Minimalismus: Mal so RICHTIG Aufräumen und ausmisten | Ordnung im Kopf!

Minimalismus, Kleiderschrank Chaos - Tipps für mehr Ordnung

Stapeln sich auf deinem Schreibtisch Dokumente und Tassen wie ein Jenga-Turm? Suchst du täglich irgendwelche Dinge? Vermisst du eine Struktur in deinen Unterlagen?

Unordnung und chaotische Abläufe kosten Zeit und Energie. Minimalismus hilft dir, dein Leben neu zu sortieren und den Fokus auf die notwendigen Dinge zu legen!

Haushalt. Wohnung. Schreibtisch: Ein einziger Chaos-Haufen.

Sieht dein Kleiderschrank, Zimmer, Büro oder Schreibtisch ungefähr so wie auf dem Bild aus?

Willst du wissen, wie aufräumen wirklich Spaß macht und du endlich dauerhaft Ordnung halten kannst? Ich habe meine besten Meister-Propper-Super-Sauber-Tipps und -Tricks für dich gesammelt, mit denen du easy peasy mal so richtig deine Wohnung, dein WG-Zimmer, den Keller oder die Küche entrümpeln, aufräumen und Ordnung schaffen kannst.

 

Artikelübersicht:

 

 

zeitmanagement tipps, Dr. Martin Krengel, Lern-Coach

Über den Autor: Dr. Martin Krengel absolvierte zwei Studiengänge (Psychologie + Wirtschaft) „mit Auszeichnung“ und verfasste 11 Bücher, darunter die Bestseller Golden Rules, Bestnote und Dein Ziel ist im Weg.

 

 

Warum Minimalismus anstreben?

1. Minimalismus leben: Befreie dich von unnötigem Ballast!

Kommst du dir vor wie eine Wühlmaus, sobald du ein Dokument von letzter Woche suchst? Trippelst du auf Zehenspitzen in die Küche, aus Angst, die Abwaschburgen könnten einstürzen? Suchst du den Locher und findest dabei das Buch, das du letzte Woche hättest abgeben müssen?

Klingt, als würdest du im Chaos versinken. Höchste Zeit, mal richtig aufzuräumen und auszumisten!

Hast du dagegen schon einmal vor einem aufgeräumten Schreibtisch gesessen und das befreiende Gefühl genossen, das dieser verbreitet? Dir durch Übersicht und Ordnung Raum für neue Ideen, Dinge oder Aufgaben geschaffen?

Es kann herrlich befreiend sein, Übersicht über alle wichtigen Dinge zu haben! Es fällt damit auch leichter, Konzentration zu finden.

Gib dir einen Ruck und beseitige alle Ablenker und Störenfriede.

  • Lösche unsinnige Spiele vom PC,
  • werfe ausgediente Dinge weg und
  • verbanne alles, was du nicht zum Arbeiten brauchst, vom Schreibtisch.

 

Wenn überflüssiger Kram beseitigt, versteckt, weggeworfen oder anderweitig aus der Schusslinie geschafft ist, beginne, die relevanten Dinge zu sortieren. Und zwar so, dass diese dir die Arbeit erleichtern.

Sobald du das Chaos beseitigt hast, wird deine Aufmerksamkeit auf die wirklich bedeutsamen Dinge gelenkt. Schaffe dir ein sauberes und organisiertes Umfeld!

Weniger Chaos und mehr Ordnung wird deine Effektivität deutlich steigern. Zum Umfeld gehört auch der Umgang mit den neuesten Informationen, die über alle Kanäle täglich auf uns einströmen …

 

Bedenke Folgendes:
  • Die meisten Dinge sind weder wichtig noch dringend (sonst wären sie wohl nicht im Papierstapel-Friedhof gelandet). Trenne dich von Kleinigkeiten, um Energie für die großen Dinge freizumachen! (siehe Pareto Prinzip)
  • Je weniger Dinge du hast, desto weniger bist du abgelenkt!
  • Wer lernt, sich von kleinen, unbedeutenden Dingen (Dokumente, Kleidung, Bücher) zu trennen, tut sich bei den großen leichter (Trennung vom ungeliebten Job, einer Freundschaft/Partnerschaft).
  • Du bist frei für neue Ideen und Aufgaben, wenn du dich von alten Konzepten und Entwürfen trennst.
  • Ein Umzug oder das Arbeiten an mehreren Orten ist weniger stressig.
  • Du passt besser auf Dinge auf, wenn diese nicht ersetzbar sind. (Seitdem ich zwei Brillen habe, suche ich ständig eine von beiden. Vorher ist mir das nicht passiert.)
  • Ein einzelner Gegenstand ist häufig schöner als ein mit ähnlichen Gegenständen vollgestopfter Raum.

