Vokabeln lernen
Wer hat schon Lust auf langweiliges Vokabeln pauken?
Vokabeln lernen leicht gemacht! Mit diesen 5 Lerntricks lernst du spielend einfach Vokabeln.
Vokabeln lernen Tipps
1. Das Interesse an den Inhalten geht vor
Kinder lernen durch Neugier, Interesse und einfaches Ausprobieren. Sie pauken nicht erst stundenweise Lehrbücher und wiederholen Konjunktionen. Sie stehen mitten im Leben und plappern alles nach, was sie hören. Und? Sie lernen dabei unheimlich schnell! Im Französischunterricht der 11. Klasse musste ich zwangsweise mit alltagsfernen Vokabeln über das Abfallproblem diskutieren, konnte aber noch nicht mal gescheit in der Bar einen Drink bestellen, geschweige denn in der Fremdsprache small talken. Übel. Klar, dass man da das Interesse verliert.
Deswegen: Statt deine Zeit mit langweiligen Grammatikübungen oder gut gemeinten Vokabel-Übungen zu verschwenden, sieh deine Lieblingsfilme auch in italienisch, höre einen trendigen Internet-Radiosender aus Buenos Aires, nutze, chatte auf Facebook-Gruppen mit Franzosen, Chinesen, Australiern. Kaufe dir eine Modezeitung am Bahnhof und nutze dazu ein elektronisches Wörterbuch.
Motivation und Interesse sind die „halbe Miete“ beim Vokabeln lernen. Auf, auf – lies, sieh, hör, sag dasselbe, was du auch in deutsch lesen, sehen, hören und sagen würdest! Dann verschwendest du keine Zeit und lernst auch noch effektiver.
Vokabeln lernen Tipps
2. Assoziiere!
Die guten alten Eselsbrücken sind der Schlüssel zum nachhaltigen Vokabel lernen. Dies funktioniert entweder visuell oder auditiv. Frage dich bei einer Vokabel:
Visuell: Was sehe ich? Wenn du eine Vokabel hörst, z.B. „Alcázar“ (= span. Burg) dann verknüpfe dieses Wort mit deinen spontanen Assoziationen. Ich denke z.B. sofort an die italienische Rockband „Alcázar“, die 2001 einen Hit „Crying in the discothek“ hatten. Ich stelle mir einfach vor, wie diese Band eine Disco in einer Burg veranstaltet.
Auditiv: Was höre ich? Ist ein Fremdwort nicht assoziativ, finden wir über das Zerlegen in bekannte Laute Anknüpfungspunkte. Z.B. bei dem unaussprechlichen Namen des ungarischen Glücksforschers „Csikszentmihalyi“.
- Der erste Schritt ist die Teilung in aussprechliche Silben: Chick | sent | mi | high.
- Was fällt uns dazu ein? Wie wäre es mit: Dieses „Chick“ (Mädchen) „sent“ (sendet) „mi“ (mich) „high“ (in den Himmel). Voilá. Ich denke an das Gefühl frischer Liebe und stelle mir vielleicht mein letztes Date vor. Und schon haben wir auch dieses Wortungetüm gezähmt.
Vokabeln lernen Tipps
3. Alle guten Dinge sind drei
Je vielseitiger du Lernstoff verarbeitest, desto besser. Craik/Lockhart haben bereits 1972 herausgefunden, dass das Gehirn Informationen desto besser behält, je intensiver es diese verarbeitet. Das geschieht über die verschiedenen Sinneskanäle: sehen, hören, tasten. Lies einen Satz aus dem Sprachkurs nicht nur leise durch. Sprich ihn laut aus, schreibe ihn danach mit der Hand komplett aus! Warum mit der Hand? Weil die Buchstaben dann in Zeitlupe entstehen. Diese mechanische Muskelbewegung wird mit im Gehirn codiert. Das funktioniert beim tippen nicht.
Vokabeln lernen Tipps
4. Form- & Farbattacke
Aufgrund der Verarbeitungstiefe (siehe 3.) musst du einfach ein wenig mehr Mut haben zur kreativen Aufbereitung der Vokabeln: schreiben, markieren, priorisieren, zusammenfassen, clustern, ausschneiden, colorieren, fett machen, neu sortieren, Bekanntes/Unwichtiges wegstreichen, aussprechen, singen, vernetzen, verbinden … das alles hilft dir, die Vokabeln leicht im Gedächtnis zu behalten!
Faustregel: Mindestens 2 Textmarker und einen Buntstift, mit dem du die Zusatzinfos und Assoziationen an den Textrand schreibst! Eine Lernvorlage sieht immer dann gut aus, wenn sie möglichst stark mit Markierungen und Strukturen aufbereitet ist!
Vokabeln lernen Tipps
5. Versteckspiel – oder: die zwei Stufen des Lernens
Vermeide den Fehler, in eine passive Lernhaltung zurückzufallen! Versuche, wenn du die Sätze mit neuen Vokabeln laut aussprichst und aufschreibst, dies aus dem Kopf zu machen! Assoziiere vorher den Satz, zerlege ihn in sinnvolle Wortgruppen. Und dann los! Es gibt nämlich einen großen Unterschied zwischen „Wiedererkennung“ (recognition) und „Erinnerung“ (recall). Deswegen überrascht es uns in Klausuren oft hart: Wenn wir immer nur den Lernstoff durchlesen, denken wir bald: Das kann ich, denn es kommt mir bekannt vor. Halt!!! Das ist erst die erste Lernstufe (=recognition). Um sich aber auch ohne Hilfen zu erinnern (=recall), müssen wir das vorher auch ohne Hilfsmittel trainieren.




