Intuition + Bauchgefühl: Wann sie uns mächtig täuschen.





Intuition: Warum du lieber nicht auf dein Bauchgefühl hören solltest

In vielen Fällen unterstützt unser Bauchgefühl unsere Entscheidungen. Doch leider ist die eigene Intuition nicht immer der beste Ratgeber, für den sie gehalten wird …

In diesem Artikel von Steffen erfährst du:

Welche geheime Gefühlskraft viele unserer Entscheidungen beeinflusst und wie du sie erkennst

Was hinter deinem Bauchgefühl und deiner Intuition steckt

Wie du lernst diese geheime Kraft zu deinen Gunsten zu steuern


Bauchgefühl und Intuition:

So erkennst du die geheime Kraft hinter deinen Entscheidungen

Denke mal kurz an drei typische Situationen:

  • Du hast dir ein Buch über Smalltalk gekauft und willst dich auf der nächsten Hausparty souverän unterhalten. Doch als du die im Buch beschriebenen Techniken anwendest, kommst du dir wie ein Schauspieler vor. Du gibst auf mit der Begründung: „Das bin nicht ich.“
  • Oder du willst Schnelllesen lernen: Du trainierst dein Lesetempo und merkst:   “Schnelllesen, das ist nichts für mich.” Deswegen entscheidest du dich lieber langsam weiterzulesen, obwohl dir die Resultate des Schnelllesens wirklich weiterhelfen würden.
  • Oder jemand bleibt mit seinem Partner zusammen, weil es sich vertraut anfühlt. Doch ganz offensichtlich tut es ihm nicht gut.

Was ist da los? Was stimmt da mit unserer Intuition nicht?

In uns gibt es eine starke entscheidungsfördernde Kraft, die wir häufig als Intuition oder Bauchgefühl bezeichnen. Sie drückt sich als als ein Gefühl von „Richtig“ und „Falsch“ aus. Wir sagen dann manchmal: „Das war nicht’s für mich.“, „Das fühlt sich nicht richtig an.“ und vertrauen blindlings auf unser Gefühlsurteil.

Das Promlem ist:

Was sich richtig anfühlt, ist nicht immer das Richtige.

Ist dein innerer Kompass richtig eingestellt?

Unser Bauchgefühl ist oft nicht optimal kalibriert.

Erdmagnetfeld studienstrategie-deUnser „Gefühl“ ist wie ein Kompass. Unsere Intuition nordet uns normalerweise ein. Doch manchmal liegt neben dem „Bauch-Kompass“ noch ein anderer Magnet, dessen eigenes Magnetfeld die Kompassnadel ablenkt.

Wenn dein Kompass nicht richtig geht, gehst du in die falsche Richtung.

Genau so passiert es häufig auch im echten Leben. Wir entwickeln Marotten statt uns selbst.

 

Doch welche andere Kraft repräsentiert der Magnet neben dem Kompass? Und welche Kraft repräsentiert das Erdmagnetfeld, an dem wir uns orientieren können?

Das Erdmagnetfeld repräsentiert für mich unser menschliches Potential, das zu werden, was wir schon immer sind. Das bedeutet, uns so zu entfalten, dass wir in allen Lebensbereichen erfolgreich sind und unsere Möglichkeiten auf gute Art und Weise ausleben. Du folgst deinem inneren Erdmagnetfeld, wenn dein Lebensglück auf lange Sicht steigt oder konstant auf einem hohen Level bleibt. Der ablenkende Magnet repräsentiert unsere schlechten und nicht konstruktiven Gewohnheiten. Lass uns der Sache auf den Grund gehen.

Ablenkung studienstrategie-de

 

Was sich richtig anfühlt, muss nicht das Richtige sein – ein Test

Unser inneres Gefühl für Richtig und Falsch wird in einem hohen Maß durch das bestimmt, was wir gewohnt sind. Ich gebe dir ein Beispiel: Für einen Bayer fühlt sich sein Gesprochenes richtig an. Doch weicht er durch seinen Dialekt vom Hochdeutsch ab. Soll der Bayer dialektfrei sprechen, wird sich das für ihn falsch anfühlen.

