Die besten Lernstrategien für Schule, Studium und Prüfungen – Wende diese Lerntipps an und bestehe deine nächste Klausur mit Leichtigkeit

Egal ob in der Schule oder im Studium – ohne die richtigen Lernstrategien erreichst du deine Lernziele entweder gar nicht oder nur mit Müh‘ und Not. Bevor du blind drauf loslernst, musst du zuerst folgende Fragen klären:

Wie bekomme ich heraus, was wichtig ist? Wie kann ich entscheiden, wann ich genug weiß? Was muss ich mir besonders anschauen, was kann ich vernachlässigen? Zu einer guten Prüfungsvorbereitung gehört eine Priorisierung. Sonst paukt man aus Unsicherheit jedes Detail und bekommt ein Gefühl der Enge. Hundertprozentig wird man diese Fragen nie beantworten und selten kann man hellsehen. Doch es gibt ein paar nützliche Schritte, um die Unsicherheit zu verkleinern.

Wie diese Schritte aussehen und warum du mit den richtigen Lernstrategien jede Klausur mit Leichtigkeit bestehst, erfährst du in diesem Artikel.

Workshop: Deine perfekten Lernstrategien – Teil 1

1. Rekapituliere deine Ziele

Was sind deine Ziele für die Prüfung? Willst du nur bestehen oder peilst du die Bestnote an? Schaust du nach einem guten Aufwand / Noten-Verhältnis oder willst du möglichst viel (für dich) lernen?

Mit den richtigen Lernstrategien deine Ziele erreichen!

Je besser wir sein wollen, desto überproportionaler müssen wir Zeit investieren. Oft reicht es, 80 bis 90 Prozent des Stoffes gut gelernt zu haben. Die Kunst besteht darin, zentrale Inhalte zu identifizieren und diese dafür richtig gut zu verstehen.

Ordne dein Ziel für die nächste Prüfung ein:

120 % | Wissen erweitern. Du lernst nicht für den Prüfer, sondern für dich. Das ist dein absolutes Lieblingsthema, du willst alles darüber wissen. Die Prüfung ist dir eigentlich egal. Dann ist ein hoher Zeiteinsatz gerechtfertigt und die Motivation oft nicht so schwer, weil sie von innen kommt.

100 % | Kein Fehler / Risikominimierung. Du willst eine Topnote! Aber Vorsicht: Gib nicht 150 Prozent – die Gefahr, sich so zu verzetteln, ist zu groß! Stelle Kriterien auf: Was musst du wissen? Was sind die Erfolgsfaktoren? Werde gut darin, dein Wissen eloquent auf den Punkt zu bringen, Zusammenhänge zu verstehen und weiter zu denken, als es die anderen tun!

80 % | Schwerpunkt-Strategie: Ein gutes Verhältnis von Aufwand und Lifestyle ist dir wichtig. Du brauchst Mut zur Lücke. Je nachdem, wie groß die Wahlfreiheit ist, kannst du Schwerpunkte setzen. Erlaubt eine Klausur die Auswahl von Fragen (z. B. drei aus fünf) kannst du zwei Themenblöcke ignorieren, ohne ein Risiko einzugehen.

60 % | Mini-Max-Strategie: Du willst mit geringem Aufwand vor allem eins: bestehen. Gerade für dich ist es wichtig, eng an den Erfolgsfaktoren zu bleiben, um Unnötiges zu sparen.

„Die letzten 10 bis 20 Prozent sind diejenigen, die mich vor Prüfungen regelmäßig zum Wahnsinn treiben. Nimmt man sich nur 80 bis 90 Prozent vor, fällt eine riesige Last von einem.“

Vanessa

Workshop: Deine perfekten Lernstrategien – Teil 1

2. Welche Inhalte muss ich verstehen?

Meist wird kein einzelnes Thema geprüft, sondern der Stoff des gesamten Seminars, Schuljahrs oder Semesters. Deine Mission: herausfinden, wie wichtig und wahrscheinlich die einzelnen Teile sind. In der Regel wiederholen sich Prüfungen in der Grundstruktur. Zudem ist es ein riesiger Aufwand, Klausurfragen komplett neu zu stellen. Meist wird nur die Frageform verändert. Das zugrundeliegende Bewertungsschema, die geforderten Kompetenzen und die gleiche Mischung aus Aufgabentypen sowie relevante Themengebiete bleiben meist gleich. Um das besser zu erfassen, hilft es, folgende Faktoren zu kennen:

