Gedächtnistraining mal anders: positiv denken und Pessimismus zu Nutze machen!

Viele Motivationssprüche drehen sich ums positive Denken. Doch Über-Optimismus ist gefährlich. Schule lieber dein Denken und lerne, deine Annahmen und automatischen inneren Bewertungen zu hinterfragen. Du vermeidest so viele Denkfehler und wirst bessere Entscheidungen treffen!

Studientugenden - Hinterfragen - Buch - Zeitmanagement - Selbstmanagement - Motivation - Selbstmotivation - Konzentration - Studium - Lernen - Ratgeber Dr. Martin KrengelHinterfrage dein Denken und deine Annahmen – und du wirst schärfere Analysen liefern und bessere Entscheidungen treffen.

 

Denkschule & Gedächtnistraining:

Beobachte dein Denken und schule es durch eine gesunde Portion Kritik und Flexibilität!

Der Einfluss von positiven Erwartungen und Gedanken

Deine Wahrnehmung und Bewertung von Dingen ist Erfolg entscheidend. Dein Denken bestimmt dein Handeln.

Es folgt damit dem auf Aristoteles zurückgehendem Prinzip von Ursache und Wirkung.

Die richtige Einstellung kann dein Leben entscheidend ändern. Ein Beispiel dazu aus meinem Studienbeginn:

  • Ich entschied mich, in Witten zu studieren. Der gute Ruf der Uni war dabei ausschlaggebend, doch leider ist Witten keine coole Universitätsstadt. Zudem wollte ich ursprünglich im Ausland studieren, aber war beim Einstufungstest knapp gescheitert. Derart deprimiert, verglich ich alles mit meinem unerreichten Traumstudienort.Nichts an Witten gefiel mir. Erst einige Zeit später wurde mir im Gespräch mit einer Freundin, die freiwillig aus einer Großstadt nach Witten zog, klar, dass ich immer nur auf die negativen Seiten der Stadt schaute.Die positiven Aspekte, z.B. dass es hier viel Wasser und Grünflächen gab, hatte ich völlig außer Acht gelassen! Zudem wollte ich nach dem Grundstudium die Uni wechseln und lebte mein zweites Studienjahr als wäre es das Letzte: Ich unternahm viel mit Studienkollegen und Sportfreunden, um die Zeit richtig auszuleben. Dieses „letzte Jahr“ wurde so cool, dass ich beschloss, in Witten zu bleiben.

Nachdem ich meine Situation nicht mehr ganz so schwarzsah, konnte ich mich all den positiven Aspekten öffnen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich allein auf meine nicht zu erfüllenden Erwartungen konzentriert. Nicht nur, dass Erwartungen die Zufriedenheit entscheidend beeinflussen, sie haben auch Auswirkungen auf deine Leistungsfähigkeit. Ein Beispiel dafür ist der „Rosenthal-Effekt“:

Rosenthal gab Lehrern einer Schule zu Beginn eines Schuljahres eine Liste von Schülern, die angeblich ein hohes Entwicklungspotenzial hatten. Tatsächlich wurden diese „Hochbegabten“ nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Zum Ende des Jahres zeigten diese zufällig ausgewählten Schüler überdurchschnittliche Leistungen. Der Grund: Die positiven Erwartungen der Lehrer wurden den Schülern unbewusst vermittelt (u.a. durch die Wartezeit auf eine Schülerantwort, durch Häufigkeit und Intensität von Lob oder Tadel).

Denkschul-Baustein: „Sich selbst erfüllende Prophezeiungen“
(in der Psychologie auch Pygmalion-Effekt genannt)

Dies ist nur eine Form sich selbst erfüllender Prophezeiungen.

Die Unterschiede in der Intelligenz sind gering. Wenn jemand erfolgreicher ist, dann wohl deshalb, weil er seine Talente und Fähigkeiten besser entwickelt hat als du.

Denke daran: Die schädlichsten Einflüsse sind die, die dich einschränken. Suche nach solchen selbstauferlegten Beschrän­kungen, wenn du das Gefühl hast, dass andere dir überlegen sind. Es gibt auch für dich keine Schranken! Du kannst genau das erreichen, was andere schon vor dir erreicht haben – oder gar ein wenig mehr.

Verkaufe dich nicht unter Wert und gib dich nicht mit weniger zufrieden.

Selbstauferlegte Schranken sind wie ständig schleifende Bremsen am Fahrrad: Sie hindern dich am Vorwärtskommen. Es ist daher wichtig, dass du dir viel zutraust. Solange du an dich und deine Stärken glaubst, kannst du deine Ziele auch erreichen!