 

Lass es uns testen:

In deiner Region wird es sicherlich auch dialektisch gefärbte Ausdrücke geben. Ich komme ursprünglich aus Magdeburg. Das „U“ wird hier häufig als „O“ gesprochen: Magdeboorg. Finde solche Eigenheiten in deiner Region. Dann sprich einmal das dialektische Wort und fühle, wie es dir gut von den Lippen geht. Als nächstes sprichst du das gleiche Wort in korrektem Hochdeutsch. Achte dabei wieder auf dein Gefühl! Merkst du, dass es sich ungewohnt oder auch „nicht richtig“ anfühlt?

Es kann sogar so sein, dass du vielleicht gar nicht das korrekte hochdeutsche Wort aussprechen kannst, weil du als Bayer das R nur rollen kannst. Sinnbildlich hättest du dann noch nicht einmal die Fertigkeit erworben das Richtige zu tun, weil du es bisher nicht gelernt hast. In Bezug auf unser Smalltalk-Beispiel hättest du dann noch nicht einmal Freunde zum Smalltalken. Oder du müsstest erst noch Lesen lernen, bevor du mit dem Speedreading beginnen kannst.

Eine andere Möglichkeit dein Gefühl für Richtig und Falsch zu identifizieren: Schlafe doch heute Abend mal falsch herum im Bett. Oder du putzt dir die Zähne mit der nicht gewohnten Hand. Wahrscheinlich wirst du dich mit einem Gefühl von mindestens „ungewohnt“ konfrontiert sehen.

 

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Bauchgefühl und Intuition: Das steckt hinter deinem Gefühl von Richtig und Falsch

Bauchgefühl, Intuition, Gewohnheit: Häufig haben wir zwar eine gefühlsmäßige Ahnung, dass diese Begriffe zusammenhängen, aber wir können nicht in Worte fassen wie. Eine Intuition kannst du mit einer Ahnung gleichsetzen. Sie ist wie ein Ausblick in die Zukunft. Dein Bauchgefühl kannst du als einen Hinweisgeber sehen, während du eine Sache tust. Die Hinweise erscheinen in Form von „das fühlt sich richtig an“ und „das fühlt sich falsch an“. Es gibt dir Signale, ob du auf dem vertrauten Weg bist. Unsere Gewohnheiten sind automatisch ablaufende Handlungen und für uns Selbstverständlichkeiten.

Gewohnheiten sind toll. Martin hat übrigens auch einen Artikel über Gewohnheitsänderung geschrieben. Sie sind energiesparend. Stell dir vor du müsstest jedes mal auf’s Neue überlegen, wie du dir die Dusche aufdrehst. Sie haben in den meisten Fällen einen positiven Zweck für uns und unterstützen uns im Alltag. Sie sind absolut menschlich und notwendig. Intuition, Bauchgefühl und Gewohnheiten stützen sich gegenseitig und machen einen Teil deiner ganz individuell wahrgenommenen Realität aus.

Intuition Bauchgefuehl Gewohnheit studienstrategie-de

Anhand dieses Kreislaufs kannst du auch erkennen, dass „Realität“ etwas sehr Subjektives ist. Andere Menschen haben andere Intuitionen und natürlich auch andere Gewohnheiten. Deswegen wird ihr Bauchgefühl von Richtig und Falsch anders kalibriert sein. Das wird sie sie auch zu anderen Resultaten führen. Damit baut sich eine andere Realität auf. Wenn also jemand bereits Smalltalken kann, wird es für ihn normal anfühlen, an Gesprächsrunden teilzunehmen. Dem Speedreader wird es vielleicht auch normal vorkommen, dass er vier Bücher im Monat liest, während andere das für unmöglich halten.

 

Die Tücke des Gewohnten

Eine Tücke kann in der Selbstverständlichkeit von Gewohnheiten liegen. Wir haben unsere Art zu Lesen so selbstverständlich gelernt, dass uns jede andere Art falsch vorkommen könnte. Stell dir vor du hättest von Anfang an Speedreading gelernt. Oder deine Eltern hätten dich ermutigt auf andere Menschen zuzugehen, statt dir immer wieder Angst vor Fremden zu machen. Wie würdest du dich dann beim Lesen oder in Smalltalk-Situationen verhalten? Als Erwachsene kommen wir dann häufig nicht auf die Idee, die Dinge zu hinterfragen. Sei es die Art wie wir lernen oder wie wir mit anderen Menschen interagieren. Wir denken, so wie wir es tun, ist es „normal“ und richtig.