Anzahl der Fragen der letzten Klausuren. Sophie, Biologin, hat z. B. ausgezählt, dass in den letzten drei Jahren immer genau 26 Fragen drankamen: acht (30 %) davon zum Thema Hormone, sechs (25 %) zur Photosynthese und in den verbleibenden zehn Fragen wurden je zwei bis drei Fragen zu den anderen Stoffgebieten (z. B. Berechnungen) gestellt. Ihre Lernprioritäten wurden griffiger: Sie muss alle Hormone und den Prozess der Photosynthese in- und auswendig können, dann hat sie mit diesen beiden Themen 55 Prozent der Klausur abgedeckt. Es fehlen noch zwölf Fragen, die sich auf fünf weitere Themen aufteilen. Bei den komplizierten Rechnungen beschränkt sie sich auf zwei (von drei) Berechnungsarten, die ihr persönlich gut liegen. Das verwirrt sie weniger und sie verliert dadurch maximal eine Frage. Ein kalkulierbares Risiko. Nun teilte sie ihre Lernzeit auf: Hormone = 25 Stunden, Photosynthese = 25 Stunden, je 5 Stunden für die fünf weiteren Themen.

Alte Klausuren gibt es beim Prüfer, Prüfungsamt, bei höheren Semestern oder der Fachschaft. Im Zweifel lohnt sich gezieltes googeln nach „Prüfungsfragen / Tipps für XY; Erfahrungen mit Prüfung XY“ etc. . Manchmal haben Studenten anderer Unis Fragen zu ähnlichen Prüfungen gepostet. Mediziner schreiben gern „Gedankenprotokolle“ und halten darin die Fragen und Antwortmöglichkeiten ihrer Multiple-Choice-Tests fest. Gibt es keine Fundstelle oder ist das Fach brandneu, bitte den Dozenten um Probeaufgaben. In der Schule empfehlen sich gute Beziehungen zu höheren Jahrgängen. Diese kennen die harten Nüsse, hilfreiche Tricks und die Marotten des Lehrers.

Gewichtung. Wie wurden die einzelnen Unterrichtsthemen gewichtet? Hat der Dozent ein Thema länger als geplant unterrichtet, dafür ein anderes gekürzt? Was nicht besprochen wurde bzw. was am Ende nicht wiederholt wird, ist oft nicht so wichtig. Gleiche dann die Vorlesungsfolien mit dem Buch ab. Wo liegen die Schwerpunkte? Welche Bereiche überlappen sich?

Vollziehe die Struktur der Vorlesung nach: Wie viele Folien gehören zu einem Themenblock? In welchem Teil gibt es die meisten Beispiele, Berechnungen, Statistiken, Exkurse? Zu welchen Themen musstet ihr zusätzlich ein Buchkapitel lesen? Zu welchen Inhalten gibt es die meisten Literaturempfehlungen?

Ein BWLer hat festgestellt, dass die Vorlesungen zwar ins Thema hineinführen, dass in den Prüfungen aber zu 80 Prozent der Übungsstoff und die Rechnungen aus den Tutorien gefragt sind. Er übte mehr Aufgaben und sah der Theorie gelassener ins Auge.

Wo ist der Kern? Ziel ist es, einen gemeinsamen Nenner, hinter den einzelnen Fragen liegende Muster und Gemeinsamkeiten zu finden. Trage die Erkenntnisse zusammen. Unterschiedlichen Prüfungsfragen liegt oft dasselbe Ziel zugrunde. Betrachten wir einige Klausurfragen der letzten Jahre einer Statistikprüfung:

  • Diskutiere die Herausforderungen von quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden bei der Erforschung von XY.
  • Diskutiere die Dinge, die es zu beachten gilt, wenn man zwischen einem qualitativen und einem quantitativen Forschungszugang auswählen muss.
  • Die Logik von quantitativer und qualitativer Forschung ist gleich. Diskutiere!
  • Vergleiche und kontrastiere die Annahmen und den Aufbau dieser beiden Forschungsmethoden: „eine Umfrage“ und „eine ethnographische Studie“.

