ferne

 

Die richtig fatalen Fehler folgen erst später …

Speziell an Menschen mit und ohne Führungsfunktion im Berufsleben richtet sich „Lernen aus Fehlern: Wie man aus Schaden klug wird“ von Elke M. Schüttelkopf. Die Autorin betrachtet Fehler als Chancen und Lernimpulse. Das 2015 unter Haufe erschienene Werk beschreibt anhand zahlreicher praxisnaher Fallbeispiele Wege zu einer neuen Fehlerkultur.

 

Fazit: „Unser Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“

Je schneller Du die Botschaft des französischen Schriftstellers und Malers Francis Picabia verinnerlichen kannst, umso rascher nimmst Du einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum lebenslangen Lernen: Den professionellen, weil konstruktiven Umgang mit Fehlern.




Kategorie: Berufswahl: Was soll ich studieren? | Artikel von | am 22.07.2015



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