 

 

Minimalismus leicht gemacht:
11 Ordnungs-Quickies

 

1. Entleere (nur) eine Schublade
Alles muss raus und gesichtet werden. Beginne mit einer überschaubaren Organisationseinheit: Lieber ein kleines Regal richtig aufräumen als im großen Schrank nur ein paar Dinge halbherzig umherzuschieben.

2. Gegen neue Übermüllung
Sauber machen dauert nicht lange und hat einen psychologischen Effekt: Die eigenhändig aufgeräumten sowie gewienerten Regale und Schubladen füllt man mit mehr Respekt wieder auf.

3. Wirf alte & kaputte Sachen weg
Entsorge Dinge, die „keine Zukunft“ mehr haben: Unvollendete Projekte, ungelesene Zeitschriften, alte Prospekte, Notizzettel, steinzeitliche Mitschriften, unscharfe Fotos, nett gemeinte Weihnachtsgeschenke, die du selbst nicht magst oder brauchst.

4. Zweitverwertung?
Man muss die Dinge aber nicht zwangsläufig wegwerfen. Es gibt viele Möglichkeiten, ihnen noch einen Nutzen zu geben: umfunktionieren (Rückseiten alter Dokumente sind prima Notiz- oder Druckpapier), tauschen (DVDs, Musik, Bücher), anderen Leuten geben, zu Geburtstagen verschenken, spenden, vermieten, als Leihgabe auf „unbestimmte Zeit“ anderen zur Nutzung überlassen. Oder ganz einfach verkaufen.

5. Reduziere
Brauchst du 30 Werbe-Kugelschreiber und acht Bürotassen? Zwei reichen doch auch! Diese Verknappung zwingt zudem, sofort abzuwaschen und verhindert Spülberge. Je weniger Dinge, desto besser passt man eben auch darauf auf!

Halbzeit – weiter geht’s!

6. Strikte Trennung
Denke ans Prinzip „Gleiches zu Gleichem“: Alles, was nicht in diese Kategorie reingehört, wird wegsortiert.

7. Erhöhe die Zugriffsgeschwindigkeit
Oft benutzte Dinge kommen nach vorn, die anderen nach hinten. Verwende Trennelemente und nutze durchsichtige Sammelbehälter wie transparente Plastiktüten, Schutzumschläge oder kantige Vasen – man sieht gleich, was drin ist und reduziert so die Suchzeit. Falte Dokumente immer mit der Schrift nach außen. Dann erkennt man sie leichter wieder. Erfahre mehr zum Reichweiten-Prinzip.

8. Ein Prüfschema
Wegschmeißen oder doch behalten? Prüfe es: ist eine Sache…
… wichtig?
… aktuell?
… schön?
… für andere nützlicher als für mich?

9. Trick für Hamster
Hamster sind Menschen, die alten Kram horten – seien es Prospekte, alte Unterlagen oder nicht mehr verwendete Sachen. Hamster haben es besonders schwer, sich von Dingen zu trennen – sie haben eine emotionale Bindung zu jedem Überraschungsei und Werbegeschenk. Sie sind besonders skeptisch und denken, dass sie all die Dinge noch einmal gebrauchen könnten. Ihnen hilft es, die Dinge nicht gleich wegzuwerfen sondern zunächst in eine „Hamsterkiste“ oder einen „Zwischenpapierkorb“ zu verbannen. Der kommt in den Keller und wenn die Dinge dort nicht innerhalb eines Jahres benutzt wurden, fällt die Trennung leichter.

10. Übertreibe es nicht!
Für die erste Aufräumaktion sollte ein Abend oder ein Wochenendtag veranschlagt werden. Dann sind kleinere Schritte sinnvoll: Besser in der Arbeitspause (wenn du ein wenig Abwechslung brauchst) ein paar Handgriffe machen, als wertvolle Hochkonzentrations-Zeit zu verschwenden!

11. Zu zweit macht aufräumen mehr Spaß
Eine gemeinsame Aufräumaktion mit dem Partner oder Mitbewohner kann eine nette Beschäftigung sein. Die Kommentare des anderen helfen (sofern höflich formuliert), sich von Dingen zu trennen: „Die Schuhe passen dir überhaupt nicht mehr“; „Das Jackett hat mir ohnehin nie wirklich gefallen“; „Der Tennisschläger hat seine beste Zeit auch hinter sich“.

 

Auch im Büro kommt gewiss der nächste Frühjahrsputz:
  • Zentralisiert Ordner, auf die jeder Zugriff haben muss
  • Vermeidet doppelte Ablagen
  • Beschriftet alle Ordner einheitlich
  • Entscheidet: Welche Informationen sind entbehrlich? Welche Unterlagen braucht die Abteilung wirklich, die aber bisher zu kompliziert gestaltet oder zu wenig abgerufen werden? Welche Unterlagen müssen nur aufgrund von Vorschriften archiviert werden und können abseits gelagert werden?

