Eat That Frog: So schmeckt Zeitmanagement besser!

Frosch zum Frühstück – Zeitmanagement

Ein guter Start in den Tag beginnt mit dem Frosch

Wir sind die 99%! Wir sind die kritische Masse, die sich… nein, jetzt kommt kein Aufruf zur Revolution. Wir sind die, die sich morgens gern verzetteln. Diejenigen, die als erstes Mails lesen und sortieren, Kleinigkeiten erledigen, bevor es losgeht. Ganz egal, ob im Job, im Studium oder in der Schule: Wir Anhänger des Kleinkram-Klans kommen morgens schwer in die Gänge.

Eat that frog: Die wichtigste Aufgabe zuerst erledigen - Der Frosch als Symbol für ZeitmanagementUm diesem unproduktiven Aufschieben zu begegnen, habe ich mir eine Zeitmanagement-Regel geschnappt und getestet: „Eat the frog first“ ist eine Selbstmanagement-Weisheit, die Martin in den Golden Rules (Regel 22) erläutert.

Warum der Frosch? Was habe ich erwartet? Hat es funktioniert?


Zeitmanagement Methoden: Eat That Frog!

Eat the frog first: Was steckt dahinter?

Man wacht auf, blickt auf die Uhr und ist geschockt: Scheinbar klingelte der Wecker schon vor zwei Stunden! Für die erste Vorlesung ist es zu spät, erstmal frühstücken. Mist, die Milch ist alle. „Ich geh mal eben in den Edeka“. Dort trifft man die süße Nachbarin, geht mit ihr Kaffee trinken und verpasst – upps – auch den Bus, um pünktlich zum zweiten Seminar zu kommen. Na gut, dann ist eben heut „Lerntag“! Wieder zuhause, funktioniert das Internet nicht. Typisch. Man sieht hinterm Schrank nach, ob der Stecker drin ist – und da es dort aussieht, als sei ein Blitz eingeschlagen, fängt man erstmal an aufzuräumen … Gut, erledigt. Nun aber ran an den Rechner! Cool, das Internet geht wieder, ach schnell nur mal eben Facebook checken… Zwei Stunden später bekommt man Hunger, macht Abendbrot und bleibt in der WG-Küche bei einem Bierchen hängen … Es werden zwei, drei … Morgen früh raus? Klar, ist gaaaaanz fest vorgenommen …

Ja, wir verzetteln uns gern. Ablenkungen sind immer willkommen. Und der innere Schweinehund lacht sich ins Fäustchen, weil er wieder eine Ausrede gefunden hat. Deswegen müssen wir ihm jedes Schlupfloch verbauen, indem wir morgens konsequent die wichtigste Aufgabe zuerst erledigen! Egal, was später dazwischen kommt, man kann sicher sein, dass man schon ein Stück geschafft hat. Außerdem ist es viel leichter, den Weg zurück an den Schreibtisch zu finden, wenn man einmal mit dem Arbeiten begonnen hat.

Zeitmanagement - Regeln wie im Straßenverkehr - Eat That Frog

Wie im Straßenverkehr gibt es im Zeitmanagement ganz klare Vorfahrtsregelungen. Die wichtigste lautet: Beginne mit denkintensiven, unstrukturierten oder unangenehmen Aufgaben!


Die Gravitationskraft der Kleinigkeiten und Ablenkungen

Denken verbraucht unheimlich viel Energie

Unser Gehirn macht nur circa 2 Prozent unseres Körpergewichts aus, verbraucht aber um die 20 Prozent der gesamten Energie! Es ist also nur verständlich, wenn das Gehirn gerne Aufwand vermeidet und eher kleine Dinge erledigt, die schnell gemacht sind oder die nicht denkintensiv sind. Einmal in diesem Kleinigkeiten-Modus, ist es nur schwer, wieder rauszukommen, weil eine gewisse Art des Denkens angeregt ist: Es scheint nun sooo viel leichter, nach dem Einkauf noch schnell die Küche zu putzen oder nach den E-Mails noch ein paar Überweisungen zu tätigen, als plötzlich umzuschalten und intensiv über ein Projekt nachzudenken.

Um diese Gravitationskraft um Kleinigkeiten zu verhindern, schalte morgens sofort in den Denkmodus! Damit signalisierst du deinem inneren Schweinhund: „Heute ist intensives Arbeiten angesagt!“ Und er wird den Schwanz einziehen und keinen Ärger machen. Haben wir uns einmal mit schwerer Kost beschäftigt, werden bestimmte Gehirnregionen angeregt und bündeln die Aufmerksamkeit.

Selbst wenn wir nach einer Stunde Denktätigkeit unterbrochen werden oder unsere Mails abrufen, fällt uns die Rückkehr zu den wichtigen Aufgaben ungleich leichter. Beginnen wir mit Kleinkram, verpassen wir diesen Anfangsschwung! Der  aber ist ein Magnet, der die Gedanken wieder zurück zur wichtigsten Aufgabe zieht. Es ist dann gar nicht schlimm, eine Pause zu machen oder Routineaufgaben abzuarbeiten.


Hintergrund: Gehirnaktivität auch in Pausen

Nutze dein Gehirn als mächtigen Verbündeten

Einmal angeregt, arbeitet das Gehirn in den Pausen weiter. Es braucht ohnehin eine gewisse Zeit, bis neue Informationen verarbeitet sind. Nach der Unterbrechung kommen wir schneller wieder rein oder sehen die Sache unter einem neuen Blickwinkel. Es ist also nur schlau, den Kopf morgens mit Informationen, Fragen und konzeptionellen Problemstellungen zu füttern. Die selektive Aufmerksamkeit sorgt dann dafür, dass wir neue Informationen auf unser Arbeitsgebiet beziehen oder nebenbei am Mittagstisch mit den Kollegen oder Kommilitonen über das Projekt diskutieren.

