Wie lerne ich am besten? Am Stück oder mit vielen Pausen? Überraschende Erkenntnisse der Lernpsychologie.

Wie lerne ich am Besten? Ist es besser, sich den ganzen Lernstoff auf einmal reinzuziehen oder viele kleine Pausen einzulegen? Als Athlet muss man sich entscheiden: Entweder man wird Sprinter oder Ausdauerläufer. Beim Lernen müssen wir beides können: täglich gezielte Sprints hinlegen und langen Atem über die Lernzeit hinweg beweisen. Wie das konkret aussieht und mehr Antworten auf die Frage „Wie lerne ich am Besten“ erfährst du in diesem Artikel!

Wie lerne ich am Besten?

Warum sprinten?

Was passiert mit der Erinnerungsleistung, wenn wir lange am Stück lernen (gestrichelte Linie)? Sie geht beständig zurück! Inhalte können nicht gespeichert werden und überlagern sich. Je länger man lernt, desto weniger bringt es!

Sprint oder Marathon? Wie lerne ich am Besten?

Durch eine Pause passiert etwas Erstaunliches: Die Erinnerung steigt!

Warum? Es gibt einen sogenannten Recency-Effekt (Nachhall-Effekt): Wenn man das Lernen unterbricht, dann bleiben die letzten Informationen im Gedächtnis und können gespeichert werden. Nach der Pause sind wir wieder frisch und aufnahmebereit. Wie heißt es so schön: „Der erste Eindruck zählt“. Dies nennt man Primacy-Effekt.

Wenn man sich am besten an den Beginn und das Ende einer Lerneinheit erinnern kann, wie können wir effizienter lernen? Einfach, indem wir mehr Anfänge und Enden haben – durch die Wunderwaffe des Lernens: Pausen!

Ein Freund erzählte einmal, dass er eine Weile lesen würde, dann schlafen, wieder lesen, dann schlafen. Ich schüttelte den Kopf und dachte: „wie ineffizient“. Heute muss ich zugeben, dass ich mich geirrt habe. Dieser Rhythmus von Lern- und Verarbeitungspausen ist lernpsychologisch sehr clever. Was aus der Schlafmütze geworden ist? Er hatte den besten Semesterdurchschnitt und arbeitet heute bei McKinsey (um so besser, dass er im Studium ausreichend schlief – denn die Kollegen arbeiten bekanntlich 70 Stunden in der Woche).

Wie lerne ich am Besten? Nutze die Pausen

So taktest du deine Pausen geschickt

Pausen sind fantastisch: Während wir uns erholen, arbeitet unser Gehirn weiter. Im Unterbewussten werden die Informationen verarbeitet und restrukturiert. Wie pausieren wir clever?

Ein Durchatmen ist nach ca. 25 (Schüler) bis 45 (Studenten) Minuten fällig. Faustregel: Je faktenlastiger das Lernen, desto öfter braucht du einen Zwischenstopp von zwei bis fünf Minuten. Schließ die Augen, entspann dich. Lehn dich zurück, starre aus dem Fenster. Gern darfst du dir einen Tee machen, durchlüften. Ein paar Auflockerungsübungen kommen gelegen. Kleine Handgriffe sind erlaubt: Blumen gießen, Müll runterbringen, Dinge aufräumen. Hauptsache: KEINE neuen Informationen aufnehmen! Tabu sind Telefon, Mail, SMS, Facebook, Internet, Zeitungen. Das Hirn braucht den Leerlauf zum Speichern.

Eine Pause ist fällig, wenn du eine Aufgabe fertig hast. Idealerweise solltest du je nach Kondition alle 60 bis 120 Minuten eine Entspannungspause von 15 bis 30 Minuten einlegen und Themenblöcke entsprechend portionieren (siehe Progress-o-Meter).

