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Kategorie: Orientierung, Studium / 06.12.2012

von Martin Krengel

Studium der Zukunft

Das Studium der Zukunft – Was und wie studieren wir?

Studium der Zukunft: Wie sieht es aus? Was hat Chancen?

„Ein Studium, das die Persönlichkeit nicht verändert, ist verlorene Zeit”

Studienstrategie.de präsentiert das exklusive Interview! Erfahre mehr über die Erfolgsfaktoren und Anforderungen im Studium! Autor Martin Krengel im Gespräch mit Frau Dr. Behrenbeck vom Wissenschaftsrat in Köln

 

wr-logo_weiss_hell_180 Dr. Sabine Behrenbeck ist Referatsleiterin für Studium, Lehre und Weiterbildung beim Wissenschaftsrat in Köln. Sie begleitet mehrere Arbeitsgruppen über die Zukunft unseres Bildungssystems und koordiniert die dritte Förderlinie der „Exzellenzinitiative“.

Martin K: Frau Behrenbeck, was macht das Studium für Sie aus? Wofür sollte man die Zeit nutzen?

Dr. Behrenbeck: Das Studium ist eine der besten Zeiten, die ich in meiner Biografie erlebt habe, und zwar wegen der Freiheit und der Möglichkeiten, die Weichen für mein zukünftiges Leben zu stellen. Ich finde, man sollte soviel wie möglich aus dieser Lebensphase machen, so viel wie möglich lernen – vor allem an Erfahrung – innerhalb und außerhalb des Campus.

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Martin K: Welche Anforderungen werden heute und in Zukunft an die Studierenden gestellt?

Dr. Behrenbeck: Hochschulabsolventen gelten als Führungskräftenachwuchs in zahlreichen Berufsfeldern. Dafür müssen sie nicht nur Fachwissen und Methodenkenntnisse erwerben, sondern auch Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen können, über Urteils- und Kritikfähigkeit verfügen, mit neuen, unbekannten Situationen umgehen können. Sie brauchen Selbstdisziplin, einen langen Atem, Problemlösungskompetenz. Sie müssen lernen, sich selbständig neues Wissen anzueignen und die Grenzen der Wissensbestände zu verschieben. Dabei ist Selbstreflexion eine wichtige Eigenschaft. Diese Fähigkeiten werden schon heute „irgendwie“ während der Hochschulausbildung erworben. Nur ist dieser Prozess den meisten Studierenden (und auch vielen Lehrenden) nicht bewusst. Die Fähigkeiten explizit und bewusst zu entwickeln, wäre meines Erachtens besser für den Erfolg

 

Martin K: Wie schätzen Sie das Verhältnis von Fachwissen, Kompetenzen und Persönlichkeit ein?

Dr. Behrenbeck: Das Fachwissen wird von den Hochschullehrern meistens viel höher eingeschätzt als von den Arbeitsgebern. In Zeitalter der Wissensgesellschaft veraltet das während des Studiums erworbene Fachwissen aber sehr schnell. Darum ist es wichtig, dass die genannten Kompetenzen zusammen mit dem Fachwissen erworben werden, um Verknüpfungen mit der Berufspraxis – ob diese nun in der Forschung stattfindet oder anderswo – herstellen zu können.

Ein persönliches Beispiel: Ich habe u.a. Kunstgeschichte studiert und dabei gelernt, wie verschiedene Bildmedien funktionieren, wie Inhalte über sie vermittelt werden, ich kann unterschiedliche Stilrichtungen erkennen und sie zeitlich, räumlich, politisch einordnen. In meinem Beruf spielt es keine Rolle, an welchem Beispiel ich das gelernt habe, sondern dass ich das Gelernte auf andere Gegenstände übertragen kann.

Wissen erwerben, dessen Relevanz bewerten, sich selbst ein Raster schaffen, um die Studieninhalte einzuordnen, bis man das große Ganze verstehen kann – das sind die wichtigen Prozesse fortschreitender Erkenntnis während des Studiums.

Das Studium der Zukunft – Was und wie studieren wir?

Martin K: Sind denn Erfahrungen wichtiger als Wissen?

Dr. Behrenbeck: Nur dadurch, dass man viel Wissen paukt, wird man nicht klug, man muss es auch kritisch bewerten können. Und man muss wissen, wie man Gelerntes einordnen, erinnern und anwenden kann. Dazu muss man Wissen „verarbeiten“, Erfahrungen mit den erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten machen, Routinen erwerben. Bekanntlich behält man nur 10 % dessen, was man liest, 20% dessen, was man hört, aber 90 % dessen, was man selber tut!

Martin K: … ja, ich beziehe das auf die Studientugend der „Proaktivität“: nur wenn man selbst aktiv und intensiv die Dinge verarbeitet und seine eigenen Erfahrungen macht, bleibt dauerhaft was hängen. Dr. Behrenbeck: Oft lernt einer am meisten bei den Lehrveranstaltungen: der Lehrende selbst. Er muss den Stoff viel weiter und tiefer durchdringen und so strukturieren, dass andere ihn verstehen können.

