Konzentration lernen

Konzentration Lernen: Richtig ein- & abschalten

Eine Frage hat mich im Laufe meines Studiums immer wieder beschäftigt: Wie kann ich meine Konzentration verbessern? Ich hatte das Gefühl, dass ich meine Arbeitsleistung um das doppelte durch klarere Gedanken steigern könnte. Inzwischen habe ich Antworten gefunden und diese in 10 Konzentrations-Tipps gefasst:

Konzentration Lernen 1. Stimme dich auf die Aufgabe ein

Diese 3 Konzentrations-Killer hindern an der Arbeitseffizenz:

Ratlosigkeit: Hier hilft ein schriftliches Brainstorming / eine MindMap um den eigenen Standpunkt zu klären oder um die nächsten Meilenschritte zu bestimmen. Was sind wichtige, noch offene Fragen? Oder: Denke vorm Aufstehen oder Schlafengehen an deine Aufgabe. Überlege, wie du sie besser angehenkönntest. 5 Minuten reichen schon um das Unterbewusstsein zu aktivieren, das dann selbstständig beim Frühstück oder in deinen Träumen weiter arbeitet. Bist du plötzlich aufschreckst: „Heureka! Ich hab’s. So könnte ich es mal probieren…“

Motivationsprobleme: Lies etwas motivierendes, z.B. von die Autobiografie von jemanden den du bewunderst. Das gibt Kraft, um die eigene Aufgabe endlich anzupacken.

Nervosität: Probier es mit einer kleinen Einstimmungs- und Meditationsübung: Setz dich an den Schreibtisch, schließe die Augen und denke intensiv an die Aufgabe. Wenn sich andere Gedanken dazwischen schleichen wollen, stell dir vor, diese Gedanken sind wie Wolken, die der Wind wegbläst. Oder es ist Wasserdampf, der sich schnell in ein Nichts auflöst. Mache diese Übung bis du dich ruhiger fühlst und klarer denkst.

Konzentration Lernen 2. Surfe auf der Flow-Welle

Was hilft gegen Lustlosigkeit und fehlende Motivation? So blöd es klingen mag: Anfangen! Beginne mit einfachen Dingen und nach einer Weile merkst du: Wow, wo ist die Stunde hin? Es wird dir oft passieren, dass du erst so richtig in Fahrt kommst, wenn du eine Weile an der Aufgabe sitzt. Wartest du hingegen auf einen „kreativen Einfall“, wirst du lange warten. Das Gehirn braucht ein gewisses Maß an Stimulation um ins Arbeiten zu kommen.

Konzentration Tipp: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Schaffst du es, dich an das regelmäßige Arbeiten zu gewöhnen, funktioniert es von allein. Du musst nur die ersten 3 Tage überstehen!

Konzentration Lernen 3. Arbeite in deiner persönlichen Primetime

Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit schwankt im Laufe des Tages. In Phasen höherer Energie sind auch Entschlusskraft und emotionale Stabilität höher – wir sind weniger stressanfällig. Genug Gründe also, die wichtigsten Aufgaben in Hochphasen zu legen und nicht durch Smalltalk oder Facebook total zuverdatteln. Beobachte dich und bestimme deine persönlichen „Primetimes“. Für die meisten Menschen liegen diese am Vormittag und am frühen Nachmittag („Morgenmenschen“). Es ist viel effizienter in diesen wenigen Stunden intensiv zu arbeiten, als den ganzen Tag ein bisschen.

Konzentration Lernen 4. Verstärke deine Hochphasen auf sanfte Weise

Setze Kaffee nur dosiert ein: Zwei Tassen reichen: eine als Startschub am Morgen und eine nach dem Mittagstief am Nachmittag. Warum? Kaffeewirkt bis zu 6 Stunden im Körper – die zweite Tasse  nach einer Stunde bringt einfach nicht so viel wie die erste. Zudem schadet es deinem Biorhythmus wenn du die Down-Phasen, die der Körper zur Regeneration braucht, durch RedBull oder Koffein wegdrückst. Versuche es lieber mit energetisieren Früchten und Tees: Grüntee, Mate, Ingweraber auch frische Küchenkräuter und Zutaten deiner Gerichte wirken sehr energetisierend!

