Sicher weiß ich, dass viele Probleme von Schule und Uni in den Rahmenplänen verankert sind und sich unsere Bildungspolitik nur schwer ändern lässt. Doch man muss nicht immer lange über das ideale Konzept debattieren und eine Lösung konzeptionieren, die so gewaltig ist, dass sie keine Chance auf Umsetzung hat. Manchmal sind es kleinere Dinge, die man auf Fachschafts- oder Institutsebene anstoßen kann. Ich habe über zehn Jahre im Universitäts-Kontext gelernt bzw. gelehrt. Dabei sind mir einige typische Probleme und Dinge aufgefallen, die man vielleicht relativ leicht ohne großen Aufwand und Kosten ändern könnte…

1. Man braucht in Deutschland einen Angelschein, nur um einen Fisch zu fangen. Warum aber darf man die Zeit, Geduld und Nerven von Schülern und Studenten ohne lernpsychologisches Training strapazieren? Warum gibt es eine Prüfungsordnung für Studenten, aber keine Lehrordnung für Professoren? Ein paar Leitlinien oder eine Checkliste für lernpsychologisch optimierte Vorlesungen, die sichtbar in Seminarräumen aufgehängt werden, wären ein Anfang.

2. Ein „Didaktik-Daddy (m/w)“ für Schulen wäre nützlich. Einen Psychologen, der Lehrkräfte coacht und lernpsychologische Hinweise gibt. An der Uni könnte ein „Vorlesungskommissar“ Material auf Verständlichkeit prüfen, unklare Stellen markieren und Vorschläge für Visualisierungen machen. Das kann flink gehen: Man sieht schon an den ersten Folien, ob die Folien gut sind oder nicht. Wenn es je einen Beauftragten für Gleichstellung, Presse- und Alumni-Arbeit gibt, sollte es auch jemanden geben, der sich für die kontinuierliche Verbesserung der Lehre verantwortlich fühlt.

3. Bewertungsbögen am Ende des Semesters sind gut gemeint, doch helfen nichts mehr: Die Veranstaltung ist dann vorüber. Deswegen sollte es sofort Feedback nach einzelnen Stunden geben. Studenten könnten ehrlich auf die entsprechende Facebook- oder Twitter-Wall der Veranstaltung posten, ob Inhalte verständlich waren, welche Fragen offengeblieben sind und Ideen zur Verbesserung geben. Oder man stellt eine Pinnwand für anonyme Kommentare in der Pause auf. Das kann der Dozent sofort aufgreifen und seinen Kurs korrigieren.

4. Vortrag oder Skript? Einige Dozenten verwechseln PowerPoint mit Word und schreiben ganze Sätze in die Folien. Wir können uns aber entweder auf das Geschriebene oder das Gesprochene konzentrieren. Möglicher Ausweg: Man könnte zunächst die Gedanken wie bisher in Sätzen formulieren und als Handout zur Verfügung stellen. Aus diesen Sätzen müssen dann aber die Kernaussagen für die Präsentationsfolien gefiltert werden.

5. Wir brauchen eine PowerPoint-Police! Diese könnte mit Vorlesungsunterlagen aufbereiten. Es ist denkbar einfach: A) Man sollte Beispiele vor den neuen Inhalten präsentieren – dann erst die unbekannten und schweren Fachbegriffe und Verfahren erklären. B) Zwei bis drei anschauliche, auflockernde Visualisierungen helfen, den Stoff vorstellbar und assoziierbar zu machen. Es gilt die 5-x-5-Regel: Nie mehr als 5 Stichpunkte à 5 Wörter pro Zeile!

6. Warum sollten sich auch nicht mehrere Lehrstühle, die alle dasselbe Grundlagenfach unterrichten, einen Foliensatz teilen? Er könnte so professionell und anschaulich gestaltet werden und es würde sich für alle lohnen.

Das Bild zeigt das fleißige Bienchen, dass zu viel lernt in der Schule

Unsere Schülerinnen und Schüler, auch die Studentinnen und Studenten haben viel Lernstoff zu bewältigen. So viel wäre es gar nicht, wenn man die Lerninhalte besser strukturieren und präsentieren würde.

–> Weitere Ideen zur Verbesserung der Lehre, von Vorträgen und zum optimalen Lernprozess finden sich in der „Bestnote“.


Kategorie: Lifehacks | Artikel von | am 23.07.2012


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