Denkschule-Zitat

Nichts ist per se gut oder schlecht. Das Denken macht es so! (Shakespeare)


Denkschule – Gedächtnistraining:

Was bestimmt unser Denken und Handeln?

Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken. Wenn wir Einfluss auf unser Denken nehmen und den Automatismus der vorschnellen Schlüsse durchbrechen können, haben wir die Chance, Dinge differenzierter zu beurteilen, Lernprozesse schneller voran zu treiben und unsere Wahrnehm­ung scharfsinniger zu gestalten. Deswegen muss es unser erstes Ziel sein, eingefahrene Denk- und Beurteilungsmuster aufzulösen.

Die Reaktion auf einen äußeren Reiz erfolgt zumeist sehr schnell. Ein schlechtes Feedback zu einem Referat löst in uns eine beleidigte Haltung aus. Wir raunen zurück oder sind am Boden zerstört, weil wir dann denken, „alles falsch gemacht“ zu haben.

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Die Grafik zeigt, was in diesem Fall passiert: Aus einem Umweltreiz erfolgt augenblicklich eine Reaktion. Tiere reagieren bei einem Geräusch instinktiv ängstlich und flüchten. Im Gegensatz zu Tieren ist die Reaktion eines Menschen immer individuell: Bei einer Beleidigung sind einige gekränkt und ziehen sich frustriert zurück. Andere schimpfen lauthals. Manche wiederum lächeln nur müde, weil sie wissen, dass eine Beleidigung mehr über den Sprecher als über den Empfänger des Schimpfwortes aussagt. Was ist es also, das diesen Unterschied in der Reaktionsweise der Menschen ausmacht? Es sind ihre „Mentalen Modelle“ (auch Paradigmen genannt), die ihre Wahrnehmung und Bewertung von Umweltfaktoren beeinflussen:

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Was genau ist ein Mentales Modell? Es ist unsere Sicht und Einschätzung der Umwelt. Es ist die Brille, durch die wir die Welt sehen. Und wie bei Brillen, die verschiedene Stärken haben und verschiedene Sehfehler korrigieren, unterscheiden sich die Mentalen Modelle der Menschen ebenfalls. Das, was wir sehen, ist immer subjektiv, weil unser Wissen, unsere Erfahrungen und unsere Werte das Gesehene prägen. Es ist nicht die Realität.

 

 

 

So ist es nur zu verständlich, wenn sich zwei Menschen über etwas streiten und beide Recht behalten wollen. Stell dir vor, du stehst gemeinsam mit einer Freundin im Museum vor einer Plastik. Ihr betrachtet die Plastik von einem unterschiedlichen Einfallswinkel. Ihr seht beide dasselbe reale Phänomen, aber jeder interpretiert es, abhängig vom Standort, anders.

 

Wenn du behauptest, du würdest einen alten Mann sehen und deine Freundin, dass die Skulptur doch eine Frau darstellte, hättet ihr eine zähe Diskussion, wer von euch Recht hat. Ihr streitet dabei nicht über die Realität, sondern über eure subjektive Wahrnehmung. Ein Streit basiert also oft auf verschiedenen Interpretationen, die wir als die „Wahrheit“ sehen. Wenn ihr stattdessen eure Wahrnehmungen akzeptieren und addieren würdet, hättet ihr mehr Informationen und wärt der Realität ein Stück näher.

 

Es ist nur zu offensichtlich, dass keiner von uns die Realität überschauen kann. Zu komplex sind die Zusammenhänge, zu reichhaltig die Informa­tionen. Dies verdeutlicht auch folgendes Beispiel:

  • Bei einem Teamtraining wurden wir nachts geweckt, mit verbunden Augen in Autos gesetzt und im Kreisverkehr orientierungslos gemacht. Im hügeligen Gelände ausgesetzt, sollten wir nun zu unserem Seminardorf zurückfinden – lediglich mit einem Walkie-Talkie und je einem weiteren Hilfsmittel (Kompass, Taschenlampe, unterschiedliche Ausschnitte einer Landkarte) ausgestattet.Die einzige Chance, sich einen Überblick über die tatsächlichen Gegebenheiten zu machen, lag in der Kommunikation mit den anderen. Durch die Walkie-Talkies konnten wir uns nach und nach ein Bild über unsere Standorte und das Gelände machen.

Manche der Kartenstücke überlappten sich, sodass man nach Gemeinsamkeiten suchen konnte. Durch die Taschenlampe konnten andere auf sich aufmerksam machen. Allmählich wurden wir Grüppchen, die sich zusammenfanden und die Kartenstücke zusammensetzten.