Konzentration Lernen 5. Sprich die  Sinne an

Lernen funktioniert desto besser, je mehr Sinne involviert werden. Auch für die Konzentration ist die Aktivierung verschiedener Sinneskanäle förderlich: Denke an buddhistische Mönche die mit Gesang und Sandelholz-Kerzen meditieren. Sie sprechen Augen, Ohren und Nase gleichermaßen an. Auch ist es kein Wunder warum so viele Menschen gern Musik bei der Arbeit hören: Es macht gute Laune, motiviert, lässt sie länger schaffen. Richte dir deswegen auch ein nettes Ambiente ein! Als musikalische Unterstützung empfehle ich klassische Musik (Top: Vivaldi´s „VierJahreszeiten“) und Chill-Out-Musik („Café del Mar“, „Buddha Bar“). Das hat nicht nur Style, sondern zieht dich manchmal auch in einen Arbeitsflash.

Konzentration Lernen 6. Vermeide Störungen

Das A & O bei denkintensiven Aufgaben: Ruhe! Jede kleine Störung kann einen komplexen Gedankengang abreißen lassen. Deswegen: Verkriech dich in die hinterste Ecke der Bibliothek, in der dich keiner kennt. Verbiete Mutti dir Tee zu servieren. Hänge ein „Schlafe- nicht stören“ Schild an deine WG-Zimmer Tür (Gründe wie „Lerne! Bitte Ruhe“ verstehen deine Mitbewohner ja leider nicht…).

Konzentration Lernen 7. Wechsele die Tätigkeiten öfters ab

Jede Tätigkeit wirkt auf Dauer ermüdend. Du kannst aber deinen Arbeitseifer „im Flow“ halten, wenn du öfters die Tätigkeiten wechselst: Lies ein Buch, fasse dann einen Teil zusammen, nimm dann die Vorlesungsfolien zu Hand bevor du einen Kommilitonen anrufst, um mit ihm Fragen durchzusprechen. Dann fängst du wieder an zu lesen.

Für eine Lernzeit empfiehlt es sich zwei Themen pro Tag zu takten: bis 13Uhr Thema 1 lernen, eine längere Pause machen und von 15-21 Uhr das Thema 2 pauken. So wird´s nie langweilig. Es tut zudem gut, die Körperhaltung (sitzen-liegen-stehen-gehen) abzuwechseln sowie gelegentlich an einem anderem Ort zu arbeiten (Bibliothek oder Café).

Konzentration Lernen 8. Leg rechtzeitig Pausen ein

Wer durchweg arbeitet und paukt ist ineffizient. Nicht nur unser Gehirn braucht Auszeiten, auch unser Körper will gereckt und gestreckt werden. Eine Konzentrationsspanne reicht ca. 30-60 Minuten. Wenn man allerdings die Arbeiten abwechselt, kann man gut Arbeitsblöcke von 1½ bis 2 Stunden hinbekommen. Doch dann ist eine Futter-, Bewegungs- und/oder Chillpause angesagt. Wenn du dich an diese Arbeitsblöcke hältst verbessert das deine Konzentration, den du wirst nicht mitten in der Vertiefung eines Themas plötzlich von den Bedürfnissen deines Körpers herausgerissen.

