Planst du einen Auslandsaufenthalt oder einen Bildungsurlaub und bist auf der Suche nach der richtigen Sprachschule? Wer Sprachen lernen möchte und dafür ins Ausland geht, steht vor der einen Frage: Welchen Sprachkurs soll ich nehmen? Das Angebot ist riesig, die Dinge, die man beachten muss, vielfältig – und das Inter-Netz ist mit seiner Info-Flut nicht unbedingt hilfreich, wenn du keine klaren Kriterien und mentale Filter für die Recherche im Hinterkopf hast.

Sprachschule Chinesisch Beijing (Peking) Blick aufs moderne San Li Tun
Ausblick aus meiner Sprachschule in Peking: Interessierst du dich für einen Chinesisch-Sprachkurs?

Ich habe nun einige Erfahrungen mit Sprachkursen in Spanisch, Englisch, Italienisch und Chinesisch in Europa, Südamerika und Peking gemacht, und nun folgen meine Empfehlungen.

So würde ich den perfekten Sprachkurs beim nächsten Mal auswählen:

 

Sprachkurs an Sprachschulen? Top-Tipps für die perfekte Wahl

Wichtige Kriterien für die Wahl der perfekten Sprachschule

  1. Informative Ästhetik. Die Sprachschule verfügt über eine gute, übersichtliche und ansprechende Webseite. Das bedeutet nicht unbedingt, dass auch die Kurse gut sind, doch wer seine Außendarstellung durchdenkt, durchdenkt in der Regel auch das Angebot und die Didaktik. Wenn eine Schule viel (und gute) Werbung macht, muss das ebenfalls nicht negativ sein; Es ist vielmehr so, dass sich Werbeausgaben für ein Unternehmen nur dann lohnen, wenn auch die Produkte gut sind. Werbung ist dermaßen teuer, dass sich das meist nur rentiert, wenn die angezogenen Kunden die beworbene Dienstleistung auch nochmals nutzen oder weiterempfehlen.
  2. Lage und der passende Ort. Die Lernumgebung ist wichtig für die Lernbereitschaft. Wähle einen Ort, an dem du dich wohlfühlst. Ich bevorzuge zentrale Orte, denn ich mag es mittendrin. Rom, Buenos Aires, Florenz, Madrid – ich habe es geliebt, jeden Morgen mitten durchs geschäftige Zentrum dieser Städte zu flanieren, meinen Cappuccino am Eckcafé zu schlürfen und dann gut gelaunt (und motiviert) in den Unterricht zu gehen. Wenn du eher ruhige Orte magst und dich Trubel und Lärm stressen, solltest du hingegen eine ruhigere Lage oder eine kleinere, familiärere Stadt nehmen. Checke immer Google Maps, bevor du eine Sprachschule und die Unterkunft dazu buchst – keiner möchte morgens 40 Minuten zur Schule pendeln oder warten!
  3. Kultur ist Trumpf. Eng im Zusammenhang mit der Webseite steht das Angebot weiterer Aktivitäten, denn sie verlängern deine Lernzeit. Bietet die Schule (kostenfreie oder kostengünstige) Zusatzprogramme wie Stadttouren, Videoabende, gemeinsame Abendessen, Tanzstunden, Kochkurse etc.? Das ermöglicht dir, tiefer in eine Kultur einzutauchen und deine Motivation, die Sprache zu lernen, deutlich zu steigern.
  4. Bietet die Schule einzigartige Angebote, die sich deutlich von den anderen unterscheiden? Das ist ein deutliches Qualitätsmerkmal, denn a) hat sich jemand Gedanken um spezielle Bedürfnisse und Zielgruppen gemacht und b) kannst du so vielleicht für dich den perfekten Sprachkurs finden. Ich hatte z.B. italienisch sprachigen Zeichnen- und Malunterricht in Florenz und einen leckeren Kochkurs – complettamente in italiano! Eine Schule in Buenos Aires bietet z.B. spezielle Spanischkurse für Mediziner, Manager, Teens und Eltern sowie spezielle Fokuskurse für Tango- und Kinoliebhaber.

Die Hausschildkröte der Spanish School Arequipa
Diese aggressive Schildkröte lebte bei der Sprachschule in Arequipa. Hier gibt’s den Erfahrungsbericht von der Sprachschule in Peru.