Was fällt auf? Es geht immer um einen Vergleich der Vor- und Nachteile und der Anwendung der zwei grundlegenden Forschungsparadigmen: entweder quantitativ mit statistischen Auswertungen (dazu zählen Umfragen, wie in Frage 4 verschleiert dargestellt) und qualitative Auswertungen (dazu zählen ethnografische Studien). Alle Fragen wollen auf ein und denselben Kern hinaus! Hat man dieses Muster durchschaut, kann man ein entsprechendes Schema erstellen. Die Komplexität und Unsicherheit wird reduziert, es lernt sich viel entspannter.

Ebenso verhält es sich mit Berechnungen. Es gibt pro Fach nur eine bestimmte Anzahl von grundlegenden Verfahren oder Rechenarten, die man beherrschen muss. Alles drumherum sind Variationen und Anwendungen. Was sind die zugrunde liegenden wesentlichen Kernkompetenzen, die du zeigen/üben musst?

Die Zeit beim Lernen reicht nie für alles, aber immer für das Wesentliche.

Man kann ungefähr zehn Prozent des Vorlesungsstoffs von vornherein aussortieren (Exkurse, Beispiele, irrelevante Themen). Darüber hinaus ist es aber meist riskant, zu sehr auf Lücke zu lernen. Es ist einfacher, innerhalb der Themen zu gewichten. Spare lieber an Details, nicht an Themen! Ein guter Überblick („Global Picture“) über die Kernthesen und Zusammenhänge der Unterthemen sind mehr wert als 100 Fußnoten. Der Progress-o-Meter soll dir helfen, das Wichtigste von jedem Teilgebiet zu erarbeiten, ohne zu viel Zeit pro Bereich zu verschwenden.

Mit den besten Lernstrategien zum Ziel

Was häufiger geprüft wird

  • „Harte“ Fächer: Anwendungen von Beweisen, aus Theorien abgeleitete Implikationen, Deduktion, Rechenwege, Transferaufgaben
  • „Weiche“ Fächer: Kontroversen, Debatten, Denkschulen, Hauptaussagen von Autoren
  • Inhalte, die weiter hinten im Semester / Jahr behandelt wurden
  • Verständnis und Anwendungen
  • Überschneidungen von Themengebieten (gleicher Inhalt in Übungen, Unterricht, im Buch)
  • (Forschungs-)Interessen des Profs
  • Zusammenfassungen und Wiederholungen von Inhalten im Unterricht / in den Arbeitsmaterialien
  • Aufgaben aus Übungen und Tutorien (vor allem die, die mehrmals in Abwandlungen vorkommen)
  • Je nach Fach (z. B. Jura, VWL, Soziologie) werden gern aktuelle Themen aus den Medien diskutiert

Mit den besten Lernstrategien zum Ziel

Was meist nicht explizit geprüft wird

  • Einführungslektionen
  • absolute Grundlagen (Basis-Formeln, Definitionen)
  • detaillierte Formeln und Herleitungen, mathematische Beweise (in angewandten Fächern wie BWL oder Statistiken)
  • beschreibendes Material
  • Beispiele, die nur zum Verständnis einer Theorie angeführt wurden
  • Exkurse
  • Inhalte der letzten / vorletzten Vorlesung (wenn das Thema neu und sehr komplex ist und der Prüfungstermin unmittelbar bevorsteht)
  • Gast-Lektionen

Workshop: Deine perfekten Lernstrategien – Teil 1

3. Welche Kompetenzen sind gefragt?

Lernen setzt sich aus unterschiedlichen Kompetenzen zusammen. Manchmal heißt Lernen lediglich auswendig lernen, oft jedoch stehen Verstehen, Verinnerlichen und Automatisieren neuer Verfahren und Bewegungen bzw. eine gewisse Art zu denken und Dinge zu analysieren im Vordergrund.