 

 

Räumst du lieber auf, als zu arbeiten?

Golden Rules für konzentriertes und motiviertes Arbeiten von Martin Krengel

… dann ist das leider ein klarer Fall von Prokrastination.

In den „Golden Rules“ findest du 50 tolle Motivationsmethoden. Denn wenn wir wissen, wie wir unsere Arbeit oder das Lernen anpacken, dann können wir uns leichter fokussieren und motivieren. Starte jetzt durch!
Aufräumen & ausmisten: Ein Erfahrungsbericht

 

Minimalismus im Kopf

2. Mal so richtig ausmisten & aufräumen im Kopf. Wie wäre das?

Unlängst habe ich ausgemistet.

Frühjahrsputz gemacht.

Ca. 20 Kg sind in 3 Stunden weggeschafft! Ich fühle mich erleichtert, sehe Klarheit vor meinem Auge und spüre sie im Kopf. Es fühlt sich gut an!

Aufräumen, Ausmisten, dass Chaos bekämpfen und die Ordnung wieder herstellen.

Viele Wünschen sich das, es klingt auch banal. Doch für viele fällt das nicht leicht: Man braucht viel Energie und Anfangsschwung und man muss Prioritäten setzen und sich auch von alten Dingen trennen können.

Das ist alles andere als einfach: Unser System muss erst einmal lernen, dass Entlastung auch etwas Gutes sein kann und positive Gefühle mit sich bringt. Beim Shoppen ist es ja auch so: Ich kaufe etwas, und bekomme einen Boost. Nun werfe ich etwas weg und bekomme ebenso einen Boost. Das ökologische Gleichgewicht ist damit wieder hergestellt.

So sollte es jedenfalls sein. Bei vielen kommt das Hochgefühl nur beim Einkaufen, nicht aber beim Ausmisten. Ein chaotischer Schreibtisch, Haushalt oder ein  unordentliches Büro sind die Folge.

Ich kann dir aber nur Mut machen: Nach jeder Aufräum-Aktion fühle ich mich freier, klarer, wohler.

Minimalismus, Wie richtig aufräumen - ein Beispiel

Ich bin stolz, dass ich mich von den Dingen trennen konnte und spüre geradezu, wie nun wieder Platz entsteht. Für den Moment, den Genuss des Hier und Jetzt, für neue Abenteuer und Dinge in der Zukunft.

 

 

Ordnung durch Minimalismus

3. Ordnung schaffen: Eine Anleitung

Was und wie habe ich ausgemistet?
  • Prospekte, Eintrittskarten, Unterlagen, vermeintliche Erinnerungen (an die ich mich heute schon nicht mehr erinnern konnte)
  • Zeitungen, unwichtige Interviews, Dinge die mir früher einmal wichtig waren – mit denen ich mich heute aber nicht mehr identifizieren kann (z.B. Waffen, Werner-Comics, Basketball-Fanartikel)
  • Sammlungen: Streichholzschachteln (bin Nichtraucher und werde diese nicht aufbrauchen, bis ich 90 bin!), Bierdeckel (ich vertrage Alkohol nicht gut, also was soll ich damit?)
  • Alte Geschenke, z.B. Parfum, das ich nicht mag und das eh schon abgelaufen ist.
  • Bilder, die nichts geworden sind oder Erinnerungen an nicht so schöne Momente hervorrufen
  • Sicherungskopien, die doppelt und dreifach rumlagen
  • Software, zu denen ich nicht einmal mehr den Rechner und das Betriebssystem hatte
  • Zusätzliche Kabel zum Drucker, Navigationsgerät, Fotoapparat, die ich noch nie benutzt habe
  • CD´s, die vielleicht noch einen Nostalgiewert haben, die ich aber eigentlich nicht mehr hören will
  • Medikamente, die abgelaufen sind
  • Technik, die ich nicht mehr verwende (alte Mini-Disks – Ich habe gar keinen mehr Player dafür), alte Fotoapparate
  • Einen alten Party-Lichtschlauch, der zwar noch funktionierte, der mir aber inzwischen zu alt und zu billig für eine stilvoll dekorierte Party vorkam. (Auf den bin ich besonders stolz, denn er wog 2 Kg und nahm viel Platz weg. Der Umstand, dass er noch funktionierte bedeutete eine echte Trennung und schwierige Entscheidung für mehr Freiraum)
  • Poster, die ihren Dienst getan haben oder nie mehr tun werden
  • Bücher, die ich niemals lesen möchte, die mir aber jedes Mal ein schlechtes Gewissen machen, wenn ich sie ansehe.