In einer Studie erzielten Leute, die vor der Prüfung abgewaschen haben, bessere Ergebnisse als jene, die bis zur letzten Minute lernten bzw. gar nichts mehr machten! Warum? Beim Abwaschen wird der Körper aktiviert und durch die Koordination beider Hände die Vernetzung der Gehirnhälften verbessert. Der Kopf bleibt dafür frei. Du musst deshalb nicht zum fanatischen Tellerwäscher werden. Alles Aktive ist ratsam: Verlasse den Schreibtisch. Dusche, koche, geh spazieren, mach Yoga. Kleinkram, bei dem man mit den Händen arbeiten muss, ist nicht verkehrt: Wäsche in die Maschine legen, kurz durch die Wohnung saugen oder ein Formular ausfüllen. Orga-Kram, Haushalt oder Sport lassen sich ideal als Lückenfüller in den Lernprozess integrieren, ohne dass wir Zeit verlieren! Natürlich darfst du auch nur entspannen, dösen, schlafen, kuscheln. Alles ist erlaubt, was deine grauen Zellen nicht beansprucht.

An langen Lerntagen sind zwei längere Erholungspausen ratsam: eine am Mittag (mindestens eine Stunde) und eine zum Abendessen. Im Schnitzel-Koma (Mittagstief) bist du ohnehin nicht produktiv. Nimm dir die Zeit, die dein Körper braucht: Gönn dir einen geistigen Boxenstopp (15 bis 25 Minuten hinlegen und dösen – nicht mehr, sonst wird es schwer, wieder aufzustehen). Abends bieten sich eine kurze Fitness- Runde, ein Spaziergang im Park oder ein gemeinsames Abendessen an. Danach hättest du noch etwas Zeit für Wiederholungen.

Regelmäßige kurze Lernsprints sind effektiver als ein geistiger Zehnkampf am Ende.

Wie lerne ich am Besten?

Der Marathon

Lernprozesse und unsere Motivation führen gern ein Eigenleben: Gute Tage folgen schlechten Tagen, darauf folgen noch schlechtere Tage. Mal hat man einen Lichtblick, mal etwas zu viel getrunken. Hier raubt eine Erkältung die Konzentration, da zerbröselt die Lust mit der Trockenheit des Lernstoffs. Nur wer dranbleibt und akzeptiert, dass man meist „nur“ 60 Prozent dessen schafft, was man sich vorgenommen hat, kommt voran. Sich ein schlechtes Gewissen einzureden, bringt nichts. Gib nicht auf! Woher soll der Trainings-Effekt kommen? Selbst wenn du nur 20 Prozent deines Pensums schaffst – besser als nichts! Morgen wird es sicher leichter!

Zudem sind Lernplateaus normal: Wir treten tagelang auf der Stelle und kommen gefühlt keinen Meter voran. Unser Gehirn ist kein Mac-Book. Bis sich neue Nervenverbindungen bilden, dauert es etwas. Und so ist ein Verlauf wie dieser recht typisch:

Lernen gleicht häufig einem Marathon

Ich habe meinen Fortschritt in einem Sprachkurs beobachtet: Als ich in Rom ankam, konnte ich halbwegs Italienisch, es war nur eingeschlafen. Nach drei Tagen ging es wieder gut. Gleichzeitig lernte ich neue Grammatikregeln und bemerkte nun viele Fehler. Im Versuch alles richtig zu machen, scheiterte ich: zu viele Zeitformen und Ausnahmen! Nach einer Woche sprach ich schlechter als zum Anfang. Ich musste das Tempo runterfahren und übte gezielt nur eine Zeitform pro Tag. Von da an ging es langsam wieder aufwärts.


Wie lerne ich am besten? Am Stück oder mit vielen Pausen? Überraschende Erkenntnisse der Lernpsychologie.Lass dich von solchen Wellenbewegungen nicht verunsichern! Das Gefühl „heute nichts geschafft zu haben“ oder „im Lernstoff keinen Millimeter weiterzukommen“ ist nur ein Gefühl! Aha-Effekte und große Verständnisfortschritte müssen durch kontinuierliches Dranbleiben vorbereitet werden.

Noch mehr Antworten auf die Frage „Wie lerne ich am Besten“ verrate ich in meinem Buch „Bestnote: Lernerfolg verdoppeln, Prüfungsangst halbieren“.

Dein Dr. Martin Krengel

 








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