  1. Die richtige Gruppengröße. Frage vorher, wie viele Leute in einer Klasse sein werden. Willst du die Sprache wirklich gut lernen, dann ist weniger besser. 2-3 Schüler sind ideal (Bist du allein, ist es manchmal sehr anstrengend, ich bevorzuge daher ein bis zwei Mitschüler, sodass ich auch aus deren Fehlern lernen kann oder mich einfach mal zurücklege und so eine Mini-Pause zwischendurch habe). Möchtest du hauptsächlich Spaß haben, dann bietet dir eine größere Klassengröße mehr Unterhaltung und die eher Chance, Gleichgesinnte zu finden.
  2. Internationalität. Achte darauf, dass in der Sprachschule nicht nur deutschsprachige lernen. Während ein deutsches Management oft von Vorteil und Qualität ist, möchtest du nicht ständig in Deutsch kommunizieren. Erkundige dich also vorher, woher typischerweise die Studenten kommen. Vielleicht hast du Glück und Nicht-englischsprachige Kollegen in der Klasse oder in der Sprachschule. So wie ich in Buenos Aires – mein Mitschüler in Argentinien kam aus Tokio und konnte kaum Englisch. Das heißt, wir müssen Spanisch reden und haben keinen Shortcut. Das ist gut (siehe auch „Insider-Tipp“ weiter unten).
  3. Die richtige Uhrzeit. Erkundige dich, ob die Kurse morgens oder abends und zu welcher genauen Uhrzeit (9 Uhr oder 10 Uhr, etc.) beginnen. Bist du ein Morgenmuffel (–> Biorhythmus berechnen), nimm lieber eine Schule, bei der du nachmittags Unterricht hast. Willst du es ordentlich krachen lassen (und lange ausschlafen) gilt dasselbe. Leider sind die meisten Sprachkurse vormittags, also wirst du etwas recherchieren und korrespondieren müssen.
  4. Ah. Für viele sind die Preise der Sprachschule oft das erste Kriterium. Der Preis bestimmt natürlich, ob und wie lange du fahren kannst, aber wenn die ersten 5 Kriterien stimmen und du den für dich vermutlich perfekten (= passendsten) Sprachkurs gefunden hast, würde ich am Preis nicht sparen. Versuche zu verhandeln, oder buche erstmal eine Woche weniger und schau, ob du vor Ort kostengünstiger noch eine Woche dazu buchen kannst.

 

Sprachen lernen im Ausland: Dauer, Umfang, Zeitpunkt

Die perfekte Sprachschule: Feintuning

Ist nun die passende Sprachschule bestimmt und entschieden, gilt es, den richtigen Zeitraum bzw. Dauer des Kurses, die richtige Stundenzahl bzw. Kurswahl (einfacher Sprachkurs vs. Intensivkurs) zu bestimmen …

  1. Der passende Zeitraum. 4 Wochen reichen, um ein wenig Smalltalk in der komplett neuen Sprache zu halten und gut durch ein Land zu reisen. Wenn du gut und fleißig bist, würden auch 2 oder 3 Wochen reichen. 1 Woche ist etwas kurz, denn das Gehirn braucht Zeit, um sich an den Rhythmus, die Sprachmelodie und Logik der neuen Sprache zu gewöhnen. Faustregel: Je kürzer du den Sprachkurs buchst, desto mehr solltest du dich im Vorfeld schon darauf vorbereiten (siehe Artikel „Der perfekte Sprachkurs“).
  2. Die passende Stundenzahl, Teil 1: Lern- und Verarbeitungsintensität. Der Normalfall sind 4 Stunden. Bedenke dabei, dass du dabei nochmal 1-2 Stunden pro Tag für Hausaufgaben, Vokabeln büffeln und sonstige Vor-/ und Nachbereitung brauchst. 4 Stunden ist also wirklich intensiv und für Leute geeignet, die schnell und fokussiert eine neue Sprache lernen wollen oder schon relativ weit sind und daher die 4 Stunden leichter verarbeiten und wegestecken können. Für absolute Anfänger reichen meist 2 Stunden – ich habe in Italien so recht flott Italienisch gelernt, ich glaube gerade weil ich Zeit zum intensiven Selbstlernen und Nachbereiten hatte. 4 Stunden können dennoch Sinn machen, wenn es verschiedene Formate sind – wenn die Schule z.B. 2 Stunden Grammatik und 2 Stunden reine Konversation bietet oder wenn es 2 Stunden gesprochene Sprache und 2 Stunden Schriftzeichen bei asiatischen Sprachen sind.
  3. Die passende Stundenzahl, Teil 2: Feier- und Kulturintensität. Wenn du nebenher noch einen kulturellen Kurs buchst (Zeichnen, Kochen, Fotografie etc.) dann sind oft 2 Sprachstunden genug. Zudem ist für die meisten ein Sprachkurs primär eine echt coole Zeit zum Feiern, eine Stadt zu entdecken und viele neue Freunde zu machen. Der eigentliche Sprachkurs kann dann schnell zum Stress werden – ein teures, selbst gebuchtes Unterfangen (siehe Punkt 9 „Die passende Stundenzahl“). Willst du viel feiern, buche also lieber 2 Stunden (zur Not kannst du vor Ort an Tandem-Angeboten teilnehmen oder dir günstige Einzelstunden von Studenten buchen). Oder noch besser: Wer ohnehin viel unter Leuten ist, sollte versuchen, so oft wie möglich die neue Sprache anzuwenden – warum nicht zum flirten? Das macht Spaß und die meisten Jungs und Mädels stehen auf ausländische Akzente. Wetten?