 

 

Minimalismus, aufräumen & Ordnung halten: Fazit

4. Warum mir aufräumen Spaß macht

Minimalismus, Kleiderschrank mit Ordnung - Ordnung mit System

Sieht dein Kleiderschrank jetzt so aus?
Ich liege abends im Bett, sehe mein aufgeräumtes, sauberes Zimmer und fühle mich gut.

Ich habe mich heute intensiv mit meinem Leben beschäftigt, in Erinnerungen geschwelgt und habe viele Entscheidungen getroffen. Ich habe dabei viel nachgedacht: Über das was mir einmal wichtig war, was mir heute wichtig ist und was in Zukunft noch Bedeutung für mich haben soll.

Wow, das ist eine super Übung zur Priorisierung. Und während ich abends so daliege und mich über meine Errungenschaften freue, merke ich plötzlich, wie mich all diese kleinen, aber eigentlich bedeutungslos gewordenen Dinge festhielten, zurückzogen und mir wenig Platz für Ruhe ließen.

In dem Moment realisiere ich auch, wie vollgepackt mein Leben allgemein ist – nicht nur mit solchen Gegenständen, auch mit Aufgaben, Terminen und Dingen die ich mir seit Jahren vorgenommen, aber nie realisiert habe. Ich spüre plötzlich, wie mir das Aufräumen und Ausmisten dabei helfen wird, auch im Alltag, zum Beispiel an meinem Rechner zu entscheiden, welche Mail ich beantworte, welche Aufgabe ich wirklich beginne und welche alten Blogartikel und Notizen ich endlich lösche, die ich immer mal ausarbeiten wollte, aber nie dazu gekommen bin.

Um Platz und Zeit frei zu machen, um darüber nachzudenken, was wirklich neu und innovativ ist. Darüber, wer ich bin und was einmal sein könnte, um mit Gedanken die verwirklicht werden können voranzukommen.

Mein Fazit: Aufräumen macht meinen Kopf frei und ich kann konzentrierter und fokussierter Arbeiten!

 

 

Minimalismus – Tipps zum aufräumen

5. Aufräumtipps: Wie schaffe ich es, mein Zimmer systematisch aufzuräumen?

 

Das Chaos beenden: 3 Fragen zu Minimalismus

1. Warum fällt uns das Aufräumen oft so schwer?
Dinge sind keine toten Gegenstände für uns. Wir verbinden Erinnerungen, Erlebnisse, Freude, Schmerz, Situationen, Lebensabschnitte mit dem Stofftier, der alten Geburtstagskarte, der Rock-CD. Die Gegenstände werden ein Teil, ein Zeitzeuge von unserem Leben. Das Problem ist nur: Je mehr es werden, desto stärker halten, fesseln und bremsen sie einen …

 

2. Wie radikal muss man aufräumen?
Wie es beliebt. Manche mögen (und können) einen Radikalschlag. Es ist aber nichts dagegen einzuwenden, in mehrere Runden vorzugehen. Man setzt sich dann zum Ziel mindestens 10, 20 oder 50 Prozent der Dinge auszusortieren. Das ist leichter, als sich gleich von (fast) allem zu trennen.

 

3. 4 Tricks, um Dinge einfacher wegzuwerfen!

  • Fotos von den Dingen machen, die man aussortiert. Man behält die Erinnerung, löst sich aber von raumgreifenden Sachen.
  • Dinge verschenken. Ich kann mich leichter von den Sachen lösen, wenn ich weiß, dass andere mehr Freude damit haben als ich selber.
  • In den Kreislauf zurückführen. Ebenso mache ich mir bewusst, dass die Dinge recycelt werden.
  • Dem System vertrauen. Ich weiß, wenn ich wirklich mal wieder ein Buch, eine Information oder einen Text brauche, dann kann ich Ihn googeln oder in eine Bibliothek oder in der Buchhandlung finden.

Notfalls kann man eine Sache, die noch funktionierte, die man aber nie benutzt hat, wieder neu kaufen. Das ist mir aber noch nie passiert.

 

 

Wie am Besten Aufräumen und Ordnung halten?

 

Minimalismus: Aufräum-Methoden & Ordnung halten

6. Sturmflut oder sanfte Kraft – Was ist dein Favorit?

Hast du es satt, viel Zeit zu verlieren, Dinge zu suchen oder sie von einer Zimmer­ecke zur Nächsten zu schieben, nur um ein wenig Platz auf deinem Schreibtisch, Bett oder Sessel zu erkämpfen? Dann ist dieser Abschnitt der Richtige für dich.  Starten wir mit zwei Arten des Aufräumens:

Aufräumen

Aufräummethoden - Ordnung und Organisation - Buch - Zeitmanagement - Selbstmanagement - Motivation - Selbstmotivation - Konzentration - Studium - Lernen - Ratgeber Dr. Martin Krengel

 

Die „Sturmflut“

Nach einer Aufräumaktion fühlt man sich gut, weil der Erfolg unmittelbar sichtbar ist. Allerdings kann es sehr energieaufwändig sein, wenn du alles auf einmal putzen und sortieren willst. Ein halber Tag ist schnell verstrichen, wenn du begonnen hast, deine Ordner komplett zu sortieren und Dutzende von Zetteln wieder woanders einzusortieren.