Ich bin in einem Haushalt mit vielen Streitereien aufgewachsen. Reibereien waren für mich zur Normalität geworden. Wenn ich bei friedlich interagierenden Familien Zuhause war dachte ich, dass sie mir etwas vorspielen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es Beziehungen gibt, die von Leichtigkeit und Friedlichkeit geprägt sind. Ich sagte zu mir und anderen: „Zu einer lebendigen Beziehung gehört auch Streit dazu“ und dachte dabei an ständige Konflikte. Das war meine Realität, die sich für mich normal und richtig anfühlte. Erst als ich meine Position ehrlich hinterfragte, eröffnete sich für mich eine neue Welt und ich erkannte: Ständige Streitereien gehören nicht zu einer guten Beziehung dazu.

Wenn wir unserem Gefühl von „Richtig“ und „Falsch“ zu viel Bedeutung geben (ich bin ein Gefühlsmensch) kann das Nachteile für uns haben. Genauso haben auch „Kopfmenschen“ Nachteile. Sie spiegeln das andere extrem wieder. Für optimal halte ich das Fühlen mit dem Denken zu hinterfragen.

Es scheint uns logisch und alltäglich unsere Gedanken zu hinterfragen. In Talkshows findet das die ganze Zeit statt. Doch bei Gefühlen machen wir das häufig nicht. Sie scheinen per se gegeben zu sein und haben den Status von etwas Unantastbarem. Sie sind aber nicht unabänderlich. Gefühlskompetente Menschen haben Kontrolle über ihr Gefühlsleben. Sie wissen warum sie etwas fühlen und können sie aktiv einsetzen. Wenn wir unsere anfangen unsere Gefühle zu überprüfen, können wir sie wandeln.

Hier sind ein paar Impulse dazu:

 

Überprüfe deine Gefühle und Intuition:

Wie du lernst, diese geheime Kraft zu deinen Gunsten zu steuern

Intuition und Bauchgefühl sind mächtige Verbündete, vorausgesetzt sie sind gut kalibriert. Indem wir unser Bauchgefühl überprüfen und nicht mehr dogmatisch auf unser Gefühl für Richtig und Falsch hören, gewinnen wir ein Stück neue Freiheit. Die Freiheit Dinge zu tun und auszuhalten, die sich zunächst vielleicht falsch anfühlen. Denn das Gefühl von Falsch und Richtig ist meist nur ein Ausdruck für „gewohnt“ und „ungewohnt“.

 

Welche Möglichkeiten der Überprüfung hast du?

Grundsätzlich sind eher sichere Menschen bereit, ihr Denken und Fühlen zu hinterfragen. Sie lassen sich durch Neues nicht so schnell erschüttern. Unsichere Menschen nutzen ihre Gewohnheiten häufig als sicherheitsgebende Rituale: „Das haben wir schon immer so gemacht.“ Doch damit verhindern sie Fortschritt und Entwicklung. Ein selbstbewusster Mensch traut sich zu auch Etabliertes zu hinterfragen.

 

  • Allein das Bewusstsein für dein Gefühl von Richtig und Falsch hilft dir schon weiter. Du kannst dich fragen: Ist dieses Gefühl ein Ausdruck meiner Gewohnheit oder woher kommt es? Deine innere Antwort wird dich weiterbringen.
  • Verwende das Wörtchen „noch“! Wenn du beispielsweise sagst, dass du langsam ließt obwohl du schneller lesen willst. „Ich lese noch langsam.“ Dadurch verwandelst du die bisher unumstößliche Tatsache in einen Entwicklungsprozess: Ich bin noch kein Smalltalker, aber bald… Probiere es aus! Mit dieser Technik leite ich bei mir selbst regelmäßig Veränderungsprozesse ein. Ich frage mich dann: „Was muss ich als nächstes tun, damit es anders wird?“
  • Schaue aus der Zukunft zurück! Stell dir vor du stündest am Ende deines Lebens. Welchen Tipp würdest du dir bezüglich der gegenwärtigen Situation geben? Du hast bereits ein wenig Speedreading geübt und stellst fest, dass es dir noch nicht so liegt. Welchen Tipp würde dir dein zukünftiges Ich geben?
  • Was würde dir eine weise Person raten? Du bist auf einer Party und willst am Smalltalk teilnehmen. Doch weil du keine Erfahrung hast, gehst du etwas zu energisch in die Situation. Die anderen Teilnehmer antworten deswegen etwas karg. Bei dir macht sich ein Gefühl von „das ist falsch“ und vielleicht auch Scham bemerkbar. Was würde dir eine weise Person jetzt raten? Sie könnte so etwas sagen wie: „Du fühlst dich jetzt peinlich berührt, weil du noch nicht ganz den Ton getroffen hast, aber mit etwas mehr Übung wirst du es schon hinbekommen.“