Martin K: Interessanter Gedanke. Deswegen ist es wahrscheinlich so wichtig, dass Studenten durch eigene und Präsentationen mit in die Seminare eingebunden werden. Wie viel Selbstverantwortung kann denn einem Studierenden zugemutet werden?

Dr. Behrenbeck: Ideal wäre die aus Unterricht, Gruppenlernen und Selbststudium. Letzteres aber als angeleitetes und begleitetes Lernen, wobei sich der Anteil des Selbststudiums im Laufe der Zeit steigern könnte. Das Gruppenlernen fördert die Sozialkompetenz, hierfür und für das Selbststudium kann ein „akademischer Coach“ hilfreich sein, der einer Gruppe oder einem Anfänger zur Seite gestellt wird und hilft, die Dinge einzusortieren und zu verarbeiten. Das könnte auch ein fortgeschrittener Student oder Doktorand sein. Der Lehrende bzw. der Coach soll eine Art „Enabler“ sein – einer, der hilft, sich neues Wissen selbst zu erschließen.

Martin K: Verstehe. Man sollte den Professor als eine Art „Türöffner“ betrachten und ihn auch selbständig auf die eigenen Bedürfnisse ansprechen. Mut haben, ihn zu fragen, ob er nicht ein Empfehlungsschreiben erstellen kann. Die Sprechstunden nutzen, nicht nur, um noch mehr fachliche Probleme zu klären sondern auch persönlichen Rat zu holen … Dr. Behrenbeck: Nicht nur der Professor ist ein potentieller Ansprechpartner, auch die wissenschaftlichen Mitarbeiter, Doktoranden, fortgeschrittenen Studenten… Professoren haben in vielen Fächern so viele Studierende zu betreuen, dass sie einfach keine Zeit für eine intensive persönliche Betreuung haben können.

 

Martin K: Mit dem bisher gesagten liegen wir ziemlich auf einer Wellenlänge, was die „Tugenden eines erfolgreichen Studenten“ anbelangt. Wie sehen Sie denn darüber hinaus die Notwendigkeit der Fehlertoleranz und der  „Produktivitätssteigerungen“?

Dr. Behrenbeck: Nur wer nichts tut, macht keine Fehler. Fehler sind dazu da, aus ihnen zu lernen. Dumme Menschen machen mehrfach denselben Fehler, kluge machen immer andere. Unser Problem ist, dass wir Fehler immer negativ bewerten. Was uns fehlt, ist eine konstruktive Feedbackkultur. Sie würde dabei helfen, offener in neue Situationen zu gehen, Abweichungen von erwarteten Verläufen und Ergebnissen genau zu beobachten und die dahinter stehenden Annahmen zu kontrollieren, um Fehler – die letztlich unvermeidbar sind – korrigieren zu können.

Ich bewerte Produktivitätssteigerungen ebenso wie Fehlertoleranz als eine Lerntugend: Wer so eingestellt ist, nimmt wahr: es ginge vielleicht noch besser, da fehlt noch etwas, es müsste einen kürzeren, eleganteren Lösungsweg geben, man müsste diese Krankheit heilen können… Diese Motivation ist das Ergebnis einer gelungenen wissenschaftlichen Ausbildung.

Das Studium der Zukunft – Was und wie studieren wir?

Martin K: Kommen wir noch einmal zum Abschluss zurück auf die Kompetenzen: Wie sieht er denn aus, der ideale „Student bzw. Absolvent der Zukunft“? Welche Kompetenzen sollte er erwerben?

Dr. Behrenbeck: Er sollte …

  • Lernen zu lernen
  • Informationen finden, bewerten und verwerten
  • Probleme selbstständig lösen, denken und urteilen
  • Mit Unerwartetem und Neuem umgehen können („Routine kann jeder – Arbeitgeber erwarten Initiative“)
  • Veränderungen aushalten und selbst aktiv herstellen können („Das Studium ist eine große Veränderung, viele haben Angst, neue Erfahrungen zu machen und aus ihrer Komfortzone herauszukommen.“)
  • Neben den Kompetenzen auch an seinen Persönlichkeitseigenschaften arbeiten („Ein Studium, das die Persönlichkeit nicht verändert, ist verlorene Zeit“)
  • Ausdauer, Mut, Disziplin und Fehlertoleranz
  • Verantwortung übernehmen, soziale Kompetenz entwickeln.

Martin K: Vielen Dank für das tiefgründige Gespräch! Weiterführende Informationen:

Fazit: Das Studium der Zukunft setzt auf Methoden und Kompetenzen. Trotz G8 Hechelei, Bologna-Reform und Bildungskrisen. Wenn du die Wahl zwischen zwei Studiengängen und zwei Unis oder FHs hast, wähle das Studium, dass deine Persönlichkeit mehr fordert und besser entwickelt. Versuche auch im Studium deine Komfortzone immer weiter auszudehnen und gezielt an deinen Kompetenzen zu arbeiten. Z.B. mit den Golden Rules.

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