Oft fehlt zum Schluss die Energie, die Ordnungsaktion zu Ende zu bringen. Durch die vielen Veränderungen findest du nicht mehr alles wieder, weil du gar nicht mehr weißt, wo die Sachen jetzt neu abgelegt sind. Das Ergebnis dieser „Sturmflut“ ist dann dasselbe Chaos wie vorher – nur, dass die Sachen nun in einer anderen Ecke herumliegen.

Dennoch muss oft erstmal eine Sturmflut kommen, die den gröbsten Kram wegspült. Zwei Bedingungen:

  1. Durchdenke vorher dein Ordnungssystem: Welche Funktionen muss es wo erfüllen?
  2. Begrenze die Zeit der Sturmflut, z.B. auf fünf Stunden, in denen du dein ausgedachtes System umsetzt.

 

Die „sanfte Kraft“

Machst du nach und nach immer mal wieder einen Handschlag und gibst ständig ein wenig Obacht, kannst du dem Chaos vorbeugen und kleinere Pausen dazu nutzen, schnell „im Handumdrehen“ aufzuräumen.

Das Putzen und Aufräumen deines Zimmers geschieht so quasi nebenbei. Es ist eine „sanfte Kraft“. So, wie das Wasser über die Zeit ganze Landstriche geformt und verändert hat, erreichst du mit geringem Aufwand zwischendurch langfristig Ordnung.

Warte nicht ab bis wieder eine Sturmflut kommen muss, sondern nutze die sanfte Kraft gelegentlicher Handgriffe, um Ordnung zu halten: Hebe den Staubfussel auf, ohne gleich den Sauger zu schwingen, putze die Küche schnell in den Pausen.

Arbeite in kleinen Portionen und nimm dir jeweils nur eine Einheit vor, z.B. ein einzelnes Schubfach: Entleeren, reinigen und nur das rein, was in diese Kategorie wirklich hineingehört. Am nächsten Tag kommt ein anderes Fach dran. So hütest du dich vor Gewaltaktionen.

Selbst deinen Schreibtisch solltest du nicht länger als zwanzig Minuten aufräumen (und das am besten ein- bis zweimal wöchentlich): Das Wichtigste zurechtlegen, ein paar Dinge entfernen und Staub wischen. Alles andere muss in wenigen Handgriffen nebenbei erfolgen, vor allem morgens vor oder abends nach dem Arbeiten. So hat dein „Frosch“ reichlich Platz, sich auszubreiten.

 

Raus damit!

Achte empfindsam darauf, dass du bei jeder Aufräumaktion, aber auch bei jedem anderen Handgriff all die Dinge entsorgst, die „keine Zukunft“ mehr haben: Unvoll­endete Projekte, unerledigte Ablagen, ungelesene Zeitschriften, alte Prospekte, Notizzettel, unbrauchbare Vorlesungsmit­schriften (die bereits anderweitig zusammen­gefasst sind), alte Post, unscharfe Fotos.

Sei auch bei Computerdateien und E-Mails besonders kritisch bei den Dingen, die eine Erlaubnis bekommen, in den Weiten deiner Festplatte zu verweilen. Die Festplattenkapazität ist zwar nicht mehr der limitierende Faktor – aber du selbst solltest noch fähig sein durch­zublicken.

 

 

Minimalismus: Fragen beim Aufräumen

7. Minimalismus durch aufräumen

Frag dich bei jedem Objekt oder Zettel, den du in der Hand hältst:

  1. Ist diese Sache wichtig/noch aktuell?
  2. Findest du es schön/erinnerungswürdig?

Musst du zweimal verneinen, dann geht es ohne über „Start“ zu gehen in den Papierkorb! Evtl. hat auch jemand aus deinem Bekanntenkreis einen wesentlich höheren Nutzen aus einem Objekt/einer Information als du selbst: Entlaste dich, indem du ihm damit eine Freude machst!

 

 

Minimalismus auf Reisen

8. Minimalismus-Tipps beim Reisen

Nur das Notwendigste
Mach auch mal Pause von deinen Besitztümern und fahre nur mit dem Notwendigsten fort: Meist zieht man doch dasselbe an. Wähle sorgfältig aus, was du tragen willst – im doppelten Sinn des Wortes.