Konzentration Lernen 9. Organisiere dich

Ein unangenehmes und für manche Studenten unbekanntes Thema: Ordnung! *schluck. – Ja so was sollte es auch an deinem Arbeitsplatz geben. Denn alle Dinge die nur so herumliegen sind willkommene Ausreden und Ablenkungshelfer. Nach dem Motto: „Ach hier ist ja noch eine unbezahlte Rechnung, besser schnell noch überweisen…“. Einaufgeräumter Arbeitsplatz fördert einen klaren Verstand. Nur wohin mit dem ganzen Kram? Nach Wichtigem checken und dann ab in einer große Kiste mit der Aufschrift „Nach der Prüfung sortieren“. Fertig. Nun ran an die Arbeit…

Konzentration Lernen 10. Schaffe langfristig gute Rahmenbedingungen

Langfristig solltest du gute Arbeitsbedingungen schaffen. Ist dein Schreibtisch groß genug? Musst du oft zum Scannen oder Kopieren in die Uni fahren? (Kombi-Drucker sind doch inzwischen so günstig …). Wartest du lange auf deinen Bus? Besorge dir doch endlich ein Fahrrad oder Mofa. Liegen viele Dinge auf deinem Schreibtisch? Wie wär es mit einem gescheitem Ordnungssystem, z.B. Briefablagenoder einem Hängeregister-Auszug? All diese Kleinigkeiten helfen die Ablenkung zu verringern und deinen mentalen Fokus bei der Sache zu halten. Werde dir auch über deine „Strategie“ – dass heißt deine Ziele und Prioritäten im Klarem. Mangelnde Konzentration ist Ursache einer fehlenden Fokussierung oder Kenntnis derjenigen Sachen, auf die man sich eigentlich fokussieren will! Also vereinfache deine Prozesse, kläre deine Ziele und organisiere dich dementsprechend!

Konzentration Tipps: Tricks für mehr Konzentration

Manchmal helfen schon Kleinigkeiten, um sich besser zu konzentrieren:

  • Stelle alle Arbeitsmaterialen aber auch ein Getränk und was zu knabbern vor einer Lern-Session bereit. Das heißt weniger Unterbrechungen!
  • Viele Autoren schwören auf ihren Kaugummi. Irgendwie hilft das, mit dem Hintern auf dem Stuhl zu bleiben. Probier´s aus. Bei mir hilft´s Wunder.
  • Wenn es mal wieder nicht klappt, lass mal richtig die Sau raus, dreh die Anlage auf und beschimpfe dich und den Rest der Welt. So, nach 10 Minuten ist die Psyche wieder im Reinen und endlich ist Ruhe im Karton!
  • Wem das zu krass ist, der renne einfach was das Zeug hält: 30-60 Minuten joggen oder anderer Sport machen den Kopf frei und dich so k.o., dass du -einmal am Schreibtisch – gar nicht mehr aufstehen möchtest…

Konzentration lernen für Studium und Karriere – Zusammenfassung

  1. Beseitige Konzentrations-Killer um dich besser zu konzentrieren.
  2. Strebe das Flow-Prinzip an um dich leichter zu konzentrieren.
  3. Arbeite gemäß deines Biorhytmus.
  4. Nutze Hochphasen für denkintensive Aufgaben.
  5. Lerne vielseitig und sprich die  Sinne an um dich besser zu konzentrieren.
  6. Vermeide Störungen und Zeitdiebe um dich besser zu konzentrieren.
  7. Wechsele die Tätigkeiten öfters ab.
  8. Leg rechtzeitig Pausen ein um dich besser zu konzentrieren.
  9. Schaffe Ordnung am Arbeitsplatz.
  10. Überlege, was du langfristig tun kannst um dich besser zu konzentrieren.


Jede Menge Konzentrations-Tipps findest du auch in den Golden Rules im Modul “Konzentration”. Hier gibt es eine kleine Leseprobe aus dem Konzentration-Kapitel: GoldenRules-Konzentrations-Tipps

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Kommentare: (2)

 

  1. chilli sagt:

    danke für die tipps. Ich habe echt ein problem mit dem konzentrieren. Vielleicht liegt es daran dass ich am schreibtisch mein keybord habe und stendig beim arbeiten damit rumspiele. Tja ich sollte es wegräumen.

  2. Martin sagt:

    Ja, das wäre ein guter Weg. Abends darf es raus – Musik ist nämlich auch kreativitätsförderd. :)

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