Kolumbien - neben Sprachkurs ein bisschen Freizeit in der Karibik
Was macht der Martin da im Sand? Eigentlich hat er einen Sprachkurs in Cartagena besucht. Aber manchmal braucht man auch eine Pause… Hier geht’s zum Erfahrungsbericht der Sprachschule in Kolumbien.

  1. Die richtige Jahreszeit. Gehst du zur Hauptsaison, triffst hast du tendenziell größere Gruppengrößen und mehr Leute um dich herum. Gehst du in den Semesterferien, hast du eher Studenten um dich herum, außerhalb der Semesterferien triffst du hingegen in der Regel auf ein älteres Publikum (Lehrer, Reisende, Angestellte).
  2. Die richtige Taktik / Flexibilität (aka passender Preis / Zeitraum für Fortgeschrittene). Wenn ich einen Sprachkurs mache, dann bin ich auch viel in der Stadt unterwegs und viel abends in den Bars und Clubs. Gewöhnlich habe ich in der dritten Woche einen ordentlich Hänger. Zudem hat man nach 2 Wochen erstmal genug Input. Es kann also Sinn machen, einen 2-Wochen-Kurs zu buchen, 2 Wochen zu Reisen oder einfach in der Stadt zu bleiben (und viel zu üben), um von diesem gefestigten Sprachniveau aus nochmal 2 Wochen Kurs dranzuhängen. Das würde es auch erlauben, nochmals eine andere Schule oder eine andere Stadt auszutesten.

 

Insider-Tipp

An einer Sprachschule kann man oft besonders gut eine dritte Sprache üben. Z.B. habe ich in Florenz enorm viel Französisch und Englisch gelernt. Wie das? Normalerweise kommt man nur recht schwer mit Einheimischen in Kontakt, wenn man noch ein Sprach-Küken ist. In Florenz war aber meine Mitbewohnerin Französin, so habe ich sie gebeten, mit mir immer wieder Französisch zu üben. Abends bin ich oft mit amerikanischen Freunden zum Essen gegangen und habe so mehr praktisches Sprachtraining in Englisch als in Italienisch gehabt.

Du kannst das auch steuern: Versuche, in eine WG mit Leuten aus deiner Zielsprache zu kommen. Sprich solche Mitschüler in den Pausen zwischen den Sprachkursen gezielt an und freunde dich mit ihnen an. Nimm vorher auch einen französischen / englischen Kurs oder deine Schul / Uniaufzeichnungen in der „Plan B“-Sprache mit. Dann schlägst du vor Ort gleich zwei Fliegen mit deiner „Klappe“ (im doppelten Wortsinn … 🙂 ).


Die Wahl der Sprachschule: Fazit

Zusammenfassung + Top 5

Bei der Planung eines Auslandsaufenthaltes und Sprachreisen in fremdsprachigen Ländern bietet es sich an, einen professionellen Sprachkurs in einer Sprachschule zu buchen. Von der äußeren Erscheinung bis zum perfekten Zeitraum habe ich dir die Schlüsselkriterien für die perfekte Sprachschule vorgestellt.

Hier noch mal die zentralen 5 Kriterien im Schnelldurchlauf:

  1. Lage: Welche Stadt? Zentrum oder Peripherie? Geschäftiges Viertel oder ruhige Landlage? Entscheide nach deinen persönlichen Vorlieben.
  2. Gruppengröße: Einzelunterricht ist sehr intensiv, in kleinen Gruppen lernt man am besten. Große Gruppen begünstigen soziale Kontakte, vermindern aber auch die Konzentrationsfähigkeit.
  3. Uhrzeit und Zeitraum: Passe die Kurszeiten deinen persönlichen Leistungs-Hochs an. Morgenmuffel sollten die frühen Morgenstunden meiden, sonst war’s für die Katz‘.
  4. Umfang: Achte darauf, nicht zu ambitioniert zu denken – überfordere dich nicht mit einem 4-wöchigen Intensivkurs, wenn du eigentlich auch was von der Stadt sehen möchtest.
  5. Taktik und Flexibilität: Denk dran: nobody’s perfect! Mit den ersten Grundkenntnissen kannst du dich ruhig nach draußen trauen. Vermeide daher die Tunneltaktik und genieße auch Freizeit, Kultur und Partys.

Mal so richtig in die spanische Sprache eintauchen in Buenos Aires
Graffiti in Buenos Aires: In Argentinien kann man die Sprache an jeder Straßenecke genießen und lernen. Hier lang geht’s zu meinem Bericht über den Sprachkurs in Buenos Aires.

Hast du schon mal eine Sprachschule besucht? Wo und mit welcher Taktik hast du sie ausgewählt? Verrate es in einem kurzen Kommentar (geht schnell, kostet nix).

Du träumst von Sprachreisen? STA Travel ist ein weltweit agierender und verlässlicher Anbieter, der auch Studentenrabatte gewährt.


Kategorie: Sprachen lernen | Artikel von | am 23.10.2014


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