Reise-Module
Richte dir kleine Täschchen oder Plastikbeutel-Module ein, die du flexibel mit nach Hause, zu Bewerbungsgesprächen oder in den Urlaub nehmen kannst. Folgende Module sind nur Ideen, die du erweitern kannst:

  • „Be prepared“: Dieses Modul enthält ein Notfallpack, das ich immer im Rucksack trage. Darin: Mini-Zahnbürste, Mini-Deo, eine kleine Schachtel mit den wichtigsten Medikamenten sowie Haargel. Nützlich vor Bewerbungsgesprächen, Dates & Co.  … J
  • Mini-Büro: Mini-Textmarker, Mini-Tacker, Mini-Post-Its, Druckbleistift mit Radierer. Damit du unterwegs gut arbeiten kannst und Sachen, die du unterwegs oder spontan liest, nicht lang nachbereiten musst.
  • Waschtasche: Kaufe dir eine aufhängbare Waschtasche, so bleibt Platz auf dem Waschbecken. Darin: Die wichtigsten Medikamente, Kosmetika, Pflegemittel.
  • Sommer-Survival: Sonnencreme, Sonnenbrille und Badesachen und -schlappen.

 

 

Mehr Minimalismus-Reise-Tipps:

  • Kalender & Handy
    In beidem zusammen sollte alles Wichtige gespeichert sein: Adressenliste, Passwortverzeichnis, Bankverbindungen, Notfallnummern. Du weißt nie, in welchem Teil der Welt du die Infos einmal brauchen wirst.
  • Nur 75% Auslastung
    Wenn wir wie gewohnt die Kapazität unserer Reisetasche auf dem Hinweg immer 100% auslasten würden, passiert auf dem Rückweg immer dasselbe: Sie geht nicht mehr zu. Der Grund: Einkäufe und gebrauchte Sachen nehmen mehr Platz in Anspruch. Zudem haben wir weniger Zeit zu packen. Deswegen immer 25% Platzreserve einplanen!
  • Mehrere Funktionen suchen
    Auf Reisen gilt: Versuche, solche Dinge mitzunehmen, die mehrere Funktionen erfüllen: After Sun ist gleichzeitig Hautcreme, Shorts und T-Shirt sind auch Schlafanzug, Badeschlappen sind gleichzeitig Hausschuhe.
  • Miniaturisierung
    Fülle alle Kosmetika (Shampoo, Duschbad, Cremes) in kleine Behältnisse ab. In der Drogerie gibt es auch Mini-Fläschchen aller Art zu kaufen oder du verwendest die kleinen Proben aus Hotels.
  • Aufhängen
    Viele Taschen und kleine Karabinerhaken machen es leichter, die Übersicht zu wahren. Nimm je eine Tüte für getragene Sachen, Elektronik-Zeug, etc. Packe immer ein paar Tüten in Reserve ein. Wenn es mal eng wird, kannst du dir einen „hängenden“ Kleiderschrank mit den vielen Tüten basteln, die du an die Karabiner-Haken hängst.

 

Quelle: Der Studi-Survival-Guide.
Weitere Organisations- und Ordnungstricks in den „Golden Rules“ ab Seite 156.

 

 

Minimalismus – ja oder nein?

9. Muss es immer Minimalismus sein? Eine mögliche Alternative.

 

Es geht darum, den Kopf freizukriegen!

Das geht sehr einfach mit:

 

„Krengels Kategorien:“

 

Fasse in Kategorien zusammen

Dabei gilt das Grundprinzip: Gleiches zu Gleichem. Alle Dinge, die eine ähnliche Funktion haben, werden zu einer Kategorie zusammengefasst und gemeinsam aufbewahrt. Das kann ein Regal, eine Schublade, eine Kiste, eine Mappe, ein Ordner, ein CD-Ständer oder ein ähnliches Organisationsmedium sein.

Hilfreich ist es, die Sachen in nur einem Aufbewahrungsmittel unterzubringen. Z.B. könntest du alle notwendigen Ladekabel für deine Geräte oder alle eventuell noch genutzten Computer-CDs in eine große CD-Mappe einsortieren. Dafür solltest du die CDs aus den Hüllen nehmen und mit in dieser CD-Mappe unterbringen. Dann hast du wirklich alles „griffbereit“.

Ist diese CD-Mappe dann voll, ist es Zeit, auszusortieren. Welche CDs werden noch gebraucht? Welche können entfernt werden? Durch die Begrenzung auf ein einziges Aufbewahrungsmedium beugst du dem „Zuramschen“ vor. Und wenn du tatsächlich keine CD mehr weggeben oder wegwerfen kannst, muss eine größere CD-Mappe herhalten. Hauptsache, es bleibt alles zusammen!