Diejenigen, die keine Karte hatten, konnten von uns navigiert werden, indem sie ihren Standpunkt durch Angabe markanter Orientierungspunkte beschrieben. Durch Kooperation und die genaue Beschreibung der jeweils zur Verfügung stehenden Informationen konnten wir uns aus dieser misslichen Lage befreien.

Aus dieser Geschichte kann man einiges lernen:

Zunächst, dass wir den anderen in seiner Wahrnehmung ernst nehmen sollten. Denn er sieht nur das, was er aufgrund seines Standpunktes sehen kann und er kann nur das zur Lösung beitragen, was ihm an Informationen und Fähigkeiten zur Verfügung steht. Wir dürfen also von anderen und von uns selbst nicht zu viel erwarten. Auf der anderen Seite stellen die kleinen Kartenausschnitte unsere Mentalen Modelle dar, mit denen wir versuchen, unsere Umwelt zu erklären.

Wir müssen also unsere Mentalen Modelle als subjektive Ausschnitte der Realität akzeptieren. Wir müssen uns bewusst werden, dass unsere Wahrnehmung von Dingen und unsere Bewertung von Umwelteinflüssen unvollständig, subjektiv und relativ sind. Oft kommt es vor, dass man nur einen Teil der Karte in der Hand hält oder man mit alten Karten operiert, wohingegen sich das Stadtbild längst geändert hat.

Unsere Welt besteht aus Konventionen.

Diese sind wichtig, um unser Leben zu strukturieren, Unsicherheiten zu reduzieren und unser Zusammenleben zu vereinfachen. Wir haben viele Dinge von unseren Eltern, Lehrern und Freunden gelernt und dadurch automatisch Einstellungen und Wertvorstellungen von ihnen übernommen. So haben wir vorgefertigte Bewertungsraster, Modelle und die berühmten Schubladen verinnerlicht. Ein Modell muss nicht falsch sein, aber es passt nicht jedes Modell auf jede Situation. Ein Modell versucht nur, die Wirklichkeit zu erklären. Es kann die Wirklichkeit nie ganz erfassen. Somit ist es fehleranfällig. Sicherlich sind einige Modelle veraltet und bedürfen eines Updates. Sie sind schuld daran, dass wir uns so viele selbst auferlegte Schranken setzen. Denk immer daran: Die Welt ist so, wie du sie siehst! Siehst du sie als chancenreich, werden sich dir Möglichkeiten zeigen. Siehst du die Welt als risikoreich, wirst du viele Dinge nicht ausprobieren und einige Chancen verspielen

Konventionen und Routine sind per se nichts Schlechtes. Unser Gehirn strebt nach Struktur. Wir brauchen gewohnte Muster, um überleben zu können. Aber manchmal hindern uns diese Muster eben auch.

 


 

Besser denken: Schule dein Denken

Übung zum besseren Denken
  • Welchen Konventionen folgst du stillschweigend?
  • Welche Dinge, die andere ganz anders sehen, sind für dich selbstverständlich?
  • Welche Regeln hast du übernommen, ohne sie zu hinterfragen?
  • Welche dieser Regeln kannst du brechen, um mehr Erfolg zu haben?

 

 


Besser denken: Ein wichtiges Konzept:

Versuche, das Zebra zu sehen!

Albert Einstein sagte einmal: „Wir können Probleme nicht auf derselben Ebene lösen, auf der sie verursacht wurden.“ Recht hatte er, was also tun? Wir müssen den Reiz-Reaktionsprozess unterbrechen, um einen anderen Gang zu wählen. Dieser Auskuppelungsprozess setzt bei der bewussten Hinterfragung unserer Wahrnehmung und unserer Bewertungen an. „Ist es wirklich so?“ ist eine der wichtigsten Fragen, die du dir immer wieder stellen musst! Sonst haben unsere Mentalen Modelle unser Denken, Fühlen und Handeln komplett in der Hand.

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Wir müssen unsere Mentalen Modelle immer wieder hinterfragen und „updaten“. Nur so können wir einen Entscheidungsspielraum gewinnen.

Auf diese Weise stehen uns mehrere Reaktionen zur Wahl. Zum Beispiel können wir uns nach dem Referat freuen, das wir endlich mal ein ehrliches Feedback für die Leistung bekommen haben.

Wir können uns aber auch bewusst werden, dass die Zebra - Studientugenden - Buch - Zeitmanagement - Selbstmanagement - Motivation - Selbstmotivation - Konzentration - Studium - Lernen - Ratgeber Dr. Martin KrengelArt des Feedbacks nicht in Ordnung war. Wir können also zwischen dem unsachlichen und brauchbaren Teil trennen.