Was hat das alles mit einem Frosch zu tun?

Dies kommt von dem Ausspruch des amerikanischen Managementforschers Brian Tracy, der ein ähnliches Prinzip als Eat That Frog bezeichnet. Warum gerade ein Frosch? Martin hat das in den Golden Rules wie folgt assoziiert:

  • Ein Frosch ist glitschig und daher schlecht zu greifen.
  • Er quakt laut und zieht somit viel Aufmerksamkeit auf sich.
  • Und wenn du denkst, du hast ihn gleich erwischt, hüpft er weg!

➨ Damit steht der Frosch auch symbolisch für all jene Aufgaben, die unangenehm sind und die wir deshalb immer vor uns herschieben – sei es die Gehaltsverhandlung oder die Einsicht in die Klausur. Das ständig mulmige Gefühl belastet und beeinträchtigt die Aufmerksamkeit, die wir für andere Dinge bräuchten.

Eat That Frog!

So gehst du dem Frosch an den Kragen:

  • Ein Frosch kann sich verkleiden. Identifiziere die Spezies: Was ist dein Frosch? Die dickste, unangenehmste oder zeitaufwendigste Aufgabe?
  • Schneide den Frosch in Scheiben.* Wenn der Frosch zu groß ist, knüpfe dir einzelne Teile von ihm vor oder suche dir Verstärkung!
  • Auf den Tisch. Lege abends die Hauptaufgabe des nächsten Tages auf den aufgeräumten Schreibtisch. Egal was kommt, morgen musst du dort sofort ran!

* Franzosen zerläuft nun das Wasser im Munde. Doch, lieber Vegetarier, sei beruhigt: No animals were harmed!


Produktivitätssteigerung: Effizienter arbeiten

Meine Erwartungen als Berufseinsteiger

In meinem Job bei Martin beschäftige ich mich mit vielen feingliedrigen und umfangreichen Projekten, die sich größtenteils am Computer abspielen. Die Ablenkungsmöglichkeiten sind schier unendlich:

  • Auf dem Schreibtisch liegt mindestens ein Buch und ein Brief, den ich noch bearbeiten müsste.
  • Der Blick aus dem Fenster offenbart geselliges Treiben vor einem Ärztehaus – das Beobachten einparkender Rentner ist ein gefundenes Prokrastinations-Ziel.
  • Am Computer habe ich meinen Posteingang direkt neben meinem privaten Postfach. Der Browser ist immer geöffnet, da ich oft an der Website, Online-Analysetools oder bei Social Media Kanälen (ganz gefährlich!) unterwegs bin.

Die Bedingungen sind also ziemlich riskant und ohne Disziplin und ein Mindestmaß an Ordnung würden die Frösche erfolgreich davon hüpfen.

Meine Erwartung an „Golden Rule 22: Eat the frog first“ war also ganz klar: dicke, hässliche Aufgaben zu Tagesbeginn zu erledigen würde mich produktiver machen.


„Eat the frog first“ Selbstversuch

Und, hat’s geklappt?

Jein.

Leider kann es auch diese Zeitmanagement-Technik allein nicht schaffen, mich gegen all die äußeren Einflüsse, Ablenkungen und Impulse abzuschirmen. Da die Methode aber auf den Einstieg in den Tag fokussiert, lautet mein Urteil vor allem:

Ja, „eat the frog first“ eignet sich perfekt für einen produktiven Start in den Tag! Ich habe förmlich gemerkt, wie mein Gehirn anders reagiert. Im Vergleich:

  • An Tagen, an denen ich zuerst Mails gelesen oder auf Facebook rumgedaddelt habe, deutlich schlechter meine Konzentration über längere Zeit halten können. Es fiel mir sehr schwer, mich auf längere Aufgaben zu fokussieren und jeder Vogel vorm Fenster hat mich aus dem Konzept gebracht.
  • Wenn ich hingegen direkt eingestiegen bin in komplexe oder hässliche Aufgaben, habe ich diese 1. schon früh abgehakt, was mir einen Extra-Motivationsschuss gab, und 2. hielt dieser Arbeitsmodus über den ganzen Tag an. Sogar wenn mitten in einer konzentrations-intensiven Phase der Postbote klingelt, kann ich nach der Rückkehr an den Schreibtisch direkt wieder einsteigen, wo ich aufgehört habe.

Deshalb komme ich zu der Einschätzung, dass „Eat That Frog“ perfekt geeignet ist für Aufschieber, Prokrastinierer und alle, die sich wundern, warum sie so unproduktiv sind. Probier’s aus!

Übrigens:

  • Gegen die äußeren Einflüsse gibt es natürlich viele weitere Golden Rules, wie beispielsweise Regel 37: „Lenke Ablenkungen ab“.
  • Die „Eat That Frog“-Zeitmanagement Technik gilt sowohl für Frühaufsteher als auch Morgenmuffel unabhängig vom Biorhythmus.
  • Dieser Artikel war mein erstes To do an einem Dienstagmorgen 🙂








Keine Kommentare
Produktivitätssteigerung: Anleitung, um deine Produktivität zu steigern - MyMoneyMind
12.05.2015

[…] Eat That Frog: So schmeckt Zeitmanagement besser! von Studienstrategie.de […]

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