Alles ist dann an diesem einen Ort. Nicht an zweien oder dreien. Das einfachste Medium für die Aufbewahrung sind übrigens Schuhkartons. Diese haben eine gute Größe, man kann leicht hineingreifen, sie beschriften und notfalls wegstapeln. Und du hast nun ein perfektes Alibi um neue Schuhe zu kaufen. 🙂

Beachte die Kategorie-Regeln
  • Ist eine Kategorie voll, ist das ein Zeichen, auszumisten! Das geht ganz nebenbei – wenn du etwas aus der Kategorie brauchst und dabei etwas entdeckst, das nicht mehr benutzt wird, wird es aussortiert.
  • Manchmal ist das Aufbewahrungsmedium zu klein. Beschaffe ein größeres Ordnungsmedium, wenn du nichts mehr aussortieren kannst.
  • Oder es ist zu unübersichtlich. Dann helfen Unterkategorien. Zum Beispiel in deiner CD-Sammlung vermischen sich Software, Musik und Filme. Dann kaufe drei CD-Mappen und trenne die „Videothek“ von der „Jukebox“. Wichtig ist, dass sich die Unterkategorie klar durch ein dominantes Kriterium unterscheiden; hier sind es die Rubriken „Videos“ versus „Musik“.
  • In ein „Waisenhaus“ kommen alle Dinge, die sich nicht zuordnen lassen oder bei denen du dir nicht sicher bist, ob du sie noch brauchst. Lassen sich nach einiger Zeit keine „Adoptivkategorien“ finden, verschenke/entsorge diese Dinge.
  • Eine Kategorie wird im Normalfall bis zu 40 verschiedene Gegenstände beherbergen, danach aber wird sie zu groß.
Denke in Schubladen

Minimalismus, Kategorien für mehr Ordnung – 6 Tipps

Durch das Prinzip „Gleiches zu Gleichem“ sinkt die Anzahl der Dinge, die man kontrollieren und wiederfinden muss, beträchtlich.

Ich plädiere deswegen für die Wiedereinführung des „Schubladendenkens“. Die Schubladen sind unsere Kategorien. Damit bestimmst du einen festen „Wohnort“ für die verschiedenen Sachen.

Stelle dir vor, dass dein Tacker auf dem Regal neben dem Schreibtisch wohnt und er immer wieder nach der Benutzung zurück nach Hause will. Zurück zu seiner Familie ähnlicher Dinge, zum Locher, Lineal und Taschenrechner.

Durch diesen Gedankentrick fällt die Zuordnung leichter. Oder denke an einen unsichtbaren Faden, mit dem die Sachen mit ihrem Wohnort verbunden sind. Dieser Faden ist ein Gummiseil, das die Gegenstände magisch zurückzieht. Das Buch wird damit nach Benutzung ins Regal, die Kaffeetasse in die Küche „zurückgezogen“.

Besonders effizient ist die Wohnort-Metapher für Dinge wie Schlüssel, Brille, Geldbeutel & Co., also Sachen, die man oft braucht, aber gerne verlegt. Bei mir gibt es eine „Startrampe“ – ein kleines Regal am Ausgang, wo diese Ausreißer liegen und ich sie sehe, wenn ich die Schuhe anziehe. Und das Telefon? Liegt natürlich immer in der Ladeschale. Der iPod? Wohnt immer in der Jackentasche und darf nur zum Laden mal kurz raus. Indem man die Dinge sichtbar dorthin legt, wo man sie am ehesten benötigt, und es sich routinemäßig angewöhnt, diese Dinge immer wieder dorthin zurückzulegen, „passiert“ Ordnung quasi nebenbei. Du wirst nicht mehr durchs Suchen aus deinen Gedanken gerissen und legst die Dinge automatisch zurück.

Es ist nur eine Frage der richtigen Angewohnheit! Denn dass wir die Sachen einfach irgendwo statt in ihrem „Zuhause“, ablegen, ist auch nur eine Angewohnheit. Allerdings eine schlechte.

Nutze den Etiketten-Trick

Beschrifte Schubfächer, Regale, Ordner. Notiere deutlich, wofür sie gut sind oder was darin verborgen ist: Wenn in du ein Briefablagekasten mit „Projekt A“ beschriftet hast, hat dort nichts von Projekt B zu suchen! Damit werden klare Zuordnungskriterien geschaffen. Sonst überlegt man lange, wo etwas hinsortiert werden soll, findet keine Lösung und der Gegenstand verschwindet in der nächsten Ecke – auf Nimmerwiedersehen.

Außerdem zwingt das Beschriften zur Priorisierung: Du musst genau überlegen, welche Dinge du eigentlich brauchst, am häufigsten benutzt und was überflüssig ist. Beschrifte mit gleichen Farben und schreibe so deutlich, dass du die Beschriftung aus einem Abstand von einem Meter erkennst.