Welche Anforderungen stellt die Prüfung an dich? Ist es ein Multiple-Choice-Test, der Einzelinformationen abfragt (Details wichtig) oder eine anwendungsorientierte Prüfung, die viel Verständnis erfordert (Details können reduziert werden)? Als Faustregel gilt: Je mehr praxisrelevantes Wissen, Anwendung oder Berechnungen verlangt werden, desto mehr musst du üben. Je konzeptioneller und theoretischer die Prüfung, desto mehr Lesen, Zusammenfassen und Mindmapping sind gefragt.

Passe deine Lernstrategien an die geforderten Kompetenzen an

Die Tabelle soll zeigen, dass jede Prüfung eigen ist und von anderen Erfolgsfaktoren bestimmt wird. Gern werden in einer Prüfung mehrere Aufgabentypen kombiniert. Matthias hat z. B. eine Mischung aus 1. Offenen Fragen, 2. Multiple Choice und 3. Rechenaufgaben. Für den ersten Teil muss er Theorien und Argumente in Zusammenhang bringen, für den zweiten Teil Namen und Daten auswendig lernen und für den dritten Teil üben, üben, üben.

Details sind nicht per se zu verurteilen – sie werden gern aufgrund der guten Nachprüfbarkeit gefragt. In Fächern wie Jura, Medizin und Ingenieurswesen sind sie sogar lebensnotwendig. Versuche, die zentralen Fakten zu verstehen, aber halte dich dennoch nicht zu lange an Nebenschauplätzen auf.


Die besten Lernstrategien für Schule, Studium und Prüfungen - Wende diese Lerntipps an und bestehe deine nächste Klausur mit LeichtigkeitMit den richtigen Lernstrategien meisterst du jede Prüfung und jede Klausur mit Leichtigkeit! Noch mehr hilfreiche Lerntipps und Tricks findest du in meinem Buch „Bestnote: Lernerfolg verdoppeln, Prüfungsangst halbieren“.

Ich wünsche Dir bei deiner Prüfung / Klausur / Referat viel Erfolg!

Dein Dr. Martin Krengel

 

 


Du weißt nicht, wann du mit dem Lernen anfangen sollst?

pdf download

 

Damit du nicht in Angstschweiß ausbricht und von vorn herein gut vorbereitet in deine Prüfungen gehst, teile/like diesen Artikel und erhalte meine Checkliste für effizientes Vorbereiten innerhalb eines Semesters als Download.









Spare mindestens 1 Stunde Zeit am Tag! Innerhalb der nächsten 10 Tage lernst du, wie du deine Effizienz verdoppeln und deinen Stress halbieren kannst.



  • merktricks-spielend-einfach-schneller-clever-lernen-und-vokabeln-fakten-lernstoff-auswendig-lernen-und-einpraegen-pauken-leicht-gemacht-lern-experte-dr-martin-krengel-2-526x800
    Last-Minute-Merktricks

    Verdoppele deine Erinnerungsleistung. Mit nur (m)einer einfachen, aber extrem mächtigen "3-2-1 Methode". Sie lässt sich ...

  • Stoppt-die-Welt
    Stoppt die Welt, ich will aussteigen!

    Wie fühlt es sich an, loszulassen und das Leben zu Leben, das man leben möchte?...

  • ebook Cover Lesen von Martin Krengel
    eBook Lesen

    Dieses eBook zeigt dir wie du schneller liest als auch wie du Informationen gezielt filterst und selbst komplizierte Texte besser verstehst....

  • ebook Cover Motivation von Martin Krengel
    eBook Motivation

    Was ist Motivation? + Sich motivieren + träumen und zielen + Ablenkungen ausschalten + Tricks gegen Aufschieberitis + mehr Motivation i...

Spare mindestens 1 Stunde Zeit am Tag! Innerhalb der nächsten 10 Tage lernst du, wie du deine Effizienz verdoppeln und deinen Stress halbieren kannst.



Send this to friend

Um die Webseite optimal gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwendet diese Website Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. Mehr Infos

Diese Webseite verwendet Cookies, damit wir sie noch besser machen können. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu.

Schließen