Du empfindest die Situation nicht mehr als schwarz oder weiß sondern differenzierter. Dort, wo vorher ein schwarzes Ross oder ein weißer Schimmel stand, befindet sich plötzlich ein Zebra! (Ich weiß, der Vergleich hinkt. Ein farbenfrohes Chamäleon wäre sicher besser. Nur: Hast du schon einmal versucht, ein Chamäleon zu zeichnen?)

Im Studium kann man lernen, was im Berufsleben ungleich schwieriger ist: seine eigenen Urteile zu bilden. Du kannst an der Universität frei denken, Texte interpretieren und dir einen eigenen Reim auf wissenschaftliche Modelle machen. Die Reflexion hat Auswirkungen auf unsere Wahr­nehmung und Situationseinschätzung. Unsere Kritikfähigkeit wird geschult.

 

Wende diese Fähigkeit in folgenden Situationen an:
  • Hinterfragen von wissenschaftlichen Modellen. Ein wissenschaftliches Modell ist der Versuch, die Wirklichkeit durch vereinfachte Annahmen zu erklären – es ist nicht die Wirklichkeit! Frage dich also immer, inwieweit das Modell auf deine Aufgabe anwendbar ist, welche Annahmen stimmen, welche sind hinterfragbar? Deshalb musst du jede Theorie, jeden Text kritisch hinterfragen: Kann man das wirklich so sagen? Unter welchen Umständen treffen die Annahmen des Autors zu? Unter welchen Umständen muss das Modell verworfen werden (wie robust ist es)? Bilde dir eine eigene Meinung und „friss“ nicht alles blindäugig!
  • Entwicklung von Kreativität und Alternativen. Die erste Lösung ist nicht immer die beste. Neue Perspektiven anzunehmen und sich von verschiedenen Richtungen dem Problem zu nähern, ist das Geheimnis der Kreativität. Dies setzt voraus, dass wir uns bewusst von eingefahrenen Denkhaltungen lösen können.
  • Bei Enttäuschung. Oft ist man von anderen enttäuscht, weil man von ihnen ein ganz bestimmtes Verhalten erwartet. Wir gehen von bestimmten Annahmen aus, ohne die Situation des anderen zu kennen. Wir sind daher selbst für unsere Enttäuschungen verantwortlich. Frustration, Enttäuschung aber auch Zufriedenheit ist immer auch ein Ergebnis unserer eigenen Erwartungen. Hinterfrage sie, wenn du unzufrieden bist!
  • Bei Voreingenommenheit. Allzu oft übernehmen wir einen Ratschlag ohne die Aussage zu überprüfen, z.B. wenn wir fragen, was jemand von einem Seminar oder Professor hält. Eine positive Auskunft ist oft ein gutes Zeichen, eine negative Meinung muss aber nicht gleich heißen, dass das Seminar uninteressant oder der Prof inkompetent ist. Bewertungen sind äußerst subjektiv. Stelle Ratschläge also stets in Frage und bilde dir lieber eine eigene Meinung.
  • Vorm handeln (Prinzip des Vorher-Nachdenken). Lege zuerst eine gedankliche Pause ein und überlege dir, warum und wie du etwas tust. Das klingt banal, aber wie oft machst du das wirklich? Wir erledigen viele Dinge, ohne nachzudenken, ob sie überhaupt sinnvoll sind. Dies jedoch hilft beim Zeitmanagement und ist Voraussetzung für Produktivitäts­steigerungen (–> Tugend 7).

 

Besser denken: Schule dein Denken

Übung 2: Auflösen von selbstauferlegten Beschränkungen.

#Wann immer du das Gefühl hast, dass ein Problem aufgrund deines fehlenden Wissens und deiner selbstauferlegten Schranken entsteht, frage dich: „Was wäre wenn …?“ Beispiel: „Ich kann im Zug nicht arbeiten.“ Erstelle eine „Was wäre, wenn ich …“-Liste!

Was wäre wenn ich…

  • … einen Sitzplatz mit Schreibtisch reserviere?
  • … mir Ohrstöpsel besorge?
  • … im Zug unwichtige Sachen abarbeite?
  • … zu solchen Zeiten Zug fahre, in denen ich eh unproduktiv bin?
  • … die Bewegung nutze, ein paar Gedanken schweifen zu lassen?

 

 


Besser denken: Schule dein Denken

Eine bewährte Methode: Mentale Modelle hinterfragen!