 

Übertreibe es nicht

Bitte keinen falschen Ehrgeiz! Treibt man es mit der Ordnung zu weit, ist man bald „überorganisiert“ und findet Dinge nicht, weil man sie zwar genau abgelegt, gespeichert oder weggeheftet hat, aber nicht mehr weiß, in welchem der tausend Unterordner. Das Kategoriensystem ist da ein guter Mittelweg. Hier wird zusammengefasst, was zusammen gehört. Aber Penibilität ist fehl am Platz. Deshalb:

  • Bilde eher breite Kategorien, z.B. ist ein Ordner „Bibliothek“ ein „Archiv“, in das alle Dateien hineinkommen. Das ist mitunter besser als viele Unterordner, die schnell unübersichtlich werden können. Oder lege lieber einen E-Mail Ordner „To-do“ an, den du täglich kontrollierst, als fünf Ordner „Mo-Di-Mi-Do-Fr“
  • Wirf Dinge immer schon einmal zwischendurch weg.
  • Ordne erst, wenn du Dinge einer Kategorie gerade brauchst.

 

Finde die richtige Kategorie

Nimm dir Zeit, die ersten Kategorien zu bilden. Suche für alle Kategorien einen „Wohnort“, z.B. ein Regal, eine Schublade, einen Ordner oder eine Kiste. Hier sind Beispiele für solche Kategorien:

  • Medizin kommt komplett in einen Medizinschrank oder Kulturbeutel
  • Computer (Kabel, Software, Reinigung): alles in ein Schubfach
  • Reisen (Ohrstöpsel, Taschenmesser, Karten): in eine Kiste
  • Heim & Haushalt (Werkzeug, Ersatzbirnen): in eine Kiste im Flurschrank
  • Büromaterialien (Papier, Folien, Stifte): in Griffnähe am Schreibtisch
  • Post (Umschläge, Briefmarken): in Griffnähe, z.B. in eine Briefablage

In einem Haushalt gibt es tausend Dinge. Man verliert leicht den Überblick. Werden die Sachen jedoch nach Kategorien geordnet, reduziert sich die gefühlte Anzahl erheblich.

 

 


Minimalismus, Buchcover Golden Rules von Martin KrengelWird Licht durch eine Lupe gebündelt, kann es Papier entflammen. Genauso steigerst du deine Leistung, wenn du deine Sachen zusammenfasst.

Durch Kategorien sorgst du spielend leicht für mehr Struktur und Ordnung.

Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Selbstmanagement-Bestseller „Golden Rules„, S. 159, Kapitel 42.

 


 

 

Minimalismus & Ordnung: Zusammenfassung

10. Minimalismus & aufräumen: FAZIT

Ordnung bewegt sich im Wechselspiel von Reduzieren und Organisieren. Wirf so viel wie möglich weg und organisiere den Rest nach dem KISS-Prinzip. Nutze die sanfte Kraft des Aufräumens zwischendurch.

Ein geeignetes Organisationssystem steht ständig auf dem Prüfstand – es muss sich deinen Aufgaben und Prozessen anpassen. Ändern sich diese, muss sich auch dein Organisationssystem verändern (z.B. neue Hängemappen kommen hinzu, Alte verschwinden).

Unterscheide in deinem Arbeitszimmer, bei deinen Computerdateien und bei deinen E-Mails die drei Bereiche „Arbeitsplatz“, „Ressourcen“ und „Archiv.“

 

5 Regeln, was mit den Dingen passieren soll:
  1. Weder schön noch nützlich: Wegwerfen
  2. Für andere wichtiger als für dich: Delegieren
  3. Wiederholt sich nicht und ist in 3 Minuten zu erledigen: Sofort bearbeiten
  4. Zeitaufwändig, wiederholt sich: Sammeln und später bearbeiten
  5. Brauchst du nur später evtl. oder es ist ein Dokument: Archivieren

minimalismus, brainy jongliert

Entwickle Handlungsroutinen, die auf Dauer entlastend für deinen Organisations- und Ordnungsaufwand sind. Sortiere Gleiches immer zu Gleichem!

Stelle dir die folgende Testfrage: Stehen die Dinge so, dass man sie intuitiv finden kann? Würde sich dein Mitbewohner zurechtfinden, wenn du ihn aus der Ferne bittest, ein Dokument für dich herauszusuchen?

 

 

 

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Ist dein Kopf unaufgeräumt? Fehlen dir gute Konzentrationsmethoden? Hast du Probleme mit Aufschieben („Prokrastinieren“)? Lies hier, mit welchen Vorgehensweisen du gezielt Prüfungsangst beseitigen kannst. Denn du weißt sicher: Ritalin und bloße Motivationssprüche helfen auch nicht weiter!

 

 




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