 

Weiser studienstrategie-de

 

Hast du für dich erkannt, dass deine Gewohnheit nicht zielführend ist, kannst du sie ändern. Nutze dazu diese vier Schritte:

  1. Gewohnheiten beobachten
  2. Im Nachgang Alternativen durchdenken
  3. Den Moment erkennen, an dem die Alternative eingesetzt werden könnte
  4. Alternativen einsetzen

 

Größere Lebenszusammenhänge erkennen

Das Gefühl von Richtig und Falsch kann uns auch täuschen, wenn es um Partnerwahl oder andere große Lebensentscheidungen geht. Hier kann es hilfreich sein, sich einen Berater zu suchen, der die Dinge von Außen betrachtet. Ein Geheimnis erfolgreicher Personen ist, dass sie um ihre eigene Fehlbarkeit wissen.

Deswegen lässt sich z.B. selbst Martin, der ja erfolgreicher Persönlichkeitsentwickler ist coachen. Und auch seine Coaches lassen sich wiederum coachen. Es ist einfach eine gute Praxis sich selbst zu hinterfragen und sich in die richtige Richtung zu entwickeln.

Und natürlich arbeite auch ich beständig an meinen Denkmustern und Gewohnheiten. Persönlich schwöre ich dabei auf die Methode der Transaktionsanalyse, weil sie ein gutes Analyse- und Lösungstool für eine Vielzahl von Dingen ist. Mit ihr lernst du dich selbst kennen und kannst dich verändern, lernst – was beim Kommunizieren vor sich geht, kannst dein Gefühlsleben klären und vieles mehr. Wenn dich das interessiert oder du gar ein Coaching ausprobieren möchtest,  schaue mal hier.


Intuition, Bauchgefühl und Gewohnheiten

Fazit

  1. Unsere Gewohnheiten sind mächtig. Sie beeinflussen unser Bauchgefühl und unsere Intuition erheblich. Unsere Gewohnheiten sind nicht automatisch das Beste für uns. Sie können uns von unserer persönlichen Entwicklung ablenken und sogar schaden. Es ist die Mühe wert, deine Gewohnheiten zu hinterfragen!
  2. Dein Gefühl von Richtig und Falsch täuscht dich gern. Gib ihm einen angemessenen Platz, aber verlasse dich nicht hundertprozentig drauf. Ein durch ständiges Hinterfragen trainiertes Bauchgefühl kann ein mächtiger Verbündeter* in deinem Leben sein.

 

Falls du Begleitung in diesem Prozess möchtest, klicke hier! Ich bin ich für dich da.

 

Über den Autor: Steffen Raebricht.

Steffen ist eine der besten Persönlichkeitscoaches, die ich kenne. Er wird bald mehr Gedankenanstösse und Inspiration hier für dich beitragen.




Kategorie: Glück | Artikel von | am 04.07.2017



2 Kommentare für "Intuition + Bauchgefühl: Wann sie uns mächtig täuschen."

  1. Susanne sagt:

    Lieber Steffen,

    danke für diesen Artikel! Mal wieder supergut durchdacht und in die Tiefe geschaut. Gerne mehr 🙂

    Wenn ich meine Intuition befrage, passe ich höllisch auf, ob irgendein Gefühl gleichzeitig mitschwingt. Denn wenn ich Angst, Unlust oder Lust dabei empfinde, weiss ich, dass mein „Bauchgefühl“ gerade NICHT identisch mit meiner Intuition ist. Das ist so mein innerer Kompass 🙂

    1. Steffen Raebricht sagt:

      Hallo Susanne,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich probiere deine Methode mal aus.

      Viele Grüße aus Estland
      Steffen

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