Es gibt eine sehr hilfreiche Übung, seinen eigenen Annahmen und Denkmodellen auf die Spur zu kommen:

  1. Zeichne eine Tabelle und schreibe in die linke Spalte eine Situation, die nicht gut gelaufen ist (z.B. ein Gespräch, bei dem es zum Konflikt kam) oder bei der du dich schlecht gefühlt hast (z.B. eine Prüfung, Einarbeitung im Praktikum).
  2. Schreibe in die rechte Spalte, was du in den jeweiligen Momenten gedacht und gefühlt hast! Versuche dich genau daran zu erinnern, was gesagt wurde. Was ging darauf in deinem Kopf vor?

Im Folgenden das Beispiel eines schlecht gelaufenen Referats:

 

Interaktion/ KonfliktgesprächMeine Gedanken & Gefühle

Prof.: Das Referat war mir viel zu unstrukturiert. Die Folien waren überladen und die Quellenangaben auf den Seiten fehlen.

Du: Das stimmt nicht, … (nun verteidigst du dich nur, anstatt ihm wirklich zuzuhören) …

Wie kann der nur so reden? Ich habe 50 Stunden in die Vorbereitung der Präsentation gesteckt, und jetzt kommt der mit solchen Vorwürfen. Ich habe mir so lange einen Kopf um die Struktur gemacht, die Folien kreativ gestaltet und die Quellenangaben zum Ende der Präsentation aufgelistet.

Prof.: … ich gebe ihnen deshalb eine 2,7.So eine Frechheit. Diese Note entspricht nicht der Wertschätzung, die ich für dieses Referat bekommen sollte …

Ich habe extrem gute Erfahrungen mit dieser Übung gemacht. Sie dient sowohl der Analyse Mentaler Modelle als auch der Verbesserung zukünftiger Interaktionssituationen durch:

  • Dokumentation: Durch diese Übung holst du dir die Konfliktsituation ins Gedächtnis zurück und ziehst den Gesprächsverlauf nach.
  • Gedanken und Gefühle: Durch die rechte Spalte erinnerst du dich an das, was du in dieser Situation gedacht und gefühlt hast. Du kannst deine Reaktion besser nachvollziehen, weil du verstehst aus welchem Grund sie erfolgt ist.
  • Identifikation der Annahmen: Der Student im Beispiel ist der Auffassung, das Referat richtig vorbereitet zu haben und meint, dass eine kreative Gestaltung bei Folien generell gut ist. Er hat nicht bedacht, dass es bei Präsentationen auf ein einheitliches Gliederungsschema ankommt. Ebenso kannte er den akademischen Usus noch nicht, jedes Modell und jede Aussage zitieren zu müssen. Er hatte die Annahme, dass ein Quellenverzeichnis am Ende des Referats reicht, so wie er es in der Schule gelernt hat.
  • Nachvollziehen der „Konfliktlinie“: Analysiere, welche Teile des Gespräches konfliktverstärkend und welche konfliktreduzierend waren. Vielleicht war die Wortwahl des Professors zu direkt, sodass du dich angegriffen gefühlt hast. Vielleicht bist du auf Abwehr statt auf Zuhören umgestiegen und hast somit neues Holz ins Feuer geworfen.
  • Generierung von Alternativen: Du kannst nun in aller Ruhe überlegen, welche deiner Sprechakte ungeschickt gewählt waren. Was könntest du in Zukunft konfliktreduzierend antworten, wie hättest du besser argumentieren können?
  • Schlagfertigkeit: Oft ärgert man sich, dass einem die guten Argumente nicht früher eingefallen sind. Wenn du solche Gespräche regelmäßig auswertest, erhöhst du bald deine Schlagfertigkeit.

Besser denken: Schule dein Denken

Übung 3: „Mentale Bremse“

Tritt auf die Bremse, wenn dich jemand um einen Gefallen bittet. Stimme nicht jedem verlockenden Angebot gleich zu, wenn du dich damit überlastest oder du es eigentlich gar nicht machen möchtest. Bitte um Bedenkzeit. Überlege, welche Ziele du hast, welche Aspekte die angetragene Sache beinhaltet und welche Handlungs­alternativen es gibt. Entscheide erst dann!

 

 


Studientugenden - Hinterfragen - Buch - Zeitmanagement - Selbstmanagement - Motivation - Selbstmotivation - Konzentration - Studium - Lernen - Ratgeber Dr. Martin KrengelDie Fähigkeit, Annahmen zu hinterfragen, ist für die Flexibilität deines Denkens sowie für deine Analyse- und Kritikfähigkeit essenziell!










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